Masterarbeit, 2018
92 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Das Jugendamt
2.1 Historische Rekonstruktion vom Entstehen und Bestehen des Jugendamtes und dessen Wahrnehmung in den jeweiligen Zeiten
2.1.1 Das Kinder- und Jugendhilfegesetz
2.1.2 Das Jugendamt heute
2.2 Aktueller Forschungsstand der Wahrnehmung des Jugendamtes aus unterschiedlichen Perspektiven
3. Kindeswohl und Kindeswohlgefährdung aus der Perspektive von Schule und Jugendamt
4. Die Schule und das Jugendamt
4.1 Schnittpunkte, Kooperationsanlässe und Ziele
4.2 Der schulische Standorttyp
5. Herleitung der Fragestellung
6. Beschreibung des Forschungsdesigns
6.1 Erwartete Ergebnisse und Annahmen
6.2 Beschreibung des Samplings
6.3 Angaben zur Erhebungsmethode
6.4 Darstellung des Analyseverfahrens
6.5 Durchführung der Untersuchung
7. Deskriptive Darstellung der Ergebnisse
7.1 Der Kontaktanlass
7.2 Die Kontakthäufigkeit
7.3 Der Kontaktverlauf
7.4 Empfindungen des Kontaktes
7.5 Das Image des Jugendamtes
7.6 Induktive Kategorien
8. Interpretation, Diskussion der Ergebnisse und Reflexion der Untersuchung
9. Zusammenfassung, Fazit und Ausblick
Die Masterarbeit untersucht die Wahrnehmung des Jugendamtes durch Lehrkräfte in Abhängigkeit vom jeweiligen schulischen Standorttyp. Ziel ist es, zu erforschen, ob regionale Disparitäten und die soziale Lage am Standort die Kooperationsbereitschaft sowie die subjektive Einschätzung des Jugendamtes als Institution beeinflussen.
Die Wahrnehmung des Jugendamtes seitens der Lehrkräfte in Abhängigkeit vom schulischen Standorttyp
„Jugendämter im Einsatz gegen Kindesmisshandlung überlastet“ (Chase, 2018), „Jugendamt-Personal ist überfordert - Zahl toter Kinder steigt“ (WDR, 2018) oder kurz und knapp „Überlastet, überfordert, unterbesetzt“ (Vorreiter, 2018) sind Schlagzeilen und Titelüberschriften, die aktuell im Internet wie auch im Fernsehen kursieren. Seit im Mai 2018 Forscher der Universität Koblenz-Landau eine Studie veröffentlichten (Beckmann, Ehlting & Klaes, 2018), ist die Institution Jugendamt in den Medien wieder ein attraktives Thema für Gesprächsrunden und Berichterstattungen. Die Formulierung „wieder“ verdeutlicht hier, dass das Jugendamt nicht zum ersten Mal und nicht erst aufgrund der Veröffentlichung der Studie in den Medien präsent ist.
Vor allem durch vermeintliches Fehlverhalten und Versagen stößt es immer wieder auf das Interesse der Medien (Enders, 2013). Doch nicht nur die Medien und ihre Zuschauer urteilen über die Arbeit des Jugendamtes, auch die Wissenschaft und Adressaten und Adressatinnen gehören dazu. Enders (2013) betont, dass die Gesamtgesellschaft dem Jugendamt kritisch betrachtet, eine ablehnende Grundhaltung einnimmt und seine Arbeit mit negativen Assoziationen verbindet (Pluto, 2007). Meist wird das Jugendamt als eine Eingriffs- und Kontrollbehörde wahrgenommen, auch dann noch, nachdem mit dem Kinder- und Jugendhilfegesetz diesem negativen Bild entgegengewirkt werden sollte, indem es sich in seiner Struktur von einer Eingriffs- zu einer Dienstleistungsbehörde wandelte (Pluto, 2007; Ackermann, 2017).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle öffentliche Wahrnehmung des Jugendamtes als überlastete Behörde ein und begründet die Relevanz der Untersuchung des Verhältnisses von Lehrkräften zum Jugendamt.
2. Das Jugendamt: Dieses Kapitel erläutert die historische Entstehung, die rechtlichen Grundlagen durch das Kinder- und Jugendhilfegesetz sowie den strukturellen Wandel von der Eingriffsverwaltung zum Dienstleister.
3. Kindeswohl und Kindeswohlgefährdung aus der Perspektive von Schule und Jugendamt: Hier wird der unbestimmte Rechtsbegriff des Kindeswohls im Kontext der Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendamt beleuchtet und die Haltung der Akteure dazu kritisch hinterfragt.
4. Die Schule und das Jugendamt: Das Kapitel erarbeitet die Schnittstellen der Kooperation und führt das Konzept des schulischen Standorttyps ein, um regionale Disparitäten in der Wahrnehmung zu begründen.
5. Herleitung der Fragestellung: Auf Basis der theoretischen Grundlagen wird die konkrete Forschungsfrage für die empirische Untersuchung abgeleitet.
6. Beschreibung des Forschungsdesigns: Es wird das qualitative Vorgehen, die Methode des leitfadengestützten Interviews sowie das Sampling der Lehrpersonen an unterschiedlichen Standorttypen dargelegt.
7. Deskriptive Darstellung der Ergebnisse: Die erhobenen Daten werden in den fünf deduktiven und drei induktiven Hauptkategorien (Kontaktanlass, Kontakthäufigkeit, Kontaktverlauf, Empfindungen, Image) strukturiert wiedergegeben.
8. Interpretation, Diskussion der Ergebnisse und Reflexion der Untersuchung: Die Ergebnisse werden mit den theoretischen Annahmen verknüpft, kritisch diskutiert und die Validität der qualitativen Vorgehensweise reflektiert.
9. Zusammenfassung, Fazit und Ausblick: Diese Abschlussteil resümiert die Erkenntnisse zur standortabhängigen Wahrnehmung und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsbedarfe und Kooperationsmöglichkeiten.
Jugendamt, Schule, Kindeswohl, Kindeswohlgefährdung, Kindesschutz, Kooperation, Lehrkräfte, Standorttyp, Soziale Lage, qualitative Forschung, Fallstudie, Sozialpädagogik, präventive Maßnahmen, institutionelle Wahrnehmung, Jugendhilfe.
Die Arbeit untersucht, wie Lehrkräfte an unterschiedlichen Schulen das Jugendamt als Kooperationspartner wahrnehmen und ob der schulische Standorttyp sowie die soziale Umgebung die Einstellung zum Jugendamt beeinflussen.
Die Themen umfassen die Geschichte und Struktur des Jugendamtes, die Herausforderungen des Kinderschutzes, die Rolle der Schule als Partner in diesem Prozess sowie die empirische Analyse der Kooperationsdynamik.
Das Ziel ist es, Disparitäten in der Kooperationspraxis zwischen Schule und Jugendamt aufzuzeigen und zu verstehen, wie Lehrpersonen das Jugendamt in Abhängigkeit von ihrem Schuleinzugsgebiet subjektiv bewerten.
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt. Die Daten wurden mittels leitfadengestützter Interviews mit Lehrkräften an unterschiedlichen Schulstandorten erhoben und durch eine qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Block, der die historische Entwicklung und die rechtlichen Rahmenbedingungen abdeckt, und einen empirischen Teil, in dem das Forschungsdesign beschrieben und die Ergebnisse kategorisiert (Kontaktanlass, Häufigkeit, Dauer etc.) dargestellt werden.
Wichtige Begriffe sind Jugendamt, Kindeswohl, Kooperation, Kinderschutz, schulischer Standorttyp und qualitative Inhaltsanalyse.
Lehrkräfte an Standorten mit belasteterer sozialer Lage (Standorttyp 5) tendieren zu einer kritischeren und negativeren Wahrnehmung des Jugendamtes, während Lehrkräfte an Standorten mit günstigerer Lage (Standorttyp 3) teilweise positivere oder neutralere Einschätzungen abgeben.
Insbesondere Lehrkräfte an Schulen des Standorttyps 5 empfinden bürokratische Prozesse und die Fluktuation von Mitarbeitern im Jugendamt als störend, zeitaufwendig und ineffizient für die Einzelfallhilfe.
Lehrkräfte nehmen das Jugendamt meist in einem Spannungsfeld wahr: einerseits als notwendige Institution zur Krisenintervention (Hilfe), andererseits oft assoziiert mit Kontrollbefugnissen, was zu einer skeptischen Distanz führt.
Die mediale Skandalisierung trägt zu einem weitgehend negativen Grundbild bei. Lehrkräfte lassen sich durch dieses Image beeinflussen, was die Schwelle zur Kontaktaufnahme erhöht, es sei denn, eine Kooperation erscheint als absolut unumgänglich.
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