Bachelorarbeit, 2023
37 Seiten, Note: 1,3
1. EINLEITUNG
2. ÖKONOMISCHE KOSTEN DES KLIMAWANDELS
3. AUSWIRKUNGEN FÜR DIE KLASSISCHE GELDPOLITIK DER EZB
3.1 FINANZSTABILITÄT
4. AKTIVE „GRÜNE“ GELDPOLITIK DER EZB
4.1 GREENING DER EZB-BILANZ
4.2 KRITIK AN EINER AKTIVEN GRÜNEN GELDPOLITIK
5. SCHLUSS
6. REFERENZEN
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen des Klimawandels auf die klassische Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und analysiert, inwieweit die Zentralbank ihr Portfolio ökologisch ausrichten kann sowie welche Zielkonflikte dabei entstehen.
3.1 FINANZSTABILITÄT
Der Internationale Währungsfond hat die Klimarisiken in Hinsicht der Finanzstabilität betrachtet und kommt zu dem Fazit, dass „losses from climate-related risks affect the financial system directly, through price impairment, reduced collateral values, and underwriting losses, and indirectly, trough lower economic growth and tighter financial conditions” (IMF, 2019, S.83). Daher ist es wichtig, die Auswirkungen des Klimawandels auf die Finanzstabilität zu berücksichtigen (Kaldorf et al., 2022, S. 547). Es kann hierbei zwischen drei Wirkungsebenen unterschieden werden: den Erstrunden-, Zweitrunden- und Drittrundeneffekten (Weeber, 2019, S. 28).
Unter den Erstrundeneffekten (siehe Abbildung 4) versteht man die direkten Auswirkungen der physischen Risiken und Übergangsrisiken auf die Finanzmarktakteure. Darunter zählen Schäden an Wertschöpfungsketten durch Extremwetterereignisse, wie zum Beispiel Schäden an Gebäuden und Produktionsanlagen (Weeber, 2019, S. 28). Der Wert von Immobilien und Kapitalanlagen könnte sich verringern und vor allem Versicherungsunternehmen und Rückversicherer betreffen (Kaldorf et al., 2022, S. 547). Risiken können dann entstehen, wenn die Kosten und die Eintrittswahrscheinlichkeit ein Ausmaß erreichen, das schwer zu versichern ist (Weeber, 2019, S.29). Außerdem könnten nicht versicherte Verluste die Zahlungsunfähigkeit von Haushalten, Unternehmen und Regierungen beeinträchtigen und zu einem Wertverfall von Krediten, Anleihen und Aktien führen (Bremus et al., 2020, S. 244). Auch können, ausgelöst durch die Übergangspolitik, kohlenstoffintensive Unternehmen nicht mehr lukrativ sein, etwa die Öl-, Kohle- und Gasindustrie (Kaldorf et al., 2022, S. 547).
1. EINLEITUNG: Einführung in die Problematik der Klimarisiken als wirtschaftliche Herausforderung und Darstellung der Forschungsfrage bezüglich der geldpolitischen Möglichkeiten der EZB.
2. ÖKONOMISCHE KOSTEN DES KLIMAWANDELS: Analyse der physischen Risiken und Übergangsrisiken sowie deren direkte Auswirkungen auf Realwirtschaft und Finanzsektor.
3. AUSWIRKUNGEN FÜR DIE KLASSISCHE GELDPOLITIK DER EZB: Untersuchung des Kernmandats der EZB hinsichtlich Finanz- und Preisstabilität unter dem Einfluss externer Klimaschocks.
4. AKTIVE „GRÜNE“ GELDPOLITIK DER EZB: Diskussion unkonventioneller geldpolitischer Maßnahmen zur ökologischen Bilanztransformation und fundierte Auseinandersetzung mit der Kritik an diesem Vorgehen.
5. SCHLUSS: Finale Einschätzung der Wirksamkeit einer grünen Geldpolitik und der Notwendigkeit einer Abwägung zwischen ökologischen Zielen und geldpolitischer Glaubwürdigkeit.
6. REFERENZEN: Auflistung der verwendeten Literatur und Quellen zur wissenschaftlichen Fundierung der Arbeit.
Klimawandel, Europäische Zentralbank, Geldpolitik, Finanzstabilität, Preisstabilität, Greening der EZB-Bilanz, Green Bonds, CSPP, Übergangsrisiken, CO2-Bepreisung, Inflation, Klimarisiken, Marktneutralität, Dekarbonisierung, Geldpolitische Instrumente.
Die Arbeit analysiert, wie Klimaveränderungen die klassische Tätigkeit der Europäischen Zentralbank beeinflussen und ob die EZB durch eine Anpassung ihrer geldpolitischen Instrumente aktiv zum Klimaschutz beitragen kann.
Die Schwerpunkte liegen auf der ökonomischen Bewertung von Klimarisiken, der Wahrung der Finanz- und Preisstabilität sowie der kritischen Prüfung, ob grüne Geldpolitik mit dem ursprünglichen EZB-Mandat vereinbar ist.
Das Ziel ist es darzustellen, inwieweit Klimarisiken die geldpolitische Rolle der EZB beeinträchtigen und wie die Bank ihr Portfolio "grüner" gestalten kann, ohne dabei ihr Kernmandat zu gefährden.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer deskriptiven Auswertung wirtschaftswissenschaftlicher Studien, Klimastresstests und geldpolitischer Strategiepapiere.
Der Hauptteil gliedert sich in die ökonomische Einordnung des Klimawandels, die Auswirkungen auf die Stabilitätsziele der EZB und eine detaillierte Diskussion über Instrumente wie CSPP-Anleihenkäufe oder Green Bonds.
Zentrale Begriffe sind Geldpolitik, Klimawandel, Preisstabilität, Finanzstabilität, Green Bonds, CO2-Bepreisung und EZB-Mandat.
Die Arbeit zeigt auf, dass der Fokus auf Marktneutralität ungewollt CO2-intensive Unternehmen begünstigen kann, was zu einer "Replikation des Marktversagens" führen kann, weshalb eine Abkehr zugunsten ökologischer Kriterien diskutiert wird.
Die Kritik entzündet sich vor allem an der möglichen Gefährdung der Unabhängigkeit der EZB, Zielkonflikten mit dem Inflationsziel und der Sorge, dass geldpolitische Maßnahmen eine effizientere fiskalpolitische CO2-Bepreisung ersetzen könnten.
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