Magisterarbeit, 2009
88 Seiten, Note: 1,8
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
2. Grundlagen der Sozialpsychologie
2.1 Entstehung, Wirkung und Behandlung von Konflikten
2.1.1 Konfliktbegriff
2.1.2 Konfliktentstehung und Konfliktursachen
2.1.3 Konfliktarten
2.1.4 Auswirkungen des Konflikts
2.1.5 Konflikthandhabung
2.1.6 Modelle der Konfliktlösung
2.2 Interaktion und Kommunikation
2.2.1 Bedeutung von sozialer Interaktion und Kommunikation
2.2.2 Psychologische Grundlagen der Kommunikation
2.2.3 Entstehung und Ablauf der Kommunikation
2.2.4 Fehlerquellen der Kommunikation
2.3 Der Konflikt und die Gruppe
2.3.1 Rollen- und Machtstruktur
2.3.2 Gruppendynamik und Konfliktentstehung
3. Grundlagen der Mediation
3.1 Geschichte der Mediation
3.2 Ziele der Mediation
3.3 Anwendungsfelder der Mediation
3.4 Rolle des Mediators
3.5 Kommunikation in der Mediation
3.6 Planung und Ablauf der Mediation
3.7 Das Harvard-Konzept
4. Innerbehördliche Mediation in der Polizei
4.1 Gründe für die Entwicklung eines innerbehördlichen Konfliktmanagementsystems der Polizei
4.2 Konflikthandhabung, Gesprächsführung und Interventionsstrategien innerhalb der Polizei
4.3 Erwartungen an Mediation
4.4 Aus- und Fortbildung der Mediatoren
4.5 Individuelle und strukturelle Voraussetzungen mediativen Konfliktmanagements
4.6 Grenzen und Konsequenzen innerbehördlicher Mediation
5. Zur Durchführung der eigenen Befragung
5.1 Ziel der Befragung
5.2 Gewählte Methodik
5.3 Ergebnisse der Befragung
5.3.1 Kenntnisse über Mediation und Qualifikation zur Durchführung der Mediation
5.3.2 Eignung und wesentliche Voraussetzungen für eine nachhaltige Konfliktlösung
5.3.3 Einschätzung der Akzeptanz, bei einem Konflikt Hilfe in Anspruch zu nehmen
5.3.4 Erfahrungen mit Mediation
5.3.5 Negative Auswirkungen ungelöster Konflikte
5.3.6 Kriterien die ein Mediator erfüllen muss für die Eignung als Konfliktvermittler
6. Eignung der Mediation als Konfliktlösungsstrategie bei der Polizei
7. Zusammenfassung und Ergebnis
Diese Arbeit untersucht die Einsatzmöglichkeiten und die Eignung der Mediation als Verfahren zur Konfliktlösung innerhalb der Polizeiorganisation, um die teils ineffiziente und belastende Handhabung organisationsinterner Konflikte zu verbessern.
2.1.1 Konfliktbegriff
In seinem Handbuch zur Diagnose und Behandlung von Konflikten bietet Friedrich Glasl (2008) eine kommentierte Auswahl wissenschaftlicher Definitionen von sozialen Konflikten an. So ist nach Berlew (1977) „ein Konflikt gegeben, wenn man untereinander eine Uneinigkeit hat“. Eine weitere Umschreibung des Konfliktbegriffs und keine wirkliche Analyse oder Definition stammt von Dahrendorf (1961). Demnach soll der Konfliktbegriff zunächst jede Beziehung von Elementen bezeichnen, die sich durch objektive (latente) oder subjektive (manifeste) Gegensätzlichkeit auszeichnet; die Kriterien für diese Gegensätzlichkeit bleiben ungeklärt.
Nach Rosenstiel (1980) liegt ein interindividueller, so genannter sozialer Konflikt dann vor, wenn zwischen Konfliktparteien, die jeweils aus zumindest einer Person bestehen, unvereinbare Handlungstendenzen beobachtet werden. Seine eigene Definition sieht Glasl als den Versuch einer umfassenden Synthese: Demnach ist ein sozialer Konflikt eine Interaktion zwischen Aktoren, wobei wenigstens ein Aktor Unvereinbarkeiten im Denken, Vorstellen, Wahrnehmen und/oder Fühlen und/oder Wollen mit dem anderen Aktor in der Art erlebt, dass im Realisieren eine Beeinträchtigung durch einen anderen Aktor erfolgt (Glasl, 1990). Nach Glasl beruht ein Konflikt also auf Unvereinbarkeiten, die wenigstens von einer Seite so empfunden werden müssen. Zu dieser Unvereinbarkeit muss aber noch ein entsprechendes Interaktionshandeln einer Seite hinzutreten, dass von der anderen Seite als eine Beeinträchtigung eigener Ziele, Interessen, Gefühle oder Vorstellungen empfunden wird.
1. Einleitung: Darstellung der Problemstellung hinsichtlich organisationsinterner Konflikte bei der Polizei und Festlegung der Forschungsfragen.
2. Grundlagen der Sozialpsychologie: Erläuterung der Entstehung, Wirkung und Handhabung von Konflikten sowie psychologischer Grundlagen der Kommunikation und Gruppendynamik.
3. Grundlagen der Mediation: Überblick über Geschichte, Ziele, Anwendungsfelder sowie die Rolle des Mediators und das Harvard-Konzept.
4. Innerbehördliche Mediation in der Polizei: Untersuchung der spezifischen Erfordernisse, Erwartungen und Rahmenbedingungen für Mediation innerhalb der Polizeiorganisation.
5. Zur Durchführung der eigenen Befragung: Methodische Darlegung und Auswertung einer Befragung von Konfliktberatern zur Praxis der Mediation.
6. Eignung der Mediation als Konfliktlösungsstrategie bei der Polizei: Diskussion und Bewertung der Mediationsstrategie basierend auf Befragungsergebnissen.
7. Zusammenfassung und Ergebnis: Abschließende Betrachtung der Erkenntnisse über die Eignung der Mediation als Alternative zur Konfliktbewältigung.
Mediation, Konfliktmanagement, Polizei, Konfliktlösung, Sozialpsychologie, Kommunikation, Gruppenprozesse, Organisationsentwicklung, Konfliktberatung, Harvard-Konzept, Konflikthandhabung, Führung, Mitarbeiterzufriedenheit, interpersonelle Konflikte, Konfliktprävention.
Die Magisterarbeit untersucht das Potenzial und die praktische Eignung der Mediation als Verfahren zur Lösung organisationsinterner Konflikte innerhalb der Polizei.
Die Themenfelder umfassen sozialpsychologische Grundlagen (Konflikte, Kommunikation, Gruppendynamik), die theoretischen Ansätze der Mediation, die Anwendung in der Polizei sowie eine empirische Befragung von Konfliktberatern.
Das Ziel ist herauszufinden, ob Mediation ein geeignetes und akzeptiertes Instrument zur Bewältigung von Konflikten bei der Polizei darstellt, um die Leistungsfähigkeit und das Arbeitsklima zu fördern.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer formalisierten empirischen Befragung von zehn hauptamtlichen Konfliktberatern des LAFP in Münster.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Konflikten und Mediation sowie die detaillierte Darstellung und Diskussion der eigenen Befragungsergebnisse.
Zu den zentralen Begriffen zählen Mediation, polizeiliches Konfliktmanagement, organisationsinterne Konflikte, Kommunikation und soziale Interaktion.
Aufgrund der hierarchischen Struktur und des hohen physischen sowie psychischen Belastungsprofils können ungelöste Konflikte zu Leistungsverlusten, Burn-out oder Abwanderung führen.
Die Mehrheit der befragten Berater stuft die Mediation als positiv und geeignet ein, sieht jedoch die Notwendigkeit, Akzeptanz und Wissen darüber in den Dienststellen weiter zu verbreiten.
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