Examensarbeit, 2008
116 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1 Theoretische Einführung
1.1 Begriffsklärung
1.2 Ursachen von sozialen Bewegungen
1.2.1 Gesellschaftliche Ursachen
1.2.2 Kollektives Handeln und individuelle Teilnahmemotivation
1.3 Typisierung sozialer Bewegungen
2 Betrachtung ausgewählter Bewegungen
2.1 Montagsdemonstration in der Deutschen Demokratischen Republik
2.1.1 Historische Ursachenbetrachtung
2.1.2 Einordnung in die Theorie
2.1.3 Darstellung der Vergleichserhebung von Mühler/Wilsdorf 1989
2.1.3.1 Das Instrument
2.1.3.2 Auswertung der Fragebögen
2.2 Aktuelle Montagsdemonstrationen
2.2.1 Historische Ursachenbetrachtung
2.2.2 Einordnung in die Theorie
2.2.3 Darstellung der Vergleichserhebung Rucht/Yang von 2004
2.3 Vergleichende Betrachtung der beiden Montagsdemonstrationsbewegungen
3 Darstellung der Befragung
3.1 Ziel der Untersuchung
3.2 Nachweis der gewählten Methode
3.3 Aufbau des Fragebogens
3.4 Pretest
3.5 Durchführung der Befragung
3.6 Auswertungsmethode
4 Ergebnisse der Befragung
4.1 Statistische Ergebnisse
4.1.1 Alter
4.1.2 Geschlechtsverteilung
4.1.3 Bildungsniveau
4.1.4 Verortung
4.1.5 Beschäftigungsstatus
4.1.6 Montagsdemonstration 1989
4.1.7 Themen der Montagsdemonstration 1989
4.1.8 Politische Aktivität 1989
4.1.9 DDR zurück
4.1.10 Teilnahme an den aktuellen Montagsdemonstrationen
4.1.11 Forderungen der aktuellen Montagsdemonstration
4.1.12 Individuelle Einstellungen
4.1.13 Politische Einstellungen
4.2 Hypothesenüberprüfung
4.3 Zusammenfassende Auswertung
4.4 Fehleranalyse
5 Schlussbetrachtung
10 Statistische Tabellen zu der Auswertung unter 4. Statistische Ergebnisse
10.1 Alter
10.2 Geschlechtsverteilung
10.3 Bildungsniveau
10.4 Verortung
10.5 Beschäftigungsstatus
10.6 Montagsdemonstration 1989
10.7 Themen der Montagsdemonstration 1989
10.8 Politische Aktivität 1989
10.9 DDR zurück
10.10 Teilnahme an den aktuellen Montagsdemonstrationen
10.11 Forderungen der aktuellen Montagsdemonstration
10.12 Individuelle Einstellungen
10.13 Politische Einstellungen
11. Hypothesenüberprüfung
11.1 Nicht ausgewertete Fragen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die aktuelle Montagsdemonstrationsbewegung soziologisch einzuordnen und mit den historischen Montagsdemonstrationen von 1989 sowie früheren Protesten zu vergleichen. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, welche Motive, Einstellungen und Organisationsstrukturen die heutigen Teilnehmer prägen und inwieweit diese von den historischen Vorbildern abweichen oder ihnen ähneln.
1.1 Begriffsklärung
Die Begriffsklärung von „neuen sozialen Bewegungen“ ist nicht so schnell abgeschlossen, wie bei der Darstellung einer Definition angenommen werden könnte. Die Schwierigkeit besteht darin, dass der Begriff „soziale Bewegung“ von mindestens drei geisteswissenschaftlichen Fachdisziplinen gebraucht wird. Diese sind die Geschichtswissenschaft, die Politologie und die Soziologie (Wilkinson, 1974, 9ff). Selbst innerhalb einzelner Disziplinen gibt es keinen Konsens zur Nutzung des Wortes (Wilkinson, 1974, 18). Ganz allgemein kann gesagt werden, dass der Begriff „Bewegung“ einen anhaltenden Wandel darstellt, in den er mündet (Raschke, 1988, 117). Durch das Hinzufügen des Adjektivs „soziale“ wird ausgedrückt, dass gesellschaftliche Kräfte eingreifen, wo sie ihre Bedürfnisse und Interessen blockiert sehen (Raschke, 1988, 11).
Die Historiker nutzen den Begriff zum einen für „kollektive Handlungstendenzen“ (Raschke, 1988, 76), da er den Beiklang von Dynamik, Stärke und Kraft assoziiert und zum anderen im Zusammenhang mit der Idee der politischen Demokratie (Wilkinson, 1974, 9). So stellt Wilkinson fest, dass der Begriff „Bewegung“ eine gewisse Autonomie impliziert, die den Anschein erweckt, eine aus sich selbst hervorgegangene und unabhängige Tätigkeit zu sein. Des Weiteren schließt er Kontrolle und Führerschaft, einen Organisationsmechanismus und disziplinierte Gefolgschaft, anstelle einer ungebändigten, anschwellenden Menge ein. Dabei haftet ihm der Beiklang von Würde, Rang und Selbstsicherheit an (Wilkinson, 1974, 10). Für den Soziologen Rucht ist der Begriff hauptsächlich positiv besetzt, da er meist mit Massenhaftigkeit, Kraft und Dynamik assoziiert wird (Rucht, 1994, 76).
Die Politologen hingegen verwenden den Begriff „soziale Bewegung“ in einer Weise, die sich kaum gegen Wörter wie Organisation, Assoziation, Gruppe oder Union abhebt (Wilkinson, 1974, 13). Sie neigen dazu die „soziale Bewegung“ von ihrer historisch einflussreichen Wirkung her zu sehen (Raschke, 1988, 76). Dabei schwingt mit dem Bewegungsbegriff schon fast der historische Wandel mit. Somit wird aus der Sicht der Politologen der soziale Wandel als Ursache und Funktion der „sozialen Bewegung“ betrachtet (Raschke, 1988, 18).
1 Theoretische Einführung: Dieses Kapitel definiert soziale Bewegungen aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven und erarbeitet eine Arbeitsgrundlage für die weitere Untersuchung.
2 Betrachtung ausgewählter Bewegungen: Hier werden die historischen Montagsdemonstrationen von 1989 den aktuellen Protesten gegenübergestellt und in den historischen sowie theoretischen Kontext eingeordnet.
3 Darstellung der Befragung: Dieses Kapitel erläutert das Ziel der empirischen Untersuchung, die methodische Vorgehensweise bei der Befragung der Demonstranten und den Aufbau des Fragebogens.
4 Ergebnisse der Befragung: Die statistischen Daten der Befragung werden ausgewertet, die aufgestellten Hypothesen überprüft und Fehlerquellen kritisch analysiert.
5 Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse über den Wandel und die Kontinuitäten der Demonstrationsbewegungen sowie ein Ausblick auf weitere Forschungsmöglichkeiten.
Soziale Bewegungen, Montagsdemonstrationen, Agenda 2010, Hartz IV, kollektives Handeln, Protestforschung, politische Einstellung, DDR, friedliche Revolution, Partizipation, gesellschaftlicher Wandel, Empirie, Arbeitslosigkeit, politische Entfremdung, Demonstration.
Die Arbeit untersucht soziale Bewegungen in Deutschland, mit einem spezifischen Fokus auf den Vergleich zwischen den Montagsdemonstrationen des Jahres 1989 in der DDR und den aktuellen Montagsdemonstrationen gegen die Agenda 2010.
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung sozialer Bewegungen, die historische Genese der untersuchten Proteste sowie eine empirische Bestandsaufnahme der heutigen Teilnehmer hinsichtlich ihrer Demografie, Motivation und politischen Einstellung.
Das Hauptziel ist es, die Beweggründe und Strukturen der heutigen Montagsdemonstranten zu verstehen und diese in den Kontext bisheriger Erkenntnisse zur sozialen Protestkultur in Deutschland zu setzen.
Der Autor nutzt eine schriftliche, vollstandardisierte Befragung der Teilnehmer aktueller Montagsdemonstrationen, die durch statistische Auswertungen (Graphen, Kreuztabellen) und eine Literaturanalyse ergänzt wird.
Im Hauptteil erfolgen die theoretische Einordnung, der Vergleich der historischen mit den aktuellen Demonstrationen sowie die detaillierte Darstellung und Auswertung der eigenen empirischen Erhebung.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie soziale Bewegungen, Agenda 2010, Hartz IV, kollektives Handeln, Partizipation und politischer Wandel geprägt.
Der Autor zeigt auf, dass Empörung und Wut über politische Entscheidungen, insbesondere die Hartz-IV-Gesetzgebung, eine zentrale Antriebskraft für die aktive Teilnahme an den Demonstrationen darstellen.
Rentner stellen eine signifikante Teilnehmergruppe dar, was der Autor auf eine fehlende Interessenvertretung (Lobby) und die Sorge vor Altersarmut zurückführt.
Während 1989 ein ganzes System verändert werden sollte, richten sich die heutigen Proteste primär gegen spezifische Sozialreformen. Zudem unterscheiden sich die Teilnehmerstruktur und der Grad der medialen Aufmerksamkeit grundlegend.
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