Masterarbeit, 2009
147 Seiten, Note: 2,15
1 Einleitung
2 Mittelständische Unternehmen und Internationalisierungsstrategien
2.1. Industrielle mittelständische Unternehmen
2.1.1 Quantitative Eingrenzung
2.1.2 Qualitative Eingrenzung
2.2 Internationalisierung
2.2.1 Bezugsrahmen zur Internationalisierung
2.2.2 Nachteile mittelständischer Unternehmen
2.2.3 Internationale Markteintrittsformen
2.3 Kooperation als Internationalisierungsstrategie
2.3.1 Begriffsklärung und Kooperationsrichtungen
2.3.2 Kooperative Internationalisierungsstrategien
2.3.3 Ziele und Motive
3 Japan und die Rahmenbedingungen für deutsche Unternehmen
3.1 Kultureller und ökonomischer Hintergrund
3.1.1 Die wirtschaftliche Entwicklung
3.1.2 Internationalität der Industrie
3.2 Keiretsu
3.2.1 Horizontale und vertikale Keiretsus
3.2.2 Das Sogo Shosha
3.3. Restrukturierung der japanischen Wirtschaft
3.3.1 Rechtliche Rahmenbedingungen für Unternehmensgründungen
3.3.2 Situation der mittelständischen Industrie
3.4 Chancen für deutsche Unternehmen
3.4.1 Deutscher Maschinenbau in Japan
3.4.2 Motive deutscher Unternehmen
4 Theoretische Erklärungsansätze
4.1 Market Based View
4.1.1 Branchenstrukturanalyse nach Porter
4.1.2 Spieltheoretische Perspektive
4.2 Resourced Based View
4.2.1 Kernkompetenzen
4.2.2 Dynamic Capabilties
4.3 Transaktionskostentheorie
4.3.1 Verhaltensannahmen
4.3.2 Dimensionen
5 Auswirkungen der IKT und Hypothesenableitung
5.1 IKT-Einfluss auf Transaktionskosten
5.1.1 Verhaltensannahmen
5.1.2 Dimensionen
5.2 IKT und der Market Based View
5.2.1 Auswirkung auf Branchenstrukturkräfte
5.2.2 Coopetitive Perpektive
5.3 IKT und der Resourced Based View
5.3.1 Auswirkungen auf die Unternehmenswertkette
5.3.2 Wissensorientierte Perspektive
5.4 Hypothesenableitung
6 Empirische Untersuchung
6.1 Aufbau der empirischen Untersuchung
6.1.1 Entwurf eines Untersuchungsdesigns
6.1.2 Methodische Grundlagen zur Auswertung
6.2 Fallstudie Indirekter Export
6.2.1 Indirekter Export
6.2.2 Bewertung des indirekten Exports
6.3 Fallstudie Global Roller Technology Group
6.3.1 Marktperspektive
6.3.2 Ressourcenperspektive
6.4 Zusammenfassende Betrachtung
7 Handlungsempfehlungen
7.1 Kooperative Markterschließungsstrategien in Japan
7.2 Planung von Kooperationen in Japan
7.3 Auswahlprozess des Kooperationspartners
8. Fazit und weiterer Forschungsbedarf
Die vorliegende Arbeit untersucht internationale Markterschließungsstrategien deutscher mittelständischer Industrieunternehmen am Beispiel Japans, mit einem besonderen Fokus auf kooperativen Modellen unter Einbeziehung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). Dabei wird analysiert, wie IKT zur Senkung von Transaktionskosten beitragen und Kooperationen in einem kulturell anspruchsvollen Umfeld wie Japan ermöglichen können.
3.2.1 Horizontale und vertikale Keiretsus
Nach Schüle haben die horizontalen Keiretsus folgende Funktionen zu erfüllen. Sie dienen dem Informationsaustausch der beteiligten Unternehmen. Sie stellen eine Grundlage für eine effektive Unternehmensfinanzierung durch das Cross-Shareholding innerhalb der Gruppe und eine gegenseitige Versicherung dar, weil weniger effiziente Mitglieder innerhalb der Gruppe gestützt werden. Langfristige Lieferantenbeziehungen verhindern ein Durchdringen fremder Lieferanten, durch Abnahmegarantien nehmen sie eine Sicherungsfunktion bei Schwankungen der Verkaufszahlen außerhalb der Gruppe ein. Beziehungen der Unternehmen dienen im Fall einer Krise als Versicherung, da notleidenden Unternehmen durch Unterstützungskäufe aus der Krise geholfen werden kann.
Das neuere vertikale Keiretsu (Produktionskeiretsu oder Distributionskeiretsu) stellt einen Verbund von vertikalen Zulieferketten oder Herstellern und Händlerbeziehungen mit einer pyramidenförmigen Struktur dar. Diese Produktionskeiretsu-Strukturen sind vor allem in der Automobilindustrie anzutreffen. Neben den oben aufgeführten Faktoren sind hier vor allem der Austausch von Teilen und Komponenten, sowie die Qualitätssicherung als Vorteile zu nennen. Die langfristigen Zulieferbeziehungen werden durch Aktienbeteiligungen der größeren Unternehmen gestützt. Die gegenseitige Unterstützung im Bereich der FuE, der Neuproduktentwicklung und der Qualitätssicherung, sowie das gegenseitige Lernen im Unternehmensverbund und der Austausch von Managementpraktiken, werden als weitere Faktoren des engen Kooperationsverbundes genannt.
1 Einleitung: Einführung in die Problemstellung des internationalen Wettbewerbs und Zielsetzung der Arbeit unter Berücksichtigung des Markteintritts in Japan.
2 Mittelständische Unternehmen und Internationalisierungsstrategien: Definition industrieller mittelständischer Unternehmen, Diskussion von Internationalisierungsgrundlagen und Kooperation als strategische Option.
3 Japan und die Rahmenbedingungen für deutsche Unternehmen: Analyse des japanischen Marktes unter Berücksichtigung von Kultur, Keiretsu-Strukturen, rechtlichen Rahmenbedingungen und spezifischen Chancen für deutsche Firmen.
4 Theoretische Erklärungsansätze: Darstellung des Market Based View, des Resourced Based View und der Transaktionskostentheorie zur Fundierung kooperativer Strategien.
5 Auswirkungen der IKT und Hypothesenableitung: Untersuchung des IKT-Einflusses auf Transaktionskosten und Branchenstrukturen sowie Ableitung von Hypothesen für die empirische Analyse.
6 Empirische Untersuchung: Methodischer Aufbau der Untersuchung sowie Durchführung und Auswertung zweier Fallstudien zum indirekten Export und zur Global Roller Technology Group.
7 Handlungsempfehlungen: Ableitung konkreter Strategien für kooperative Markterschließung, Planung von Kooperationen und Auswahlprozesse für Partner in Japan.
8. Fazit und weiterer Forschungsbedarf: Zusammenfassung der Ergebnisse der Arbeit und Identifikation offener Forschungsfragen.
Internationale Kooperation, Mittelständische Unternehmen, Japanischer Markt, Markterschließung, IKT, Transaktionskosten, Keiretsu, Strategische Allianz, Market Based View, Resourced Based View, Technologietransfer, Wissensmanagement, Exportstrategie, Innovationsmanagement.
Die Arbeit analysiert, wie deutsche mittelständische Industrieunternehmen durch internationale Kooperationen erfolgreich in den japanischen Markt eintreten können, wobei IKT-gestützte Strategien eine zentrale Rolle spielen.
Die zentralen Themen sind internationale Internationalisierungsstrategien, die Spezifika des japanischen Geschäftsumfeldes, der Einfluss von Informations- und Kommunikationstechnologien sowie die Anwendung ökonomischer Theorien zur Unternehmenskooperation.
Das primäre Ziel ist es, anwendungsorientierte Instrumente für einen kooperativen Markteintritt in Japan zu entwickeln, die insbesondere auf die Ressourcenrestriktionen mittelständischer Unternehmen Rücksicht nehmen.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Fundierung durch Literaturanalyse (Market Based View, Resourced Based View, Transaktionskostentheorie) und kombiniert diese mit qualitativen Experteninterviews und Fallstudien.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Erklärungsansätze für Kooperationen, die ökonomischen und kulturellen Rahmenbedingungen in Japan sowie die Auswirkungen von IKT-Nutzung auf Transaktionskosten und Wettbewerbspositionen.
Kernbegriffe sind Kooperation, Mittelstand, Japan, IKT, Transaktionskosten, Markteintrittsstrategie, Keiretsu und Wettbewerbsvorteile.
Keiretsu-Strukturen prägen die japanische Wirtschaftslandschaft durch enge gruppenspezifische Verbindungen, die den Markteintritt für ausländische Unternehmen durch hohe Eintrittsbarrieren erschweren können.
Die Fallstudie zeigt, wie ein Zusammenschluss mittelständischer Unternehmen durch strategische Allianzen Ressourcen bündeln und so erfolgreich internationale Märkte bearbeiten und technologische Standards setzen kann.
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