Wissenschaftliche Studie, 2009
10 Seiten, Note: Sehr gut
1. Einleitung
2. Sprachmanipulation
3. Der spezifische Sprachgebrauch
4. Merkmale der „Lingua Tertii Imperii“
Die vorliegende Arbeit untersucht den gezielten Einsatz von Sprache als Instrument politischer Machtausübung und Manipulation im Nationalsozialismus. Ziel ist es aufzuzeigen, wie das NS-Regime durch systematische Veränderungen des Wortschatzes und rhetorische Strategien das Denken und Verhalten der Bevölkerung im Sinne seiner Ideologie beeinflusste.
Merkmale der „Lingua Tertii Imperii“
Selbstverständlich hatten die Nationalsozialisten ihr bestimmtes Vokabular, mit zahlreichen Sprachschöpfungen und Sprachverdrehungen, und eine bestimmte öffentliche Rhetorik, die ihr Programm zusammen mit der Gewalt und dem propagandistisch ausgerichteten Stil untermauerten. Ganz bestimmt gibt es gewisse Eigenschaften, die für alle totalitären Sprachen typisch sind, und die genaue Analyse der Sprache des Nationalsozialismus lässt eine Reihe von Merkmalen erkennen, die als charakteristisch für diese Sprache gelten können, denn der Sprachgebrauch im Dritten Reich weist mit seinen Umdeutungen und Umwertungen einige Auffälligkeiten auf, was insbesondere dem NS-Wortschatz seinen spezifischen Klang gibt.
Insgesamt bestand die nationalsozialistische Vorgehensweise darin, vorhandene Ideen und Begriffe zu übernehmen, anzuknüpfen an gängige weltanschauliche Vorstellungen, alte ideologisch besetzte Wörter aufzugreifen, die Wortbedeutung aber zu ändern.
„Das Gift ist überall. Im Trinkwasser der LTI wird es verschleppt, niemand bleibt davon verschont“. Die Reichweite der offiziellen Sprache, die zahlreiche Begriffe und Gefühle schändete und vergiftete, ging also weit über die Verwendung in Reden der Parteioberen und Funktionäre in Verordnungen, Gesetzen, Presseanweisungen, Rundfunksendungen und Zeitungen hinaus. Die von den Nationalsozialisten mit mehr oder weniger Zwang durchgesetzten Sprachformen wurden zu einem Bestandteil der Allgemeinsprache, und infolge dessen auch der Denkstrukturen weiter Teile der deutschen Bevölkerung. Die Einzelwörter, Redewendungen, die Satzformen, die millionenfachen Wiederholungen wurden automatisch und unbewusst aufgenommen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle der Sprache als mächtiges, jedoch neutrales Instrument der Politik, das im Nationalsozialismus bewusst zur Massenmanipulation und zur Steuerung von Fühlen und Denken eingesetzt wurde.
2. Sprachmanipulation: Dieses Kapitel erläutert, dass Manipulation ein altbekanntes politisches Werkzeug ist, das vom NS-Regime jedoch perfektioniert wurde, um durch gezielte Sprachverwendung das Verhalten der Bürger in ihrem Sinne zu lenken.
3. Der spezifische Sprachgebrauch: Das Kapitel analysiert den rhetorischen Stil der Nationalsozialisten, der nicht auf rationale Argumentation, sondern auf die Mobilisierung von Masseninstinkten und die Schaffung eines ideologischen Zusammengehörigkeitsgefühls abzielte.
4. Merkmale der „Lingua Tertii Imperii“: Hier werden die konkreten stilistischen Auffälligkeiten wie Euphemismen, wissenschaftliche Entlehnungen und die systematische Umdeutung von Begriffen zusammengefasst, die die Sprache im Dritten Reich prägten.
Nationalsozialismus, LTI, Sprachmanipulation, Lingua Tertii Imperii, Rhetorik, Ideologie, Propaganda, Sprachveränderung, Umdeutung, Massenbeeinflussung, politisches Instrument, Wortschatz, Euphemismen, NS-Regime, Sprachgebrauch
Die Arbeit analysiert die Funktion und den gezielten Missbrauch der deutschen Sprache als Instrument der politischen Machtausübung während der Zeit des Nationalsozialismus.
Die Schwerpunkte liegen auf den Mechanismen der Sprachmanipulation, den rhetorischen Mustern totalitärer Sprache und der systematischen Veränderung des Vokabulars durch das NS-Regime.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Sprache als „Gift“ fungierte, das unbemerkt in den Alltag eindrang und die Denkstrukturen sowie das Verhalten der Bevölkerung nachhaltig prägte.
Die Arbeit basiert auf einer linguistischen und historischen Analyse der Sprache im Nationalsozialismus unter Einbeziehung zeitgenössischer Quellen und bedeutender Fachliteratur.
Im Hauptteil wird der Übergang von einer normalen Sprache zur manipulativen „Lingua Tertii Imperii“ durch propagandistische Rhetorik und systematische Umdeutungen untersucht.
Zentrale Begriffe sind Sprachmanipulation, NS-Ideologie, Propaganda, Lingua Tertii Imperii und Rhetorik.
Es handelt sich um die spezifische, ideologisch aufgeladene Sprache des Dritten Reiches, deren Begriffe durch das Regime systematisch umgedeutet wurden.
Die Medien fungierten als Multiplikatoren, die durch gleichgeschaltete Berichterstattung die manipulativen Sprachformen und Redewendungen tief im Alltag und im Bewusstsein der Bürger verankerten.
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