Bachelorarbeit, 2021
45 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Soziale Bewegung
3. Die Occupy-Bewegung
3.1. Entstehung von Occupy
3.2. Beginn, Höhepunkt und Niedergang
3.3. Struktur
3.4. Forderungen und Ziele
3.5. Teilnehmer
4. Theoretische Grundlagen der Bewegungsforschung
4.1. Collective action
4.2. Framing-Ansatz
4.3. Connective action
5. Kollektive und konnektive Bewegungen
5.1. Organisierte kollektive Bewegungen
5.2. Konnektive Bewegungen ohne klaren Leader
5.3. Organisierte konnektive Bewegungen
5.4. Verortung der Occupy-Bewegung
6. Die Occupy-Bewegung anhand der connective action Theorie erklärt
6.1. Personalisierte Kommunikation
6.1.1. Symbolic inclusiveness
6.1.2. Technological openness
6.2. Struktur und Verbreitung
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Occupy-Bewegung aus der Perspektive aktueller politikwissenschaftlicher Bewegungsforschung, mit besonderem Fokus auf die Theorie der "connective action" nach Bennett und Segerberg, um zu erklären, wie digitale Netzwerke und personalisierte Kommunikation moderne, organisationsarme Protestdynamiken ermöglichen und steuern.
6.1.1. Symbolic inclusiveness
„[…] we understand an organization’s or coalition’s public communication to be personalized if it involves (a) symbolic inclusiveness, as defined by the presence of cues and opportunities for customizing engagement with issues and actions and the relative absence of cues (e.g., collective action frames) that signal ideological and definitional unanimity“ (ebd.: 58)
Bei der Occupy-Bewegung ist das bei konnektiven Bewegungen oft auftretende Phänomen symbolic inclusiveness eine Kommunikationsgrundlage gewesen, die enorm wichtig gewesen ist für die Bewegung. Durch den personalisierten Slogan „We are the 99%“, der einen wichtigen Teil in der Bewegung einnahm, wurde dieses Phänomen zu einem Markenzeichen der Occupy-Bewegung. Dieser Slogan erfordert wenig Überzeugung oder Umgestaltung, um Unterschiede in den Gefühlen der Individuen und ihrer Problem zu überbrücken. Es werden mehrere persönliche Probleme mit eingebunden hinsichtlich der Anfechtung des damaligen Missstands.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Protestdynamiken von Occupy Wall Street dar und positioniert die Arbeit im Kontext der Bewegungsforschung, indem sie die Relevanz der "connective action" Theorie zur Lückenschließung bei der Erklärung digitaler Proteste hervorhebt.
2. Soziale Bewegung: Das Kapitel definiert den Begriff soziale Bewegung als schwer fassbares Konstrukt und erarbeitet, basierend auf Raschke und Tarrow, eine eigene Definition zur Anwendung in der Arbeit.
3. Die Occupy-Bewegung: Dieses Kapitel arbeitet die Geschichte von Occupy auf, von den Ursprüngen in der Finanzkrise und dem arabischen Frühling über den Höhepunkt im Zuccotti-Park bis hin zum Niedergang und einer Einschätzung der erreichten Erfolge.
4. Theoretische Grundlagen der Bewegungsforschung: Hier werden zentrale Konzepte wie Collective Action, der Framing-Ansatz und die Connective Action Theorie vorgestellt, ergänzt um die Entwicklung der sozialen Medien als Basis für neue Protestformen.
5. Kollektive und konnektive Bewegungen: Der theoretische Rahmen wird vertieft, indem zwischen organisierten kollektiven Bewegungen sowie konnektiven Bewegungen (mit und ohne Leader) unterschieden und die Occupy-Bewegung in dieses Raster eingeordnet wird.
6. Die Occupy-Bewegung anhand der connective action Theorie erklärt: In diesem analytischen Hauptteil wird die Occupy-Bewegung detailliert durch die Linse der Connective Action Theorie betrachtet, unter besonderer Berücksichtigung personalisierter Kommunikation und technologischer Offenheit.
7. Fazit: Das Fazit resümiert, dass Occupy durch eine Logik der Connective Action geprägt war, bei der Technologie und personalisierte Teilhabe die zentralen Motoren waren, anstelle traditioneller Top-Down-Organisationen.
Occupy Wall Street, Connective Action, Collective Action, Bewegungsforschung, Soziale Bewegungen, Digitaler Aktivismus, Personalisierte Kommunikation, Soziale Medien, Zuccotti Park, We are the 99%, Framing-Ansatz, Online-Netzwerke, Politische Partizipation, Mobilisierungsdynamik, Technologische Offenheit.
Die Arbeit befasst sich mit der Occupy-Bewegung und untersucht, wie diese mittels der modernen Bewegungsforschung, insbesondere durch das Konzept der "connective action", erklärt werden kann.
Im Zentrum stehen die klassische "collective action" Theorie, der Framing-Ansatz sowie die moderne Theorie der "connective action" von Bennett und Segerberg.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum traditionelle Theorieansätze für Bewegungen wie Occupy nicht ausreichen und warum der Ansatz der "connective action" besser geeignet ist, die Dynamiken der Bewegung abzubilden.
Digitale Technologien dienen als "organizing agent". Sie ermöglichen personalisierte Kommunikation und minimieren die Partizipationskosten, ohne dass eine zentrale, hierarchische Organisation erforderlich ist.
Da Occupy keine klare Führung und kein einheitliches Programm hatte, bietet die "connective action" eine Erklärung dafür, wie sich dennoch Tausende Individuen vernetzten und mobilisierten.
Die Arbeit zeichnet sich durch die Verknüpfung historischer Ereignisse mit medientheoretischen und soziologischen Erklärungsansätzen aus, insbesondere im Hinblick auf individualisierten Aktivismus.
Er fungierte als personalisierter "action frame". Da er vage genug war, um unterschiedliche Gruppierungen anzusprechen, aber stark genug, um soziale Missstände zu markieren, vereinte er eine breite Masse an Menschen.
Die konsequente Ablehnung von Hierarchien und institutionalisierten Entscheidungsprozessen, die anfangs eine Stärke war, entpuppte sich als Schwäche, da sie die Bewegung bei der Umsetzung konkreter politischer Forderungen lähmte.
Frühere Bewegungen waren organisationszentriert und hierarchisch strukturiert, während Occupy auf horizontalen, digital vernetzten Strukturen basierte und persönliche Erfahrungen über ein kollektives Ziel stellte.
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