Masterarbeit, 2023
89 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
1.1 Hinführung zum Thema
1.2 Zielsetzung der wissenschaftlichen Auseinandersetzung, Leitfragen, Vorgehensbeschreibung
2 Darstellung typischer Einnahmequellen
2.1 Google Adsense/YouTube Partnerschaft
2.2 Affiliate Provisionen
2.3 Werbeverträge/Product Placement
2.4 Twitch Einnahmen
2.4.1 Abo
2.4.2 Bits
2.5 Patreon Einnahmen
2.6 Donation/Spenden
2.7 Merchandise
2.8 Autoreneinnahmen
3 Ertragsteuerliche Betrachtung
3.1 Einkommensteuer
3.1.1 Persönliche Steuerpflicht
3.1.2 Sachliche Steuerpflicht
3.1.2.1 Einkünfte aus Gewerbebetrieb
3.1.2.2 Abgrenzung zu Einkünften aus selbstständiger Arbeit
3.1.2.2.1 Schriftstellerische Tätigkeit
3.1.2.2.2 Journalistische Tätigkeiten/ Bildberichterstattung
3.1.2.2.3 Werbefotografie
3.1.2.2.4 Schauspielerische Leistungen
3.1.2.2.5 Musikalische Tätigkeit
3.1.2.2.6 Lehrtätigkeit
3.1.2.3 Umgang mit gemischten Tätigkeiten
3.1.2.4 Abgrenzung zur steuerlichen Liebhaberei
3.1.2.5 Abgrenzung zu Einkünften aus Kapitalvermögen
3.1.2.6 Abgrenzung zu Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit
3.1.2.7 Abgrenzung zu Sonstigen Einkünfte
3.1.3 Gewinnermittlung
3.1.3.1 Bewertung der Betriebseinnahmen
3.1.3.2 Bewertung der Betriebsausgaben
3.1.3.3 Entnahmebesteuerung bei erhaltenen Sachzuwendungen
3.1.3.4 Besonderheiten bei Personengesellschaften
3.1.4 Steuerermäßigungen/Pauschalversteuerung/Anrechnung
3.2 Körperschaftsteuer
3.2.1 Persönliche Steuerpflicht
3.2.2 Sachliche Steuerpflicht
3.3 Gewerbesteuer
3.3.1 Steuergegenstand, Steuerbefreiungen, Steuerschuldner
3.3.2 Ermittlungsschema, Verlustverrechnung, Steuererklärungspflicht
4 Umsatzsteuer
4.1 Grundsätze, Steuerschema
4.2 Umsatzsteuerliche Bewertung ausgesuchter Einnahmemöglichkeiten
4.2.1 GoogleAdsense/YouTube Werbeeinnahmen
4.2.2 Affiliate Provisionen
4.2.3 Werbeverträge/Product Placement
4.2.4 Twitch Abo und Bits
4.2.5 Donation/Spenden
4.2.6 Merchandise
4.3 Entnahmebesteuerung erhaltener Sachzuwendungen
5 Schlussteil
5.1 Fazit
5.2 Eigenkritische Bemerkungen
5.3 Ausblick auf weitere Fragestellungen
Die vorliegende Master-Thesis zielt darauf ab, die komplexe steuerliche Behandlung von Influencern in Deutschland systematisch zu klären. Angesichts der steuerrechtlichen Unklarheiten und der Diversität der Einnahmequellen wird untersucht, wie diese Einkünfte ertrag- und umsatzsteuerlich einzuordnen sind und welche Abgrenzungsprobleme zwischen privater und beruflicher Sphäre dabei entstehen.
1.1 Hinführung zum Thema
Die Welt ist in stetigem Wandel. Während Unternehmen in der Vergangenheit vor allem über Zeitungsannoncen, Radio und Fernsehen Werbung gemacht haben, hat sich in den letzten Jahren das Marketing über neue Werbekanäle entwickelt. Einzelne Personen haben durch Verwendung von sozialen Plattformen einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht und nutzen ihn für die Einkommenserzielung. Allgemeinhin werden diese Personen als Influencer bezeichnet.
Der Begriff Influencer stammt von dem englischen Wort „to influence = beeinflussen“ ab und bezeichnet eine Person, die einen hohen Bekanntheitsgrad in den sozialen Medien erreicht hat und daher mit dem eigenen Verhalten und den eigenen Äußerungen Einfluss auf andere Personen nehmen kann. Nach Schäfer handelt es sich bei Influencer „ganz allgemein um eine Person oder Gruppe, die aufgrund ihrer starken Präsenz oder Anzahl ihrer sog. Follower in sozialen Netzwerken für Werbung und Vermarktung in Frage kommt. (…) Je größer die Anzahl der Follower des Influencers, desto größer ist i. d. Regel auch sein Einfluss auf die Vermarktung von Produkten und damit seine Chance auf Einkunftserzielung.“ Nach Deges haben Influencer ein hohes Maß an „Eigenmotivation und ein altruistisches Bedürfnis zur Informationsweitergabe“. Das Veröffentlichen von Bildern oder Videos führt dazu, dass sich eine gewisse Community um den Influencer herum entwickelt, die sich mit den Äußerungen, Verhaltensweisen oder dem Auftreten verbunden fühlt. Die Community ist anfangs noch sehr klein. So beginnen die meisten angehenden Influencer ohne eine vorhandene Basis. Mit steigender Anzahl an Fans entwickelt sich dann allerdings eine treue Community. Es können virale Effekte entstehen, wenn beispielsweise ein veröffentlichtes Video von der Community sehr gut angenommen wird oder von den Algorithmen der sozialen Medien positiv aufgegriffen und sehr weit verteilt wird. So kann es passieren, dass ein beginnender Influencer im Durchschnitt nur 50 Aufrufe pro hochgeladenes Video erzielt und ein einzelnes Video dann auf einmal 100.000 Aufrufe erzeugt. Die Vergrößerung der Community kann damit sehr schlagartig geschehen.
1 Einleitung: Stellt das Thema „Influencer“ vor, definiert den Begriff und umreißt die wissenschaftliche Vorgehensweise sowie die forschungsleitenden Fragen.
2 Darstellung typischer Einnahmequellen: Beschreibt praxisnah die verschiedenen Wege, auf denen Influencer ihren Lebensunterhalt verdienen, wie etwa durch Werbung, Affiliates oder Spenden.
3 Ertragsteuerliche Betrachtung: Analysiert detailliert die Einkommen-, Körperschaft- und Gewerbesteuer, inklusive schwieriger Abgrenzungsfragen zu freiberuflichen Tätigkeiten und Liebhaberei.
4 Umsatzsteuer: Erläutert die umsatzsteuerliche Behandlung typischer Einnahmepositionen und beleuchtet die besonderen Anforderungen an Steuerbarkeit und Ort der Leistung.
5 Schlussteil: Bietet ein Fazit der gewonnenen Erkenntnisse, reflektiert kritisch die eigenen Ergebnisse und gibt einen Ausblick auf offene Forschungsfragen.
Influencer, Einkommensteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer, Gewinnerzielungsabsicht, freiberufliche Einkünfte, Gewerbebetrieb, Affiliate Marketing, Sachzuwendungen, Vorsteuerabzug, Kleinunternehmerregelung, Steuerbarkeit, Betriebseinnahmen, Betriebsausgaben, Steuerpflicht.
Die Arbeit untersucht die steuerrechtliche Einordnung der vielfältigen Einnahmequellen von Influencern in Deutschland unter Berücksichtigung von Ertrag- und Umsatzsteuerrecht.
Die Schwerpunkte liegen auf der einkommensteuerlichen Einordnung als Gewerbebetrieb oder freiberufliche Tätigkeit, der umsatzsteuerlichen Bewertung verschiedener Einnahmemöglichkeiten sowie der Behandlung von Sachzuwendungen.
Das primäre Ziel ist die Klärung der steuerlichen Behandlung von Influencern, um für diese Berufsgruppe eine rechtssichere Grundlage für steuerliche Meldungen zu schaffen.
Es werden juristische Methoden verwendet, insbesondere die Hermeneutik, kombiniert mit einer ausführlichen Literaturanalyse und dem Fokus auf dem Gesetzeswortlaut.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Darstellung der Einnahmequellen, eine Analyse der Ertragsteuer (Einkommen-, Körperschaft- und Gewerbesteuer) und eine abschließende Untersuchung der umsatzsteuerlichen Aspekte.
Zentrale Begriffe sind Influencer, Einkommensteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer, Gewinnerzielungsabsicht und Freiberuflichkeit.
Sachzuwendungen sind grundsätzlich mit dem gemeinen Wert als Betriebseinnahme anzusetzen, sofern sie betrieblich veranlasst sind bzw. als Vergütung für eine Werbeleistung erhalten werden.
Eine Relevanz ergibt sich, sobald eine nachhaltige Tätigkeit mit Gewinnerzielungsabsicht vorliegt, die am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr teilnimmt und keine private Vermögensverwaltung darstellt.
Dies ist unter sehr engen Voraussetzungen möglich, etwa bei einer stark künstlerischen oder schriftstellerischen Ausrichtung, erfordert aber im Einzelfall eine sorgfältige Abgrenzung vom Gewerbebetrieb.
Hier findet die Regelung zu gemischten Tätigkeiten Anwendung, wobei in bestimmten Fällen eine "Infektionstheorie" dazu führen kann, dass die gesamte Tätigkeit als gewerblich eingestuft wird.
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