Bachelorarbeit, 2022
62 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Einführung in die theoretischen Grundlagen
2.1 Allgemeine Definition der politischen Kultur
2.2 Definition der strategischen Kultur
2.3 Charakteristika einer Hegemonialmacht
3. Russlands politisches Selbstverständnis
3.1 Das dritte Rom
3.2 Politische Kultur in der Sowjetunion
3.3 Strategische Kultur Russlands seit Jelzin
3.4 Russlands Bündnissysteme
4. Das russische Verhältnis zum Westen
4.1 Die NATO und die Osterweiterung
4.2 Das Verhältnis zwischen Russland und der EU
4.3 Die Shanghai Kooperation
5. Die symbolische und strategische Bedeutung der Ukraine für Russland
5.1 Die historische Bedeutung der Rus für Russland
5.2 Die Krim-Frage
5.3 Der Krieg in der Ukraine
6. Fazit und Ausblick: Ist der Kalte Krieg jemals vorbei gewesen?
Die Arbeit untersucht den Ursprung des russischen Bedrohungsgefühls gegenüber dem Westen und analysiert, wie das historische Selbstverständnis, strategische Bündnissysteme und die persönliche Agenda Wladimir Putins den Angriffskrieg gegen die Ukraine beeinflussen.
3.1 Das dritte Rom
Das dritte Rom ist eine Theorie, die ihren Ursprung bereits im Jahr 988 hat, als das Christentum mit griechischer Prägung im Reich der Kiewer Rus Einzug hielt durch den damaligen Großfürsten Vladimir. Wer genau die Kiewer Rus waren wird im Kapitel 5.1 dieser Arbeit genauer betrachtet. Vladimir hatte nicht nur das Ziel der Christianisierung, sondern auch politische Ziele. Er wollte unbedingt eine Verbindung zum byzantinischen Kaiserhaus schaffen, damit er zusammen mit Kaiser Basileios II. die Bulgaren besiegen konnte. Nachdem er Hilfstruppen zur Unterstützung nach Byzanz geschickt hatte, durfte er im Gegenzug die Schwester des Kaisers heiraten und dadurch hatte Vladimir sein politisches Ziel erreicht. Allerdings konnte zu dieser Zeit noch keine Rede von einem imperialen Anspruch in der russischen Bevölkerung sein, wie es später im 16. Jahrhundert durch die Theorie des dritten Roms der Fall war.
Um zu verstehen welche Bedeutung Byzanz zu dieser Zeit hatte, muss zunächst einmal geklärt werden, was das erste und vor allem das zweite Rom war.
1. Einleitung: Beleuchtet das gegenseitige Misstrauen zwischen dem Westen und Moskau seit dem Kalten Krieg und stellt die Forschungsfrage zur historischen Herkunft des russischen Bedrohungsgefühls.
2. Einführung in die theoretischen Grundlagen: Definiert die zentralen Konzepte der politischen sowie strategischen Kultur und analysiert die Merkmale einer Hegemonialmacht.
3. Russlands politisches Selbstverständnis: Untersucht die historischen Wurzeln vom "dritten Rom", die Sowjetära und Putins strategische Kultur, die durch KGB-Erfahrungen geprägt ist.
4. Das russische Verhältnis zum Westen: Arbeitet die Entfremdung Russlands von NATO und EU auf und bewertet die Hinwendung zu alternativen Bündnissen wie der Shanghai Kooperation.
5. Die symbolische und strategische Bedeutung der Ukraine für Russland: Analysiert die historische Dimension der Rus für Putins Legitimität und die strategische Bedeutung der Krim und des Ukraine-Krieges.
6. Fazit und Ausblick: Ist der Kalte Krieg jemals vorbei gewesen?: Bündelt die Erkenntnisse und diskutiert, ob der aktuelle Konflikt eine direkte Fortsetzung der Konfrontationen des letzten Jahrhunderts darstellt.
Russland, Ukraine-Krieg, Politische Kultur, Strategische Kultur, Hegemonialmacht, Drittes Rom, NATO-Osterweiterung, KGB, Revanchegedanke, Sowjetunion, Internationale Beziehungen, Neorealismus, Geopolitik, Bündnissysteme, Identitätspolitik.
Die Bachelorarbeit analysiert das russische Bedrohungsgefühl gegenüber dem Westen und untersucht, wie historische Identitätskonstrukte sowie die strategische Kultur unter Wladimir Putin zur Eskalation des Ukraine-Krieges beigetragen haben.
Die Arbeit behandelt die politische und strategische Kultur Russlands, das Verhältnis zu westlichen Institutionen wie NATO und EU, die Rolle historischer Mythen sowie die Ausrichtung auf neue Bündnisse wie die Shanghai Kooperation.
Das Ziel ist es, den Ursprung des russischen Feindbildes gegenüber dem Westen aufzuzeigen und zu klären, inwiefern der aktuelle Angriffskrieg als Versuch der Wiederherstellung imperialer Größe zu deuten ist.
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Arbeit, die auf einer theoretischen Analyse von Begriffen wie politischer Kultur, strategischer Kultur und Hegemonie basiert, welche mit historischen Ereignissen und aktuellen geopolitischen Entwicklungen verknüpft werden.
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Fundierung, die Analyse des russischen Selbstverständnisses von der Epoche der Rus bis zur Gegenwart, die Aufarbeitung der Beziehungen zum Westen sowie eine Untersuchung der symbolischen Bedeutung der Ukraine.
Die Arbeit ist gekennzeichnet durch Begriffe wie Revanchegedanke, KGB-Mentalität, Hegemonialmacht, NATO-Osterweiterung und das Konzept des "Dritten Roms".
Der Autor argumentiert, dass eine "KGB-Generation" unter Putin die russische strategische Kultur maßgeblich prägt, indem sie internationale Netzwerke nutzt, um den Westen strategisch zu destabilisieren und das sowjetische Erbe zu wahren.
Russlands "rote Linie" wird als Ausdruck eines tief sitzenden Konkurrenzdenkens und Sicherheitsbedürfnisses interpretiert, wobei der Autor feststellt, dass diese Linie erst dort beginnt, wo die Stärke und Entschlossenheit des Gegners wirkt.
Das Konzept dient laut Autor als politisch-religiöse Ideologie, die von Putin und der Russisch-Orthodoxen Kirche instrumentalisiert wird, um den Anspruch auf eine Führungsrolle und eine imperiale Identität Russlands historisch zu rechtfertigen.
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