Magisterarbeit, 2008
70 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
I. Perspektiven der Bildungssoziologie
1. Das Modell der soziologischen Erklärung
2. Die ungleichheitstheoretische Perspektive
II. Die Soziologie Pierre Bourdieus und der Begriff der Sprache
1. Der Habitus
2. Der Begriff des Feldes
3. Die Kapitalformen
3.1.Ökonomisches Kapital
3.2 Das soziale Kapital
3.3.Die formen des kulturellen Kapitals
3.4 Das symbolische Kapital
4. Lebensstile und Klassen im symbolischen Raum
4.1 Klassentheoretisches Modell des sozialen Raums
4.2 Raum der Lebensstile
5. Sprache und symbolische Macht
III. Der sprachsoziologische Ansatz nach Pierre Bourdieu und seine Anwendung
1. Die bildungs- und sprachsoziologische Perspektive Pierre Bourdieus
2. Die Macht der legitimen Sprache
3. Sprachliche Sozialisation in der Gegenwart
4. Lesesozialisation
4.1 Stand der Lesekompetenz in Deutschland
4.2 Unterschiede der Lesekompetenz zwischen den Schulformen
4.3 Betrachtungsperspektiven der Lesesozialisation
5. Zusammenhang von Wissensverteilung und Bildungsungleichheit
Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Reproduktion von Bildungsungleichheiten in der modernen Gesellschaft auf Basis der soziologischen Theorien von Pierre Bourdieu, mit einem besonderen Schwerpunkt auf der Rolle von Sprache und Lesesozialisation als Mechanismen zur Festigung klassenspezifischer Benachteiligungen.
4.2 Der Raum der Lebensstile
Diese Charakterisierung der sozialen Klassen ist eine vorläufige Platzierung im sozialen Raum. Damit ist allerdings noch nicht hinreichend bestimmt, was eine soziale Klasse genau kennzeichnet. Um nach Bourdieu soziale Klassen adäquat zu konstruieren muss eine Differenzierung bzw. Ergänzung des bisherigen Modells erfolgen. Um auch den Gegensatz zwischen Klassen- und Schichtungstheorie zu überwinden, wird das Sozialraum-Modell in zwei Subräume unterteilt, die relativ eigenständig existieren: den schon beschriebenen Raum der sozialen Positionen und den Raum der Lebensstile. Die soziale Position ist die objektive ökonomische, kulturelle und soziale Bedingungslage einer Gruppe von Akteuren. Der Lebensstil, der bei Max Weber die Bezeichnung des Standes hatte, umfasst die symbolischen Merkmale der Lebensführung. Die subjektive Wahrnehmung, ästhetische Werte und Vorzüge, wie Nahrungsmittel, Literatur, Autos etc. bilden den distinktiven Raum der Lebensstile, der die soziale Welt repräsentiert (vgl. Schwingel 2003: 109-111). Der Bereich der Lebensstile bietet genau die Voraussetzungen, die für die Reproduktion sozialer Ungleichheit und sozialer Herrschaft vorhanden sein müssen (vgl. Hartmann 2006: 31).
Die Wechselbeziehungen zwischen dem Raum der sozialen Positionen und dem Raum der Lebensstile übernehmen die Zuordnung der Positionen zu bestimmten Objekten der symbolischen Lebensführung. Diese systematischen Beziehungen sind allerdings nicht absolut notwendig. Bourdieus theoretische Erklärung für die Verwandtschaft der beiden Räume ist die Vermittlung des Habitus, denn der Lebensstil basiert auf den Klassifikations-, Handlungs- und Bewertungsschemata, die im Habitus angelegt werden. Bourdieu definiert diese Schemata als „Geschmack“.
Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Diskrepanz zwischen dem Versprechen auf Chancengleichheit im Bildungssystem und der empirischen Realität der Reproduktion von Bildungsungleichheiten durch schichtspezifische Kapitalverteilung.
I. Perspektiven der Bildungssoziologie: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Ansätze zur Erklärung von Bildungsungleichheit, wobei Essers Modell der soziologischen Erklärung genutzt wird, um die Verbindung zwischen Makrostrukturen und individuellem Handeln zu verdeutlichen.
II. Die Soziologie Pierre Bourdieus und der Begriff der Sprache: Hier werden die zentralen Konzepte Bourdieus wie Habitus, Feld und die Kapitalformen eingeführt, um zu zeigen, wie soziale Positionierung und symbolische Macht die individuelle Praxis beeinflussen.
III. Der sprachsoziologische Ansatz nach Pierre Bourdieu und seine Anwendung: Dieses Kapitel verbindet Bourdieus Theorie direkt mit sprachsoziologischen Fragestellungen, der Lesesozialisation und den PISA-Studien, um die Mechanismen sprachlicher Benachteiligung im Schulsystem aufzuzeigen.
Pierre Bourdieu, Bildungssoziologie, Bildungsungleichheit, Habitus, Kulturelles Kapital, Soziale Herkunft, Sprachsoziologie, Legitime Sprache, Symbolische Macht, Lesesozialisation, PISA-Studie, Klassenstruktur, Sozialer Raum, Distinktion, Reproduktionsmechanismen
Die Arbeit analysiert, wie soziale Ungleichheit und Bildungsbenachteiligung in modernen Gesellschaften fortbestehen und wie Bildungsinstitutionen dabei zur Reproduktion dieser Hierarchien beitragen.
Im Mittelpunkt stehen die Soziologie von Pierre Bourdieu, die Analyse von Kapitalformen (insbesondere kulturelles Kapital), das Konzept des Habitus sowie die sprachliche Sozialisation.
Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft von Schülern, ihrer sprachlichen Kompetenz und ihrem schulischen Erfolg unter Berücksichtigung von Bourdieus Machttheorie aufzuzeigen.
Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung soziologischer Konzepte sowie eine Analyse empirischer Studien, insbesondere der PISA-Ergebnisse, um die theoretischen Thesen auf das deutsche Bildungssystem anzuwenden.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen Bourdieus (Habitus, Feld, Kapital) und deren Anwendung auf die Sprachsoziologie, die Lesesozialisation sowie den Einfluss des familiären Milieus.
Die wichtigsten Schlagworte sind Bourdieus Habitus-Begriff, Kapitalformen, soziale Schichtung, Bildungsbenachteiligung, symbolische Macht und Lesekompetenz.
Die PISA-Studien dienen als empirische Grundlage, um die theoretischen Annahmen Bourdieus zur Abhängigkeit von Schulerfolg und sozialer Herkunft im deutschen Schulsystem zu validieren.
Nach Bourdieu ist die "legitime Sprache" die Sprache der herrschenden Klasse, die durch Institutionen wie Schulen als Standard definiert wird und so zur Distinktion gegenüber unteren sozialen Schichten dient.
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