Bachelorarbeit, 2008
47 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Zum Begriff der Wahrhaftigkeit
2.1 Philosophische Reflexion des Begriffs Wahrhaftigkeit
2.2 Konkrete Anwendung des Wahrhaftigkeitsbegriffs auf die Kunst des Dramas
3. Die Forderung nach Wahrhaftigkeit im Schauspieler bei Denis Diderot und bei Bertolt Brecht
3.1 Denis Diderot - Philosoph und Dramentheoretiker
3.1.1 Historische Einordnung Diderots – Abriss
3.1.2 Das Schauspielerbild Diderots: „Gib der Wahrheit die Ehre!“
3.2 Ablösung der Schauspieltheorie Diderots durch den Dramentheoretiker Bertolt Brecht
3.2.1 Brechts Schauspieltheorie
3.2.2 Brecht im historischen Kontext
3.3 Diderot und Brecht – eine Gegenüberstellung
3.4 Gegenpositionen: Schauspieltheorien bei Stanislawski und Strasberg
3.5 Betrachtung der unterschiedlichen Anwendungsweisen des Wahrhaftigkeitsbegriffes bei den hier genannten Dramentheoretikern
4. Die (Un-)Möglichkeit von Wahrhaftigkeit in neueren Medien in Hinblick auf heutige Rezeptionsästhetik
4.1 Bertolt Brecht und das epische Theater in der Postmodernen
4.2 Die Filmindustrie Hollywood und ihr Statement zur Wahrhaftigkeit
4.3 Schauspielkunst als Selbstdarstellung: Ursache unwahrhaftiger Kriterien in Theater und Film?
5. Illusion und Wahrhaftigkeit: Ergebnisformulierung, Ausblick und Schlusswort
Die Arbeit untersucht das Paradox der Wahrhaftigkeit in der Schauspielkunst, wobei sie den Fokus auf die theoretischen Positionen von Denis Diderot und Bertolt Brecht legt und deren Einfluss auf die zeitgenössische Rezeptionsästhetik in Theater und Film analysiert. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der Spannung zwischen der Forderung nach Wahrhaftigkeit durch den Schauspieler und dem Bedürfnis des Publikums nach Illusion.
3.1.2 Das Schauspielerbild Diderots: „Gib der Wahrheit die Ehre!“
Denis Diderot gelingt in seiner Schrift „Das Paradox über den Schauspieler“ eine umfassende und vertretbar unerschütterliche Stellung eines kühlen Schauspielers. Verstärkt wird diese Position durch die Struktur, die der Text aufweist. Die Dialogform scheint sehr geeignet die Brisanz zweier unterschiedlicher Standpunkte zu verdeutlichen. Der Leser wird unmittelbar in die Diskussion eingebunden, er fühlt sich wie ein dritter unsichtbarer Teilnehmer, der an beiden Standpunkten teilhaben kann und dennoch mit einer gewissen Distanz die eigene Meinung zu bilden fähig ist.
In dem Werk geht es um zwei in einen Dialog tretende Herren, welche die wesentlichen Positionen in der Debatte um die Schauspielkunst skizzieren. Einer der beiden Sprecher vertritt die bis dahin populärere Meinung über den Schauspieler, der da ein leidenschaftlicher zu sein hat und den Zuschauer in seiner Emotionalität mitreißt, während sein Dialogpartner auf die Notwendigkeit eines bedachten Schauspielers plädiert.
Das Werk Diderots bildet im Jahr 1769 eine Antwort bezüglich beider Positionen und wirft demnach diverse Diskussionen auf. Er erklärt seine ganz eigene Theorie über einen großen Schauspieler und spricht der überwältigenden Hitze eines bis dahin hoch gelobten leidenschaftlichen Schauspielers klar ab: „Es liegt daran, dass er sich bewegt hat, ohne zu fühlen und ihr gefühlt habt, ohne euch zu bewegen.“
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das grundlegende Spannungsfeld zwischen Wahrhaftigkeit und Illusion in Theater und Film ein und formuliert die zentrale Problemstellung der Untersuchung.
2. Zum Begriff der Wahrhaftigkeit: Dieses Kapitel widmet sich der philosophischen Fundierung des Wahrhaftigkeitsbegriffs, von der Antike bis hin zu einer ersten Anwendung auf die Kunst des Dramas.
3. Die Forderung nach Wahrhaftigkeit im Schauspieler bei Denis Diderot und bei Bertolt Brecht: Das Hauptkapitel analysiert detailliert die Schauspieltheorien von Diderot und Brecht, stellt sie einander gegenüber und kontrastiert sie mit den Ansätzen von Stanislawski und Strasberg.
4. Die (Un-)Möglichkeit von Wahrhaftigkeit in neueren Medien in Hinblick auf heutige Rezeptionsästhetik: Hier wird der Fokus auf die mediale Gegenwart und die Filmindustrie Hollywoods verschoben, um die Wirkung von Illusion und Rezeptionsverhalten auf die Wahrhaftigkeit zu prüfen.
5. Illusion und Wahrhaftigkeit: Ergebnisformulierung, Ausblick und Schlusswort: Das abschließende Kapitel fasst die Untersuchungsergebnisse zusammen und reflektiert über die anhaltende Spannung zwischen der Suche nach Wahrheit und dem Verlangen nach illusionärer Flucht.
Wahrhaftigkeit, Schauspieltheorie, Denis Diderot, Bertolt Brecht, Illusion, Episches Theater, Method Acting, Konstantin Stanislawski, Lee Strasberg, Rezeptionsästhetik, Schein, Wirklichkeit, Schauspielkunst, Medienethik, Selbstdarstellung
Die Arbeit untersucht das Paradoxon der Wahrhaftigkeit in der Schauspielkunst und beleuchtet, warum das Publikum oft Illusion der Wahrheit vorzieht.
Im Zentrum stehen die Schauspieltheorien, der Kontrast zwischen rationaler Distanz und emotionaler Identifikation sowie die Wirkung dieser Konzepte in Theater und Film.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum sich bestimmte Schauspieltheorien in der Rezeption durchgesetzt haben und welche Verantwortung Schauspieler und Theater gegenüber der Wahrheit tragen.
Es handelt sich um eine literatur- und theaterwissenschaftliche Analyse, die durch den Vergleich theoretischer Texte und deren historische sowie medienkritische Einordnung erfolgt.
Der Hauptteil analysiert die Theorien von Diderot und Brecht sowie die Gegenpositionen von Stanislawski und Strasberg zur Rolle des Schauspielers.
Wahrhaftigkeit, Schauspieltheorie, Illusion, Episches Theater und Rezeptionsästhetik sind die prägenden Begriffe.
Der Autor argumentiert, dass das Publikum oft eine Flucht aus der anstrengenden Realität sucht und daher die einfache, illusionäre Welt der Filme der fordernden Auseinandersetzung mit der Wahrheit vorzieht.
Hollywood wird als ein System dargestellt, das primär auf kalkulierte Illusion und Star-Image setzt, wodurch das Anliegen einer wahrhaftigen Darstellung und Gesellschaftskritik oft in den Hintergrund tritt.
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