Bachelorarbeit, 2023
74 Seiten, Note: 2,7
1 Einleitung
2 Forschungsstand
2.1 Deutsche Reaktion auf BRI
2.2 Europäische Reaktion auf BRI
2.3 Koordination der Reaktionen
3 Theoretischer Rahmen
3.1 Kooperation
3.2 Hegemonie
3.3 Imperialismus
3.4 Theoretische Implikationen
4 Methodische Überlegungen
5 Belt and Road: eine Fallauswahl
6 Die Bestimmung des Koordinationsgrads
6.1 Fall 1: Chinas Wirken in Drittmärkten
6.2 Fall 2: Gründung der AIIB
6.3 Fall 3: Chinas Diplomatie in Europa
6.4 Fall 4: Chinas Investitionsstrategie
6.5 Vergleich und Schlussfolgerungen
7 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht den Grad der Abstimmung der deutschen Chinapolitik mit den europäischen Partnern im Kontext der chinesischen Belt and Road Initiative (BRI) zwischen 2013 und 2021, um zu beurteilen, ob Berlin agierte als treibende Kraft oder als blockierender Akteur agierte.
3.1 Kooperation
Der erste Typ bezieht sich auf Kooperation.9 Durch die Existenz von gemeinsamen Zielen beziehungsweise komplementären Eigeninteressen, die sich in langfristigen und geregelten Beziehungen festigen, kann Kooperation erreicht und mittels Institutionen gesteuert werden. So schreibt Keohane: „Intergovernmental cooperation takes place when the policies actually followed by one government are regarded by its partners as facilitating realization of their own objectives, as the result of a process of policy coordination.“ (Keohane 2005: 52, Hervorhebung im Original) Eine Haltung, bei der die eigenen Interessen gegen die Präferenzen anderer Staaten verfolgt werden, wird durch Reputationsverlust bestraft und ist deswegen in vielen Situationen nicht rational (ebd.: 6–10; Keohane: 71–78105; Schimmelfennig 2015: 90). Die weiteste Stufe von zwischenstaatlicher Kooperation ergibt sich für Keohane in der Logik eines Regimes. In Power and Independence wurden Regime noch recht vage als „the sets of governing arrangements that affect relationships of interdependence“ (Keohane/Nye 2001: 17) beschrieben. In After Hegemony bezieht sich Keohane auf die Definition von Stephen Krasner, in der Regime „as sets of implicit or explicit principles, norms, rules, and decision-making procedures around which actors' expectations converge in a given area of international relations“ bezeichnet werden (Krasner 1982: 187).10 Je nachdem, wie stark die Prinzipien, Normen, Regeln und Entscheidungsprozesse institutionalisiert und etwa durch internationale Organisationen verankert sind, nimmt die Regimequalität ab oder zu.
1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage nach dem Abstimmungsgrad Deutschlands mit europäischen Partnern bei der BRI und verortet die Arbeit im Spannungsfeld zwischen deutsch-chinesischen Partikularinteressen und europäischer strategischer Autonomie.
2 Forschungsstand: Das Kapitel bietet einen Überblick über bestehende Studien zur deutschen und europäischen Chinapolitik und identifiziert eine Forschungslücke bezüglich der systematischen Untersuchung der deutsch-europäischen Abstimmung.
3 Theoretischer Rahmen: Hier werden die drei außenpolitischen Strategien – Kooperation, Hegemonie und Imperialismus – typologisiert, um das deutsche Verhalten analytisch einzuordnen.
4 Methodische Überlegungen: Es wird das Vorgehen dargestellt, wie die Koordination anhand qualitativer Analyse und inhaltlicher Indikatoren aus Primärquellen methodisch operationalisiert wird.
5 Belt and Road: eine Fallauswahl: Dieses Kapitel grenzt den Untersuchungsgegenstand ein und strukturiert die Analyse entlang der drei Phasen der BRI von 2013 bis 2021.
6 Die Bestimmung des Koordinationsgrads: Im Hauptteil werden die vier gewählten Fallbeispiele (Drittmärkte, AIIB, Diplomatie, Investitionen) detailliert analysiert und die deutsch-europäische Abstimmung innerhalb der drei Phasen bewertet.
7 Fazit und Ausblick: Das Fazit beantwortet die Forschungsfrage, indem es die Abstimmung insgesamt als stark einstuft, und verweist auf Limitationen der Arbeit sowie Potenziale für zukünftige Forschung.
Belt and Road Initiative (BRI), Deutschland, Europäische Union, Koordination, Außenpolitik, Hegemonie, Kooperation, Imperialismus, strategische Autonomie, Investitionspolitik, Konnektivität, internationale Institutionen, China, deutsch-europäische Beziehungen, Weltpolitikfähigkeit.
Die Arbeit untersucht, wie stark Deutschland sich bei seiner Chinapolitik im Kontext der BRI mit seinen europäischen Partnern abgestimmt hat.
Zentral sind die deutsche und europäische Chinapolitik, die Einordnung in neorealistische sowie institutionalistische Theorien und die Analyse von Abstimmungsprozessen auf europäischer Ebene.
Die Forschungsfrage lautet: Wie stark war die Abstimmung Deutschlands mit den europäischen Partnern hinsichtlich der chinesischen Belt and Road Initiative?
Es kommt eine qualitative Analyse zum Einsatz, die sich auf Primärquellen und Sekundärliteratur stützt, um das Verhalten entlang der Typologie Kooperation, Hegemonie und Imperialismus zu bewerten.
Im Hauptteil werden vier Fallbeispiele (Drittmärkte, AIIB, Diplomatie in Europa, Investitionspolitik) in drei zeitlichen Phasen analysiert, um den Koordinationsgrad zu bestimmen.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Belt and Road Initiative, strategische Autonomie, Koordination, deutsch-europäische Abstimmung und Außenpolitik.
Der Beitritt war ein prägnantes Fallbeispiel für ein Spannungsfeld zwischen nationalen wirtschaftlichen Interessen und der europäischen Abstimmung, da Deutschland als einer der ersten europäischen Staaten beigetreten ist.
In Phase 3 wurde der bilaterale Einsatz für das CAI-Abkommen angesichts der veränderten Wahrnehmung Chinas durch die EU-Partner teilweise als unkoordiniert und im Widerspruch zum gemeinschaftlichen Gesamtkonsens wahrgenommen.
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