Magisterarbeit, 2009
147 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1 Fragestellung
1.2 Methodik und Vorgehensweise
1.3 Aufbau
2 Theoretischer Rahmen
2.1 Eingrenzungen und Begriffsbestimmungen
2.2 Ursachenkomplexe für Systemwechsel nach Huntington, Linz und Merkel
2.2.1 Samuel P. Huntington
2.2.2 Juan J. Linz
2.2.3 Wolfgang Merkel
2.2.4 Zusammenfassung und Anpassung auf den Fall Nordkorea
2.3 Exkurs Legitimität
2.4 Die Handlungsdimension
3 Die Literatur zur Stabilität Nordkoreas seit Ende des Kalten Krieges
3.1 1990 - 1994
3.1.1 Literatur, die von der Instabilität Nordkoreas ausgeht
3.1.2 Literatur, die von der Stabilität Nordkoreas ausgeht
3.1.3 Literatur ohne klare Stellungnahme bezüglich Stabilität und Instabilität
3.2 1995 – 1997
3.2.1 Literatur, die von der Instabilität Nordkoreas ausgeht
3.2.2 Literatur, die von der Stabilität Nordkoreas ausgeht
3.2.3 Literatur ohne klare Stellungnahme bezüglich Stabilität der Instabilität
3.3 1998 – 2003
3.3.1 Literatur, die von der Instabilität Nordkoreas ausgeht
3.3.2 Literatur, die von der Stabilität Nordkoreas ausgeht
3.3.3 Literatur ohne klare Stellungnahme bezüglich Stabilität und Instabilität
3.4 Literatur seit 2004
3.4.1 Literatur, die von der Instabilität Nordkoreas ausgeht
3.4.2 Literatur, die von der Stabilität Nordkoreas ausgeht
3.4.3 Literatur, ohne klare Stellungnahme bezüglich Stabilität bzw. Instabilität
3.5 Zusammenfassung
4 Ursachenbündel der Systemstabilität Nordkoreas
4.1 Politische Schlüsselereignisse
4.1.1 Erneuerung der politischen Führung
4.1.2 Spaltung der Eliten
4.1.3 Zusammenfassung
4.2 Rückgang der Effektivität
4.2.1 Effektivität der politischen Institutionen
4.2.2 Ökonomische Effektivität
4.2.2.1 Die Ökonomische Entwicklung der DVRK bis Ende des Kalten Krieges
4.2.2.2 Die Hungersnot von 1994 – 1998 und ihre Folgen
4.2.2.3 Produktion und Außenhandel
4.2.2.4 Die Reformen von 2002, Auswirkungen und Aussichten
4.2.2.5 Die soziale Situation
4.2.2.6 Kooperationsprojekte mit Südkorea und Sonderwirtschaftszonen
4.2.2.7 „Kreative“ Einnahmequellen: Illegale Aktivitäten und Waffenhandel
4.2.3 Zusammenfassung
4.3 Legitimität
4.3.1 Die Juche-Ideologie
4.3.2 Legitimation durch das Charisma des Führers
4.3.3 Komplementäre Mittel zur Stärkung der Legitimität
4.3.4 Zusammenfassung
4.4 Internationale Situation
4.4.1 Beziehungen zu anderen Staaten während des Kalten Krieges
4.4.2 Innerkoreanische Beziehungen
4.4.3 Die Beziehungen zu den USA
4.4.4 Die Beziehungen zu China
4.4.5 Die Beziehungen zu Russland
4.4.6 Die Beziehungen zu Japan
4.4.7 Zusammenfassung
5 Eine Überlebensstrategie Nordkoreas?
6 Fazit
Die Arbeit untersucht die Systemstabilität der Demokratischen Volksrepublik Korea (DVRK) seit dem Ende des Kalten Krieges und analysiert, welche Ursachen trotz vielfältiger Krisen zum Fortbestehen des Regimes führen. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob Nordkorea eine genuine, übergeordnete "Überlebensstrategie" verfolgt oder ob die politischen Maßnahmen lediglich ad-hoc-Reaktionen auf wechselnde Umweltbedingungen darstellen.
1.1 Fragestellung
Diese Magisterarbeit beschäftigt sich allgemein mit der Systemstabilität Nordkoreas. Dabei soll geklärt werden, was die Ursachen für das Fortbestehen des nordkoreanischen Systems, trotz der vielfältigen Krisenerscheinungen und potentiell destabilisierenden Ereignissen und Umständen sind. Dazu untersucht diese Arbeit den Einfluss verschiedener, relevanter Ursachenkomplexe, die für Systemwechsel verantwortlich gemacht werden, auf die Stabilität des nordkoreanischen Systems. Im Zusammenhang damit werden die Vorgehensweisen und Methoden beschrieben, mit denen Nordkorea auf eventuell destabilisierende Wirkungen im Bereich dieser Faktoren reagierte und reagiert. Diese Methoden und Vorgehensweisen sollen außerdem darauf geprüft werden, ob sie zusammengefasst den Charakter einer übergeordneten "Überlebensstrategie" besitzen, auf die das nordkoreanische Regime zur Stabilisierung des Systems zurückgreift. Sollte Nordkorea eine Überlebensstrategie verfolgen, wird diese kurz dargestellt und erklärt.
Da die Feststellung einer eventuellen Strategie nur durch die Beobachtung einer weiter gefassten Zeitspanne möglich ist, soll die Phase seit dem Ende des Kalten Krieges betrachtet werden. Die gewählte Episode ist in diesem Rahmen sinnvoll, da seit Anfang der 1990er Jahre wichtige Veränderungen auf einer Vielzahl von Gebieten eintraten. Hierzu zählen der Niedergang der Sowjetunion, die sich verschärfende Wirtschaftskrise und der Tod Kim Il Sungs 1994. All diesen Ereignissen ist ein hohes Maß an Bedeutung für die Stabilität des nordkoreanischen Systems zuzuschreiben. Sollte heute eine Überlebensstrategie bestehen, so muss sie seit den oben beschriebenen Geschehnissen entstanden sein. Denn selbst wenn schon vor diesen Ereignissen eine genuine Überlebensstrategie bestanden hat, so hätte diese danach an die neuen Bedingungen angepasst, möglicherweise sogar eine vollkommen neue Strategie entwickelt werden müssen. Allerdings werden, wenn dies zur Erklärung bestimmter Sachverhalte und Vorgehensweisen Nordkoreas notwendig ist, auch über diese Zeitspanne hinausgehende Elemente einfließen. Folglich lautet die zentrale Fragestellung dieser Arbeit:
Wie wirken strukturelle „Ursachenkomplexe für Systemwechsel“ auf die Systemstabilität Nordkoreas, welche Maßnahmen werden ergriffen um Instabilität entgegenzuwirken und haben diese Maßnahmen den Charakter einer genuinen Überlebensstrategie?
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Stabilität Nordkoreas ein, definiert die Fragestellung und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Theoretischer Rahmen: Hier werden theoretische Grundlagen für Systemwechsel autoritärer Regime nach Huntington, Linz und Merkel erarbeitet und der Begriff der Legitimität als analytische Komponente integriert.
3 Die Literatur zur Stabilität Nordkoreas seit Ende des Kalten Krieges: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick über die wissenschaftliche Debatte zur Stabilität des nordkoreanischen Regimes, unterteilt in vier wesentliche Zeitperioden seit 1990.
4 Ursachenbündel der Systemstabilität Nordkoreas: Hier erfolgt eine detaillierte Analyse spezifischer Faktoren wie politischer Führung, ökonomischer Effektivität, Legitimität und der internationalen Situation hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf das Regime.
5 Eine Überlebensstrategie Nordkoreas?: Dieses Kapitel prüft, ob die identifizierten Maßnahmen des Regimes den Charakter einer planvollen Überlebensstrategie aufweisen oder als ad-hoc Reaktionen zu werten sind.
6 Fazit: Das Fazit rekapituliert die Ergebnisse und zieht Bilanz über die Wirksamkeit der Überlebensstrategien des Regimes unter Berücksichtigung der untersuchten Stabilitätsfaktoren.
Systemstabilität, Nordkorea, DVRK, Kim Jong Il, Überlebensstrategie, Transformationsforschung, Legitimität, Juche-Ideologie, Politische Führung, Internationale Beziehungen, Wirtschaftskrise, Muddling through, Autoritäre Systeme, Reformen, Außenpolitik.
Die Arbeit analysiert, wie das nordkoreanische Regime trotz schwerer Wirtschaftskrisen und internationaler Isolation seit dem Ende des Kalten Krieges stabil bleiben konnte.
Die zentralen Themen umfassen die Stabilität der politischen Führung, die ökonomische Leistungsfähigkeit (Effektivität), die Legitimität des Regimes sowie die internationale Situation Nordkoreas.
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, ob die Handlungsweisen des Regimes eine zielgerichtete, übergeordnete „Überlebensstrategie“ darstellen oder bloß unkoordinierte Reaktionen auf Krisen sind.
Der Autor verwendet eine kritische Literaturanalyse und vergleicht nordkoreanische Entwicklungen mit theoretischen Modellen der Transformationsforschung von Autoren wie Huntington, Linz und Merkel.
Der Hauptteil analysiert die interne Stabilität des Regimes, die ökonomische Situation (einschließlich Hungersnot und Markt-Reformen) sowie die komplexe Außenpolitik und die Rolle Chinas, der USA und Südkoreas.
Wichtige Begriffe sind Systemstabilität, Legitimität, Juche-Ideologie, Überlebensstrategie und das Konzept des "muddling through".
Die Juche-Ideologie dient als wesentliche Quelle der Legitimation, indem sie Unabhängigkeit und nationale Identität betont und das Regime gegen äußere Einflüsse abschirmt.
Der Autor stellt fest, dass das Regime durchaus strategische Elemente in seinem Handeln zeigt, die über reines Krisenmanagement ("muddling through") hinausgehen, insbesondere durch die hierarchische Priorisierung von Problemen.
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