Wissenschaftliche Studie, 2009
30 Seiten
Einführung
Historische Ansätze und Fortentwicklung
Überblick zu Ansätzen der Messung und Bewertung
Fallstudien
Fallstudie I
Fallstudie II
Fallstudie III
Fallstudie IV
Kompendium empirischer Studien
Fazit
Anhang
Humankapital – das Unwort des Jahrs 2004
Generelle Stellungnahme zum Unwort des Jahres »Humankapital“
Diese Arbeit untersucht kritisch die Möglichkeiten und Grenzen der Messung und ökonomischen Bewertung von Humankapital im Kontext staatlichen Arbeitsschutzhandelns, um zu prüfen, ob Investitionen in Arbeits- und Gesundheitsschutz (AuG) direkt mit wirtschaftlichem Erfolg verknüpft werden können.
Fallstudie I
Untersucht wurden im Zeitraum 2001 bis 2003 n=704 Unternehmen verschiedener Branchen durch eine Rating-Agentur.
Anhand einer Datenanalyse wurde untersucht, ob Zusammenhänge zwischen humanressourcenbezogenen Nachhaltigkeitskriterien (insb. Mitbestimmung, Arbeitsplatzsicherheit, Entlohnung, Arbeits- und Gesundheitsschutz, Gleichstellung) und Finanzkennzahlen bestehen.
Im Vergleich der Best-In-Class-Unternehmen (bezogen auf HR-Maßnahmen) mit anderen Unternehmen sind deren Finanzkennzahlen im Mittel nicht signifikant besser. Besser schneiden diese Unternehmen nur beim EPS ab.
Korrellationen zwischen Finanzkennzahlen und Rating sind nur mit einer sehr geringen Effektstärke vorhanden, so dass die praktische Relevanz anzuzweifeln ist.
Einführung: Der Autor erläutert den Bedarf an neuen Instrumenten zur Darstellung betriebswirtschaftlicher Vorteile des Arbeitsschutzes und kritisiert bestehende, zu kurz gegriffene Kostenrechnungsansätze.
Historische Ansätze und Fortentwicklung: Es wird die Entwicklung der Humanvermögensrechnung seit den 60er Jahren skizziert und die ethische Problematik einer rein kostenorientierten Sichtweise auf den Menschen thematisiert.
Überblick zu Ansätzen der Messung und Bewertung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über verschiedene betriebswirtschaftliche Messmethoden und konstatiert, dass diese der Komplexität des Menschen bisher kaum gerecht werden.
Fallstudien: In diesem Teil werden vier empirische Fallstudien präsentiert, die die Praktikabilität unterschiedlicher HR-Messansätze bei verschiedenen Unternehmen beleuchten.
Kompendium empirischer Studien: Der Autor wertet 28 internationale Studien aus und stellt fest, dass keine Indikatoren existieren, die den kausalen Zusammenhang zwischen HR-Investitionen und Unternehmenserfolg zweifelsfrei belegen.
Fazit: Die Studie kommt zu dem Schluss, dass bisher keine Methode existiert, um Investitionen in Humankapital direkt als wirtschaftlichen Erfolg zu belegen, und warnt vor einer einseitigen Ökonomisierung.
Anhang: Dieser Bereich dokumentiert die Debatte um die Wahl des Begriffs „Humankapital“ zum Unwort des Jahres 2004 und unterstreicht die kritische Haltung des Autors zur Ökonomisierung von Lebensbereichen.
Humankapital, Humanressourcen, Arbeitsschutz, AuG, Arbeits- und Gesundheitsschutz, Humanvermögensrechnung, Unternehmensperformance, ROI, Balanced Scorecard, Messung, Bewertung, HR-Maßnahmen, Ökonomisierung, Arbeitsschutz-Controlling, Produktivität
Die Arbeit diskutiert, ob und wie der wirtschaftliche Wert von Humanressourcen gemessen werden kann und inwiefern sich Investitionen in den Arbeits- und Gesundheitsschutz als messbarer Unternehmenserfolg darstellen lassen.
Zentrale Themen sind die Humankapitalmessung, die Evaluation von HR-Maßnahmen, das Arbeitsschutz-Controlling sowie die kritische Auseinandersetzung mit der Ökonomisierung sozialer Aspekte.
Das Ziel ist die Prüfung, ob für den staatlichen Arbeits- und Gesundheitsschutz Argumente aus der Unternehmensführung (Return on Investment) abgeleitet werden können, um Investitionen in AuG-Maßnahmen zu rechtfertigen.
Es handelt sich um eine deskriptive und kritische Analyse bestehender Forschungsberichte, Studien und eigener Fallstudien, deren Ergebnisse diskutiert und auf ihre Praktikabilität hin bewertet werden.
Der Hauptteil umfasst einen historischen Abriss, einen Überblick über Messverfahren, vier spezifische Fallstudien und eine Zusammenstellung internationaler empirischer Studien zum Thema.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Humankapital, Humanressourcen, Arbeits- und Gesundheitsschutz, Messung, Bewertung und Unternehmensperformance kennzeichnen.
Der Autor bemängelt, dass bisher kein Modell die kausale Verbindung zwischen HR-Investitionen und tatsächlichem wirtschaftlichem Erfolg (z.B. Gewinn oder ROI) zweifelsfrei nachweisen konnte.
Sie dient dazu, die Problematik der degradierten Sichtweise auf den Menschen als reinen Kostenfaktor zu verdeutlichen und warnt vor einer einseitigen Ökonomisierung der Personalwirtschaft.
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