Examensarbeit, 2010
72 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
2 Die Intension des Werkes von „Sein und Zeit“
3 Daseinsanalytik
3.1 Das „In-der-Welt-sein“ als Seinsverfassung des Daseins
3.2 Die Existenzialien des Daseins
3.3 Dasein als Sorge
4 Die Todesthematik
4.1 Die existenziell- ontische Erfassung des Todes
4.2 Vorontologische Überlegungen für eine existenzial-ontologische Analyse des Todes
4.3 Die existenzial-ontologische Bestimmung des Todes
4.3.1 Der Tod als ein Modus der Sorge
4.3.2 Der alltägliche Begriff des Todes
4.3.3 Die Analyse der Gewissheit und der volle existenziale Begriff
4.3.4 Kritische Anmerkungen zum vollen existenzialen Todesbegriff
4.4 Der Tod und das ganze Dasein
4.4.1 Das Eigentliche Sein zum Tode
4.4.2 Die Bedeutung der Freiheit für ein ganzes Dasein
4.4.3 Die Rolle des Gewissens für ein ganzes Dasein
4.4.3.1 Der existenziale Schuldbegriff
4.4.3.2 Das richtige Anrufverstehen
4.4.3.3 Die Entschlossenheit
5 Die Bedeutung der Zeitlichkeit für das ganze Dasein
5.1 Der Vorrang der Zeitlichkeit für die Beantwortung der Seinsfrage
5.2 Die Zeitlichkeit als ontologischer Sinn des Seins zum Ende
6 Die Stellung des Todes in Heideggers gesamten Denken
6.1 Die Interpretation der Kehre
6.2 Die Todesauffassung nach der Kehre
7 Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung des Todes in Heideggers Hauptwerk „Sein und Zeit“, um das Verständnis des Menschen und die grundsätzliche Frage nach dem Sein zu erhellen. Dabei wird analysiert, wie die existenziale Erfassung des Todes als Schlüssel zur Ganzheit des Daseins dient und inwiefern sich dieses Denken durch die sogenannte „Kehre“ in Heideggers späterem Werk weiterentwickelt.
4.3.1 Der Tod als ein Modus der Sorge
1. Existenzialität: Das Strukturmoment der Existenzialität als ein Sich-vorweg-sein ist im Tode als ein äußerstes Sich-vorweg enthalten. Der Tod ist ein ausgezeichneter Bevorstand und damit die eigenste, unbezügliche, unüberholbare Möglichkeit auf die sich das Dasein entwerfen kann. In seinem eigensten Sein „geht es dem Dasein um sein In- der- Welt- sein schlechthin“, welches in einem ontologischen Sinne nicht durch Andere vertretbar ist (siehe Kap. 4.1). Ferner ist der Tod unbezüglich, da mit ihm dem Dasein die Möglichkeit bevorsteht, nicht mehr zu sein und damit alle Bezüge zu einem anderen möglichen Dasein gelöscht sind. Diese ausgezeichnete Möglichkeit vermag das Dasein nicht zu überholen, denn mit dem Tod wird den Möglichkeiten des Daseins ein Ende gesetzt und damit ist der Tod selbst „ die Möglichkeit der schlechthinnigen Daseinsunmöglichkeit“. Dasein kann nur existieren, solange es den Tod als äußersten Bevorstand (Sich-vorweg) gibt, denn mit dem Tod verliert das Dasein die Bestimmung des Sich-vorweg und damit auch seine Sorgestruktur.
Im Zusammenhang mit der Charakterisierung des Todes als unüberholbar unterstreicht Heidegger, dass seine Darstellung die Frage der Unsterblichkeit beziehungsweise eines Lebens nach dem Tode offen lasse.
„Wenn der Tod als ‚Ende’ des Daseins, das heißt des In- der- Welt-seins bestimmt wird, dann fällt damit keine ontische Entscheidung darüber, ob ‚nach dem Tode’ noch ein anderes, höheres und niedrigeres Sein möglich ist, ob das Dasein ‚fortlebt’ oder gar, sich ‚überdauernd’ ‚unsterblich’ ist“.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die traditionelle abendländische Auffassung des Todes ein und setzt sie in Kontrast zu Heideggers Ansatz, der den Tod als individuellen Lebensvollzug betrachtet.
2 Die Intension des Werkes von „Sein und Zeit“: Hier wird thematisiert, wie Heidegger das Dasein als Ausgangspunkt für die Seinsfrage einführt und sich von der traditionellen Ontologie abgrenzt.
3 Daseinsanalytik: Dieses Kapitel arbeitet die grundlegenden Strukturen des menschlichen Seins heraus, insbesondere „In-der-Welt-sein“ und „Sorge“.
4 Die Todesthematik: Zentrum dieser Arbeit ist die existenziale Analyse des Todes, um die Ganzheit des Daseins zu erfassen, wobei Methoden der Erfassung kritisch geprüft werden.
5 Die Bedeutung der Zeitlichkeit für das ganze Dasein: Die Zeitlichkeit wird hier als der ermöglichende Sinn und Grund für die Ganzheit des Daseins und dessen Sein zum Tode identifiziert.
6 Die Stellung des Todes in Heideggers gesamten Denken: Dieses Kapitel beleuchtet den Wandel des Todesverständnisses durch die „Kehre“ und wie der Tod nachfolgend als Lichtungsstätte des Seins fungiert.
7 Resümee: Hier werden die zentralen Thesen zusammengefasst, wobei der Tod als unerlässliches Verbindungsglied zwischen Dasein und Sein bestätigt wird.
Heidegger, Sein und Zeit, Dasein, Tod, Sorge, Existenzialität, Vorlaufen, Zeitlichkeit, Ganzheit, Eigentlichkeit, Uneigentlichkeit, Gewissen, Schuld, Kehre, Transzendenz
Die Arbeit untersucht die philosophische Bedeutung des Todes bei Martin Heidegger, fokussiert auf sein Hauptwerk „Sein und Zeit“.
Die Themen umfassen die Daseinsanalytik, die existenziale Bestimmung des Todes, die Rolle der Zeitlichkeit und die Entwicklung des Denkens durch die sogenannte „Kehre“.
Das Ziel ist es zu zeigen, dass die existenzielle Erfassung des Todes notwendig ist, um die Ganzheit des Daseins zu begreifen und letztlich die Frage nach dem Sein überhaupt zu stellen.
Es wird eine phänomenologische Analyse angewandt, die Heideggers Begriffe und Strukturzusammenhänge kontrastierend und kritisch aufbereitet.
Der Hauptteil widmet sich der Daseinsanalytik, der detaillierten Todesthematik (ontisch vs. ontologisch), den Modus des „Vorlaufens in den Tod“ sowie der Bedeutung von Gewissen und Schuld.
Dasein, Sorge, Eigentlichkeit, Vorlaufen in den Tod und Zeitlichkeit sind die tragenden Begriffe der Analyse.
Das eigentliche Dasein wählt seine Seinsweise bewusst und eigenständig, während das uneigentliche Dasein in den Gewohnheiten und dem „Man“ der Öffentlichkeit verharrt.
Es bezeichnet ein verstehendes Aushalten der eigenen Endlichkeit und Unmöglichkeit jeglicher Existenz, ohne den Tod durch eine Verwirklichung (z.B. Selbstmord) zu flüchten oder zu verharmlosen.
Durch die Kehre verschiebt sich die Perspektive: Der Tod wird nicht mehr nur vom Dasein her, sondern primär als eine Stelle betrachtet, an der das Sein in das Seiende einbricht.
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