Bachelorarbeit, 2020
39 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Rechtliche Notwendigkeit der Abschlussprüfung
3. Notwendigkeit der risikoorientierten Abschlussprüfung
3.1. Gründe zur Änderung des traditionellen Prüfungsansatzes
3.2. Einführung des Lean Auditing
4. Der risikoorientierte Prüfungsansatz
4.1. Grundkonzeption des Ansatzes
4.2. Das Alpha- und Beta-Risiko
4.3. Das Joint-Risikomodell
4.4. Einführung des Fehlerrisikos
4.5. Ansatz für die Prüfungshandlungen
4.6. Modellkritik
5. Der Ablaufplan einer Prüfung
5.1. Globale Prüfungsplanung
5.2. Detaillierte Prüfungsplanung
6. Problemlösung nach Vorbild von „HROs“
6.1. Ansatz über die Organisationstheorien
6.2. Sensemaking, organisieren und managen
6.3. HROs als Vorbild zur Implementierung der Methoden aus den Kognitionswissenschaften
6.4. Implementierung in der Wirtschaftsprüfung
7. Diskussion zum Zielkonflikt in der Wirtschaftsprüfung
8. Fazit
Die Arbeit untersucht, wie moderne Wirtschaftsprüfungsansätze angesichts zunehmender Digitalisierung und Komplexität durch kognitionswissenschaftliche Erkenntnisse, insbesondere durch das Konzept der "High Reliability Organizations" (HROs), optimiert werden können, um eine effiziente und qualitativ hochwertige Abschlussprüfung sicherzustellen.
Der risikoorientierte Prüfungsansatz
Die Konzeption des risikoorientierten Prüfungsansatzes stellt einen Leitfaden dar, wie der Wirtschaftsprüfer bei der Ausübung seiner Tätigkeit Risiken wesentlicher falscher Aussagen in der Rechnungslegung des Mandanten zu identifizieren und diese zu beurteilen hat. Des Weiteren stellt dieser Ansatz eine Richtschnur dar, um auf die identifizierten Risiken in einer angemessenen Art und Weise zu reagieren. Bei Einhaltung dieser Vorgaben kann sich der Prüfer auf die Durchführung einer korrekten Prüfung verlassen.
Der Grad der Wesentlichkeit kann über die Tragweite einer Angabe für die Rechnungslegung bestimmt werden. Weiterhin ist es möglich, dass die Angabe auch erst in Kombination mit anderen getätigten Annahmen wesentlich wird und somit einen die Realität ändernden Eindruck schafft.
Beim risikoorientierten Prüfungsansatz ist es essenziell, dass die zwei Zielvariablen Effektivität und Effizienz in Einklang miteinander gebracht werden. Die Effektivität beschreibt die Urteilssicherheit des abgebenden Prüfers. Hierbei kommt es nicht darauf an, dass diese Sicherheit maximiert wird. Erforderlich ist jedoch eine hinreichende Urteilssicherheit. Die Effizienz hingegen beschreibt ein ökonomisch sinnvolles Handeln des Wirtschaftsprüfers. So soll dieser einen minimalen Kosteneinsatz ein maximal gutes Prüfungsergebnis liefert. Werden die zwei Zielvariablen nun in Zusammenhang gesetzt, so ergibt sich, dass der Wirtschaftsprüfer nach einem Minimalprinzip bei der Prüfung vorzugehen hat. Somit soll mit den geringst möglichen Ressourcenaufwand eine hinreichende Prüfungssicherheit erlangt werden.
1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die zunehmende Komplexität und Digitalisierung in der Wirtschaftsprüfung als Reaktion auf veränderte Mandantenbedürfnisse.
2. Rechtliche Notwendigkeit der Abschlussprüfung: Das Kapitel erläutert die gesetzlichen Anforderungen und die Rolle der Prüfungsstandards bei der Durchführung von Abschlussprüfungen.
3. Notwendigkeit der risikoorientierten Abschlussprüfung: Hier werden die Gründe für den Wandel vom traditionellen Ansatz hin zur risikoorientierten Prüfung unter Einführung des Lean Auditing dargelegt.
4. Der risikoorientierte Prüfungsansatz: Die grundlegende Konzeption, die mathematischen Risikomodelle sowie die Fehlerarten (Alpha- und Beta-Risiko) stehen im Zentrum dieses Abschnitts.
5. Der Ablaufplan einer Prüfung: Dieses Kapitel beschreibt die methodische Vorgehensweise bei der globalen und detaillierten Prüfungsplanung.
6. Problemlösung nach Vorbild von „HROs“: Der Hauptteil verknüpft organisationstheoretische Ansätze und Konzepte der Kognitionswissenschaft (Sensemaking) mit der Implementierung in der Wirtschaftsprüfung.
7. Diskussion zum Zielkonflikt in der Wirtschaftsprüfung: Eine kritische Auseinandersetzung mit dem inhärenten Konflikt zwischen hohen Qualitätsanforderungen und wirtschaftlichem Kostendruck.
8. Fazit: Die abschließende Bewertung fasst zusammen, inwieweit kognitionswissenschaftliche Ansätze die Herausforderungen der modernen Wirtschaftsprüfung adressieren können.
Abschlussprüfung, Risikoorientierter Prüfungsansatz, Wirtschaftsprüfer, Digitalisierung, Joint-Risikomodell, HROs, Sensemaking, Prüfungseffizienz, Prüfungsqualität, Lean Auditing, Kognitionswissenschaften, Fehlerrisiko, Mandantenschutz, Prüfungsstrategie, Organisationstheorie
Die Bachelorarbeit analysiert, wie Herausforderungen in der Abschlussprüfung, die durch zunehmende Digitalisierung und Komplexität entstehen, durch Methoden aus der Kognitionswissenschaft und dem HRO-Konzept gelöst werden können.
Zentrale Felder sind der risikoorientierte Prüfungsansatz, mathematische Fehlermodelle, die effiziente Planung von Prüfungshandlungen und die Anwendung verhaltenswissenschaftlicher Managementkonzepte.
Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie ein risikoorientierter Prüfungsansatz unter Einbeziehung kognitionswissenschaftlicher Aspekte dazu beitragen kann, die Qualität und Effizienz der Abschlussprüfung in unsicheren Zeiten zu steigern.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse, der Erörterung betriebswirtschaftlicher Prüfungsstandards sowie der Übertragung organisationstheoretischer Modelle basiert.
Der Hauptteil behandelt die rechtlichen Rahmenbedingungen, die mathematische Herleitung des Prüfungsrisikos, die methodische Prüfungsplanung und schließlich die Übertragung von HRO-Prinzipien auf das Berufsfeld.
Die Arbeit wird besonders durch Begriffe wie Wirtschaftsprüfung, Risikoorientierter Prüfungsansatz, HRO-Modell, Sensemaking, Prüfungseffizienz und digitale Transformation charakterisiert.
Im Gegensatz zum traditionellen Ansatz, der oft stichprobenbasiert nach Bilanzposten vorgeht, setzt der risikoorientierte Ansatz auf eine gezielte Bewertung von Fehlerrisiken, um Ressourcen effizienter auf prüfungsrelevante Bereiche zu konzentrieren.
Sensemaking beschreibt einen Prozess, in dem Mitarbeiter unerwartete Ereignisse im Arbeitsalltag interpretieren und einordnen, um dadurch proaktiv, statt nur reagierend, auf Unsicherheiten und Störungen zu antworten.
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