Magisterarbeit, 2003
101 Seiten, Note: 2,0
1. Medientheorien
1.1 Ursprünge der Medientheorien
1.2 Anfänge der Mediensoziologie in Deutschland
1.2.1 Max Webers „Vorbericht“
1.2.2 Weitere Perspektiven
1.3 Systemtheorie
1.3.1 Kommunikation als soziales System
1.3.2 Selbstreferenz vs. Fremdreferenz
1.3.3 Äquivalenz-funktionalistische Systemtheorie
1.4 Konstruktivismus
1.5 Handlungstheorie
1.6 Agenda-Setting-Theorie
2. Journalistisches Handeln
2.1 Selektion, Verarbeitung, Interpretation
2.2 Schwerpunkt Selektion
3. Lokaljournalismus
3.1 Vermeintliche Banalität des Lokalen
3.2 Lokalpresse als Gegenstand der Wissenschaft
3.2.1 Forschungsrichtungen
3.2.2 Funktionen des Lokalteils
3.3 Die Lokalredaktion
3.4 Lokale Themenlage
3.4.1 Von Kommunalpolitik bis „human interest“
3.4.2 Leserpräferenzen
3.5 Historischer Abriss der Untersuchungsobjekte
III. Inhaltsanalyse
1. Forschungsinteresse
1.1 Zielsetzung
1.2 Hypothesen
2. Theoretische Grundlage
2.1 Untersuchungszeitraum
2.2 Analyseeinheiten
2.3 Kategorien
2.4 Pretest
2.5 Reliabilitätstest
3. Ergebnisse
3.1 Formale Merkmale
3.1.1 Darstellungsformen
3.2 Inhaltliche Merkmale
3.2.1 Themengebiete
3.2.2 Handlungsträger
3.2.3 Objektivität
3.2.4 Interpretation
3.3 Nachrichtenfaktoren
3.3.1 Dauer
3.3.2 Relevanz
3.3.3 Überraschung
3.3.4 Struktur
3.3.5 Personalisierung
3.3.6 Prominenz
3.3.7 Interpretation
Diese Magisterarbeit untersucht die Konstruktion medialer Realität in der Kölner Lokalpresse, indem sie formale und inhaltliche Merkmale von vier verschiedenen Zeitungen vergleicht und den Einfluss ausgewählter Nachrichtenfaktoren analysiert.
1.2.1 Max Webers ‚Vorbericht’
Dass das Thema Massenmedien über weite Strecken von der Soziologie nahezu ausgeklammert wurde, ist umso verwunderlicher, da bereits im Jahre 1910 anlässlich des 1. Deutschen Soziologentages von bedeutender Seite auf die drängende Relevanz des Gebiets hingewiesen wurde. Max Weber beschäftigte sich im Vorfeld des vom 19. bis zum 22. Oktober in Frankfurt/Main stattfindenden Expertentreffens immer wieder mit einer von ihm geplanten Presse-Enquete. Gemeinsam mit den neben ihm anderen Vorstandsmitgliedern der Deutschen Gesellschaft für Soziologie – unter ihnen Ferdinand Tönnies, Georg Simmel und Werner Sombart – beabsichtigte Weber eine Erhebung über die Soziologie des Zeitungswesens.
Weber bemühte sich, namhafte Vertreter der deutschen Zeitungsgilde für den geplanten Arbeitsausschuss, welcher während des Soziologentages konstituiert werden sollte, zu gewinnen. Außerdem kann man den Briefwechseln Webers aus dieser Zeit entnehmen, dass er auch intensiv um finanzielle Unterstützung warb – in erster Linie bei der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Die Akademie zeigte sich prinzipiell durchaus auch zahlungswillig. In einem Schreiben an Franz Eulenburg vom 12 Oktober, deutet Weber aber die schwerwiegenden Probleme an, mit denen er sich auseinander zu setzen hatte.
1. Medientheorien: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Massenkommunikation, von der kritischen Medientheorie über Systemtheorie bis hin zum Konstruktivismus und Agenda-Setting.
2. Journalistisches Handeln: Hier werden die Prozesse der Nachrichtenselektion, Verarbeitung und Interpretation innerhalb von Redaktionen auf Basis soziologischer Modelle analysiert.
3. Lokaljournalismus: Dieses Kapitel widmet sich der spezifischen Rolle des Lokaljournalismus, seinen Funktionen, der Themenlage und den Arbeitsweisen der Lokalredaktion.
III. Inhaltsanalyse: Der empirische Teil der Arbeit präsentiert Forschungsinteresse, Methodik, Datenbasis und die Ergebnisse der Untersuchung der vier Kölner Zeitungen.
Lokaljournalismus, Realitätskonstruktion, Nachrichtenfaktoren, Themenselektion, Kölner Lokalpresse, Systemtheorie, Mediensoziologie, Journalistische Standards, Gatekeeper-Forschung, Mediale Wirklichkeit, Lokalredaktion, Inhaltsanalyse, Boulevardmedien, Qualitätsmedien.
Die Arbeit analysiert, wie Kölner Lokalzeitungen lokale Realität konstruieren und welche Faktoren ihre Nachrichtenselektion beeinflussen.
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf Medientheorien, dem Handeln von Journalisten, den Besonderheiten des Lokaljournalismus und der Inhaltsanalyse von vier spezifischen Kölner Zeitungen.
Das Ziel ist es, Unterschiede in der Themenselektion zwischen Qualitätsmedien und Boulevardmedien innerhalb der Kölner Lokalpresse aufzudecken und zu erklären.
Die Arbeit nutzt eine quantitative Inhaltsanalyse von Zeitungsbeiträgen sowie eine ergänzende qualitative Expertenbefragung der Lokalredaktionsleiter.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Medien- und Lokaljournalismusforschung sowie eine detaillierte Inhaltsanalyse formaler und inhaltlicher Merkmale der untersuchten Zeitungen.
Zentrale Begriffe sind Lokaljournalismus, Nachrichtenfaktoren, Themenselektion, Realitätskonstruktion, gate-keeping und Mediensoziologie.
Der Monat wurde gewählt, da er als repräsentativ und relativ „normal“ in der Nachrichtenlage gilt, ohne durch Urlaubszeiten oder Großereignisse außerhalb der Kölner Region verzerrt zu sein.
Die Hypothese 2 untersucht, inwieweit Vertreter der kommunalen Elite, wie Politiker und Wirtschaftsvertreter, die Nachrichtenagenda der Lokalzeitungen maßgeblich bestimmen.
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