Examensarbeit, 2008
183 Seiten, Note: 1,3
EINLEITUNG
Teil A: Fachliche und methodisch-didaktische Grundlagen
I. Grundlegung des Unterrichtsversuchs und leitende Fragestellungen
1. Selbstreguliertes Lernen – Ein Konzept der Pädagogischen Psychologie im Kontext des Mathematikunterrichts
1.1 Selbstreguliertes Lernen – Begriffsbestimmung
1.2 Selbstreguliertes Lernen als unterrichtsbezogenes Konzept
1.3 Selbstreguliertes Lernen im Kontext des Mathematikunterrichts
1.4 Begründungen für selbstreguliertes Lernen in der Schule
1.5 Instrumente zur Förderung selbstregulierten Lernens
1.6 Ableitung der leitenden Fragestellungen
II. Planung des Unterrichtsversuchs
1. Bedingungsanalyse
1. 1 Besonderheiten der Lerngruppe
1.2 Fachlich-thematische Einordnung
1.3 Organisatorische Rahmenbedingungen
2. Didaktische Erläuterungen
2.1 Begründung des Themas der Unterrichtsreihe
2.2 Analyse der Lernziele
2.3 Analyse des Lern- und lernunterstützenden Materials
3. Methodische Erläuterungen
3.1 Die Arbeit in der Lernwerkstatt
3.2 Die Reflexion und Lernerfolgskontrolle
3.3 Lernhilfen
Teil B: Auswertung und Reflexion
I. Abweichungen vom geplanten Unterrichtsverlauf
II. Exemplarische Analyse einzelner Lernsituationen
1. Ausgewählte Lernsituationen aus der Arbeit in der Lernwerkstatt
2. Ausgewählte Lernsituationen aus den Auswertungsstunden
III. Systematische Auswertung des Unterrichtsversuchs
1. Erreichung der Lernziele
1.1 Erreichung kognitiver Lernziele
1.2 Erreichung prozessorientierter Lernziele
2. Beantwortung der leitenden Fragestellungen
2.1 Die Eignung der verwendeten Instrumente zur Unterstützung selbstregulierten Lernens am Beispiel einer Einführung des Satzes des Pythagoras
2.1.1 Der Wochenplan
2.1.2 Die Checkliste
2.1.3 Das Lerntagebuch
2.1.4 Der Reflexionsbogen
2.2 Inwiefern es den Schülern einer achten Klasse gelingt die Lerninhalte der Einführung des Satzes des Pythagoras selbstreguliert zu lernen
2.3 Begünstigende und einschränkende Aspekte der Unterrichtsgestaltung für selbstreguliertes Lernen
2.4 Die Eignung der Lerninhalte einer Einführung des Satzes des Pythagoras für selbstreguliertes Lernen
2.5 Vor- und Nachteile überwiegend selbstregulierten Lernens gegenüber überwiegend fremdreguliertem Lernen
IV. Schlussfolgerungen bezüglich der grundsätzlichen Eignung des Konzeptes
Die Arbeit untersucht das Potenzial und die Herausforderungen des selbstregulierten Lernens im Mathematikunterricht. Ziel ist es, durch die Erprobung eines Unterrichtsversuchs zur Einführung des Satzes des Pythagoras in einer achten Gymnasialklasse aufzuzeigen, wie Schüler eigenverantwortlich Lernprozesse steuern können und welche unterstützenden Instrumente hierfür notwendig sind.
1.2 Selbstreguliertes Lernen als unterrichtsbezogenes Konzept
Eine Antwort auf die Frage, wie sich selbstreguliertes Lernen auf den Unterricht übertragen lässt, liefert Monique Boekaerts. Ihr unterrichtsbezogenes Konzept zum selbstregulierten Lernen ist von großem heuristischen Wert. Dieser zeigt sich u.a. dadurch, dass es als theoretischer Bezugsrahmen für die Interpretation der PISA- und der TIMSS-Daten sowie für eine Untersuchung zur Entwicklung selbstregulierten Lernens im Fachunterricht verwendet wurde. Die o.g. Definition des selbstregulierten Lernens deckt sich also mit den Auffassungen von Boekaerts. Ihr Konzept basiert auf den Forschungsrichtungen der Lernstilforschung, auf Untersuchungen zur Metakognition und zu Regulationsstilen sowie auf Theorien zum Selbst in Verbindung mit zielgerichtetem Verhalten. Es bietet eine gute Grundlage für die Planung, Reflexion und Evaluation von selbstreguliertem Lernen, weil es basierend auf den genannten Forschungsrichtungen drei konkrete Ebenen herausarbeitet, auf denen Selbstregulation stattfindet. Diese werden im Folgenden kurz erläutert.
1. Die Ebene der Regulation des Verarbeitungsmodus
Auf dieser Ebene der Selbstregulation steht der Einsatz kognitiver Strategien, die das Lernen unterstützen, im Mittelpunkt der Betrachtung. Um das eigene Lernen aktiv zu gestalten, benötigen die Lernenden die Fähigkeit zur Auswahl, Kombination und Koordination von Strategien zur Informationsverarbeitung. Dafür müssen die Lernenden zunächst über kognitive Strategien verfügen und darüber hinaus um deren Nutzen zur Aufnahme, Speicherung, Wiederholung oder dem Abrufen von Lerninhalten wissen. Baumert nennt als wichtige Untergruppen von kognitiven Strategien die Memorier- und Elaborationsstrategien. Erstere dienen der Wiederholung während Letztere es ermöglichen, Sinnstrukturen innerhalb neu zu lernender Stoffe herauszuarbeiten, Lerninhalte mit bereits gespeichertem Wissen zu vernetzen und Gelerntes auf neue Situationen zu übertragen. Dadurch werden Prozesse der Encodierung, des Erwerbs und des Transfers unterstützt.
I. Grundlegung des Unterrichtsversuchs und leitende Fragestellungen: Dieses Kapitel verortet das selbstregulierte Lernen in der Pädagogischen Psychologie und leitet basierend auf fachdidaktischen Anforderungen die Forschungsfragen ab.
II. Planung des Unterrichtsversuchs: Hier werden die Rahmenbedingungen der Lerngruppe, die didaktische Begründung der Unterrichtsreihe zum Satz des Pythagoras sowie die Auswahl der Lernmaterialien detailliert beschrieben.
III. Systematische Auswertung des Unterrichtsversuchs: Dieses Kapitel analysiert die Erreichung der Lernziele und diskutiert die Eignung der eingesetzten Instrumente sowie die Vor- und Nachteile des Konzepts.
IV. Schlussfolgerungen bezüglich der grundsätzlichen Eignung des Konzeptes: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und leitet Empfehlungen für eine Optimierung des Unterrichtsdesigns ab.
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Die Arbeit untersucht die Chancen und Möglichkeiten, selbstreguliertes Lernen in einer achten Gymnasialklasse am Beispiel des Mathematikunterrichts (Einführung Satz des Pythagoras) einzuführen und zu evaluieren.
Zentral sind die pädagogisch-psychologischen Grundlagen des selbstregulierten Lernens, die Planung offener Unterrichtsformen (Lernwerkstatt) sowie die Analyse konkreter Unterstützungsinstrumente für Schüler.
Es soll analysiert werden, ob und inwieweit Achtklässler in der Lage sind, ihren Lernprozess selbst zu regulieren, und wie die Lehrkraft diesen Prozess durch geeignete Materialien und Rückmeldungen fördern kann.
Es handelt sich um einen praxisorientierten Unterrichtsversuch, der durch Fragebögen, Reflexionsbögen der Schüler, Lernerfolgskontrollen und systematische Beobachtungen der Lehrkraft ausgewertet wurde.
Der Hauptteil beleuchtet die Planung und Durchführung der Lernwerkstatt, die Rolle verschiedener Medien (Computer, Internet, Arbeitsblätter) und die Reflexion von Lernsituationen durch die Schüler und die Lehrkraft.
Begriffe wie kognitive Strategien, metakognitive Lernstrategien, Selbstwirksamkeit, intrinsische Motivation, Ressourcenmanagement, interner/externer Regulation und Kompetenzraster sind prägend.
Laut Auswertung wurden die Wochenpläne gewissenhaft geführt und halfen bei der Planung des Lernprozesses, zeigten jedoch bei einigen Schülern Schwierigkeiten in der realistischen Einschätzung des Arbeitsaufwands.
Das Internet diente der Informationsbeschaffung (z.B. zu Pythagoras), stellte aber zugleich einen signifikanten Ablenkungsfaktor dar, der eine engere Begrenzung der Zugriffsrechte durch die Lehrkraft erforderlich machte.
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