Diplomarbeit, 2007
123 Seiten, Note: 1,0
1 EINLEITUNG
1.1 PROBLEMSTELLUNG UND ZIELSETZUNG DER ARBEIT
1.2 AUFBAU DER ARBEIT
2 GRUNDLAGEN DES NACHWUCHSTRAININGS
2.1 DER LANGFRISTIGE LEISTUNGSAUFBAU
2.2 DAS NACHWUCHSTRAINING IM SCHWIMMEN
2.2.1 Das Grundlagentraining
2.2.2 Das Aufbautraining
2.3 VIELSEITIGKEIT IM NACHWUCHSTRAINING
2.4 KRAFTTRAINING IM NACHWUCHSTRAINING
2.5 ALTERSGEMÄßHEIT IM NACHWUCHSTRAINING
2.6 PERIODISIERUNG IM NACHWUCHSTRAINING
2.7 WETTKAMPF IM NACHWUCHSTRAINING
2.8 INDIVIDUELLE TRAININGSGESTALTUNG IM NACHWUCHSTRAINING
2.9 ZUSAMMENFASSENDE BETRACHTUNG DES NACHWUCHSTRAININGS
3 UNTERSUCHUNGSMETHODE
3.1 GRUNDLAGEN DER QUALITATIVEN SOZIALFORSCHUNG
3.2 DER UNTERSUCHUNGSPLAN
3.2.1 Erhebungsverfahren qualitativer Analysen
3.2.2 Dokumentationsverfahren qualitativer Analysen
3.2.3 Die qualitativen Auswertungsmethoden
3.2.4 Gütekriterien
4 DIE METHODE DER VORLIEGENDEN UNTERSUCHUNG
4.1 DIE SPEZIELLEN FORSCHUNGSFRAGEN
4.2 ERSTELLUNG DES INTERVIEWLEITFADENS
4.3 AUSWAHL DER INTERVIEWPARTNER
4.4 DURCHFÜHRUNG DER INTERVIEWS
4.5 AUSWERTUNG DER INTERVIEWS
4.5.1 Die Transkription der Interviews
4.5.2 Die Paraphrasierung der Interviews
4.5.3 Das Kodieren und der thematische Vergleich der Interviews
4.5.4 Die soziologische Konzeptualisierung
5 AUSWERTUNG UND DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE
5.1 EINLEITUNGSFRAGEN
5.2 DIE VIELSEITIGKEIT
5.2.1 Die Rolle der Vielseitigkeit im Kinder- und Jugendtraining
5.2.2 Der Einsatz anderer Sportarten vor und neben dem Schwimmtraining
5.2.3 Der Einsatz anderer sportlicher Aktivitäten im Nachwuchstraining
5.2.4 Andere sportliche Aktivitäten im Jahresverlauf
5.2.5 Nichtschwimmspezifische Übungen im Wasser
5.2.6 Allgemeine und spezielle Inhalte im Kinder- und Jugendtraining
5.2.7 Differenzierung der Athleten in die unterschiedlichen Disziplinen
5.3 DER LANGFRISTIGE LEISTUNGSAUFBAU
5.3.1 Der langfristige Leistungsaufbau in der Praxis
5.3.2 Praktische Probleme bei der Umsetzung des LLA
5.3.3 Inhaltliche Differenzierung zwischen dem Kinder- und Jugendtraining
5.3.4 Das Training der konditionellen Fähigkeiten im Jahresverlauf
5.4 DAS KRAFTTRAINING
5.4.1 Anteil des Krafttrainings am gesamten Trainingsaufbau
5.4.2 Grundsätze des Krafttrainings im Nachwuchsbereich
5.4.3 Krafttraining im Wasser
5.5 DER WETTKAMPF
5.6 DIE ALTERSGEMÄßHEIT
5.6.1 Die Trainierbarkeit im Altersverlauf
5.6.2 Beachtung der Inhomogenität der Trainingsgruppe
5.7 DIE INDIVIDUELLE TRAININGSGESTALTUNG
5.8 DIE PERIODISIERUNG
6 BEWERTUNG DER STUDIE ANHAND DER GÜTEKRITERIEN
7 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK
Die Arbeit untersucht, inwieweit theoretische Trainingsempfehlungen aus der Fachliteratur im praktischen Nachwuchstraining von Schwimmtrainern in Deutschland umgesetzt werden. Ziel ist es, durch eine qualitative Vorstudie einen Einblick in die angewandten Prinzipien, Inhalte und Methoden von Experten zu gewinnen und mögliche Diskrepanzen zwischen Theorie und Praxis aufzuzeigen.
2.4 Krafttraining im Nachwuchstraining
Krafttraining hat das Ziel, die funktionellen und strukturellen Eigenschaften des Muskels so zu verändern, dass das Kraftniveau gesichert ist, welches für die allgemeinen und sportartspezifischen Bewegungsleistungen nötig ist (Martin et al., 1999, S. 329).
Somit spielt das Krafttraining auch im Bereich des Kinder- und Jugendtrainings eine wichtige Rolle. Aufgrund der engen Beziehung zwischen Kraft, Bewegungsfertigkeiten und den –techniken, ist es unumgänglich schon im Nachwuchstraining mit einem Krafttraining zu beginnen. Ein früher Beginn ist auch notwendig, wenn die individuelle Höchstleistung in den Folgejahren erreicht werden soll. Das Krafttraining dient folglich der Leistungsoptimierung, darüber hinaus jedoch auch der Haltungs- und Verletzungsprophylaxe (Weineck, 2004, S. 376ff). Allerdings ist die Überzeugung, dass Krafttraining auch im Nachwuchstraining einen positiven Effekt hat noch relativ neu. Bis vor einiger Zeit herrschte die Meinung vor, dass Kinder vor der Pubertät vom Krafttraining nicht profitieren. Dass dies nicht der Realität entspricht, ist inzwischen in vielen Studien nachgewiesen worden (Blimkie & Sale, 1998, S. 193ff, Ozmun, Mikesky & Surburg, 1994, S. 510ff). Durch Krafttraining im Kindesalter werden Kraftzuwächse erreicht, welche deutlich über denen des biologischen Zuwachses liegen (Maglischo, 1993, S. 259).
Allerdings gibt es einen wichtigen Unterschied: Während Krafttraining bei Jugendlichen und Erwachsenen zu einem deutlichen Zuwachs des Muskelumfangs führt (Hypertrophie), geschieht dies bei Kindern kaum, was v.a. an dem vergleichsweise niedrigen Testosteronspiegel liegt (Maglischo, 1993, S. 260). Der Kraftzuwachs bei Kindern rührt somit nicht von einer Vergrößerung des Muskelquerschnitts her, sondern von der verbesserten neuromuskulären Aktivation (Bar-Or, 2002, S. 49f), oder in anderen Worten, einer verbesserten intra- und intermuskulären Koordination (Wilke & Madsen, 1993, S. 26). Hier muss noch ergänzt werden, dass die Muskelentwicklung bei Jungen und Mädchen bis ca. zum 13. Lebensjahr ähnlich verläuft. Erst danach kann bei den Jungen eine wesentlich stärkere Zunahme der Muskelmasse verzeichnet werden.
1 EINLEITUNG: Definiert die Forschungsfrage nach der Übereinstimmung von Theorie und Praxis im Schwimm-Nachwuchstraining.
2 GRUNDLAGEN DES NACHWUCHSTRAININGS: Erläutert die theoretischen Konzepte wie LLA, Vielseitigkeit, Krafttraining und Periodisierung auf Basis der aktuellen Fachliteratur.
3 UNTERSUCHUNGSMETHODE: Begründet die Wahl des qualitativen Paradigmas und erläutert die Grundlagen der Experteninterviews sowie der Auswertungsstrategie.
4 DIE METHODE DER VORLIEGENDEN UNTERSUCHUNG: Beschreibt das konkrete Untersuchungsdesign, die Expertenauswahl und die Durchführung der leitfadengestützten Interviews.
5 AUSWERTUNG UND DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE: Analysiert die Aussagen der Trainer zu den verschiedenen Themenkomplexen und gleicht diese mit den theoretischen Empfehlungen ab.
6 BEWERTUNG DER STUDIE ANHAND DER GÜTEKRITERIEN: Überprüft die wissenschaftliche Qualität der eigenen Untersuchung anhand von Kriterien wie Verfahrensdokumentation und kommunikativer Validierung.
7 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Fasst die Kernergebnisse zusammen und gibt Empfehlungen für weiterführende, interdisziplinäre Forschungsansätze.
Nachwuchstraining, Sportschwimmen, langfristiger Leistungsaufbau, Trainingslehre, qualitative Sozialforschung, Experteninterview, Vielseitigkeit, Krafttraining, Periodisierung, Wettkampfsystem, Altersgemäßheit, Trainerausbildung, individuelle Trainingsgestaltung, Leistungsentwicklung, Talentsuche.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Diskrepanz zwischen theoretischen Trainingsempfehlungen der Sportwissenschaft und der tatsächlichen Umsetzung in der Praxis des Nachwuchsschwimmens in Deutschland.
Die Arbeit behandelt schwerpunktmäßig den langfristigen Leistungsaufbau (LLA), das Prinzip der Vielseitigkeit, altersgemäßes Krafttraining, Periodisierung sowie die Wettkampfgestaltung im Schwimmsport.
Das primäre Ziel ist es, durch Experteninterviews mit erfolgreichen Schwimmtrainern ein valides Bild über die Anwendung der Trainingslehre in der Realität zu erhalten und Potenziale für die Nachwuchsarbeit zu identifizieren.
Es wurde eine qualitative Forschungsstrategie gewählt, speziell leitfadengestützte Experteninterviews nach dem Modell von Meuser und Nagel, um explorative Einblicke in die Trainingspraxis zu gewinnen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Literaturrecherche zu den Grundlagen des Nachwuchstrainings sowie einen empirischen Teil, in dem die Erfahrungen und Arbeitsweisen von vier hauptamtlichen A-Lizenz-Trainern ausgewertet werden.
Zentrale Begriffe sind Nachwuchstraining, langfristiger Leistungsaufbau, Vielseitigkeit, Krafttraining, Experteninterview und qualitative Sozialforschung.
Alle befragten Experten bestätigen die hohe Bedeutung der Vielseitigkeit, setzen diese durch ergänzende Sportarten oder unterschiedliche Schwimmstile um, betonen aber, dass die praktische Umsetzung durch zeitliche Begrenzungen und den Fokus auf den Schwimmsport limitiert ist.
Die Trainer bevorzugen überwiegend Übungen mit dem eigenen Körpergewicht und betonen die Notwendigkeit, Maximalkrafttraining zu vermeiden, um Verletzungen und Wachstumsstörungen bei den jungen Athleten auszuschließen.
Die Trainer sehen den LLA als essenziell an, kritisieren jedoch die oft kurzen Entscheidungsintervalle in der Talentförderung und betonen, dass eine individuelle Anpassung an die biologische Entwicklung der Kinder oft durch den äußeren Druck auf kurzfristige Erfolge konterkariert wird.
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