Masterarbeit, 2023
53 Seiten, Note: 1,7
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
Einleitung
2 Das Ziel von Psychotherapie
2.1 Orientierung am subjektiven Wohlergehen
2.2 Orientierung an objektiver Qualität
2.3 Orientierung an Sinn im Leben
2.3.1 Voraussetzungen
2.3.2 Die menschliche Frage des „Warum?“
2.3.3 Sinn als Sinn ergeben
2.3.4 Wie Sinn im Leben subjektivistische und objektivistische Notwendigkeiten umfasst
3 Sinn im Leben als Narrativ
3.1 Was ist ein Narrativ?
3.2 Relationistische Sicht
3.3 Rekonstruktivistische Sicht
3.4 Sinn im Leben - Relativistische vs. Rekonstruktivistische Sicht
3.4.1 Probleme - Rekonstruktivistische Sicht
3.4.2 Probleme - Relationistische Sicht
4 Narrativ als Instrument in der Psychotherapie - narrative Psychotherapie
4.1 Narrative Psychotherapie
4.1.1 Dominante und alternative Narrative
4.1.2 Das Erkennen von Sinn im Leben durch Narrative
5 Konklusion
Die Arbeit untersucht das übergeordnete Ziel der Psychotherapie und argumentiert, dass das Erkennen und Verwirklichen von Sinn im Leben durch kohärente Narrative als zentrales Therapieziel fungieren sollte, um sowohl subjektive als auch objektive Anforderungen an eine psychische Gesundheit zu erfüllen.
3.1 Was ist ein Narrativ?
Menschen verfügen über diverse Kapazitäten, um Sinn in ihren Erfahrungen bzw. ihren Lebensabschnitten, ihren Leben als Ganzen oder in der Welt zu erkennen. Sie erkennen Sinn durch philosophische Reflexion, durch wissenschaftliches Verständnis, durch sorgfältiges Nachdenken, durch Observation und auch durch Storytelling. Das Nutzen von Narrativen zum Beschreiben, Interpretieren und Leben in der Welt ist eine spezifisch menschliche Eigenschaft, die womöglich mit dem von Frankl identifizierten menschlichen Streben nach Sinn (d.i. der Wille zum Sinn) zusammenhängt. Denn wie im zweiten Kapitel erarbeitet wurde, streben Menschen danach, Begebenheiten in ihrem Leben verständlich zu machen, sodass sie Sinn ergeben.
Ein Narrativ über das eigene Leben, über die eigenen Fähigkeiten, Schwächen, Handlungen, Verlangen, Beziehungen, die eigenen Interessen, Leistungen und Fehler ist etwas, das jedem Menschen grundsätzlich zugänglich ist. Jeder Mensch betreibt, sobald er sprechen kann, alltäglich Storytelling als Interpretation der Lebenswelt sowie der eigenen Identität. Das heißt, dass Subjekt zu sein immer damit zusammenhängt, ein Narrativ über sich, das eigene Leben und die Welt zu haben und Storytelling über diese Bereiche nichts Zusätzliches ist, was nur manche Personen betreiben, auch wenn ihr Storytelling hinsichtlich des Grades an (Selbst-)Reflexion und Bewusstheit stark variieren kann. (Vgl. Abbott 2005: 1ff.)
Peter Goldie (2003) identifiziert drei Merkmale von „erfolgreichen“ Narrativen des Lebens von Personen. Demnach ist ein solches Narrativ erfolgreich, sofern es kohärent ist und im Gegensatz zu einer schlichten Auflistung von Ereignissen, die zwischen diesen Ereignissen bestehenden kausalen Verbindungen aufzeigt. Damit zusammenhängend wird eine Abfolge von Ereignissen durch ein Narrativ sinnvoll, indem die erzählende Person selbst und/oder ihre Zuhörerinnen dadurch verstehen, wie ihre im Narrativ repräsentierten Handlungen für sie zur jeweiligen Zeit Sinn ergeben haben. Ein solches Narrativ hat auch emotionale Wirkung, indem dadurch die Bewertung sowie die emotionale Reaktion der erzählenden Person auf das, was passiert ist, offengelegt wird.
Einleitung: Die Einleitung legt das therapeutische Problem dar und führt in die These ein, dass die Konstruktion kohärenter Narrative als übergeordnetes Therapieziel dient.
2 Das Ziel von Psychotherapie: Das Kapitel analysiert subjektivistische und objektivistische Therapieziele und verwirft diese als alleinige Grundlagen zugunsten einer am Sinn orientierten Perspektive.
3 Sinn im Leben als Narrativ: Hier wird die philosophische Beziehung zwischen Sinnstiftung und narrativen Strukturen untersucht, wobei die Notwendigkeit einer interpretativen Tätigkeit des Subjekts hervorgehoben wird.
4 Narrativ als Instrument in der Psychotherapie - narrative Psychotherapie: Dieser Teil konkretisiert, wie narrative Techniken (Dekonstruktion/Rekonstruktion) eingesetzt werden, um Klienten bei der Sinnverwirklichung und Leidbewältigung zu unterstützen.
5 Konklusion: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse, wonach ein am Sinn orientiertes, narratives Vorgehen die effektivste Methode zur therapeutischen Begleitung darstellt.
Sinn im Leben, Psychotherapie, Narrative Psychotherapie, Narrativ, Storytelling, Kohärenz, Identität, Logotherapie, Existenzanalyse, Werte, Sinnstiftung, Handlungsmacht, Integrität, Selbsttranszendenz, Lebensführung.
Die Arbeit untersucht ein neues, übergeordnetes Ziel für die Psychotherapie, das über die bloße Steigerung des subjektiven Wohlbefindens oder die Erfüllung objektiver Normen hinausgeht.
Das Werk verknüpft philosophische Identitätstheorie, existenzielles Streben nach Sinn und psychotherapeutische Methoden, insbesondere die narrative Psychotherapie.
Es wird erörtert, inwiefern das Erkennen und Verwirklichen von Sinn im Leben mithilfe der Konstruktion kohärenter Narrative als "finales" Ziel therapeutischer Arbeit dienen kann.
Die Arbeit basiert auf einer philosophischen Analyse von Sinn- und Narrativtheorien, erweitert durch psychologische Konzepte aus der Logotherapie und der narrativen Psychologie.
Der Hauptteil gliedert sich in die kritische Hinterfragung bisheriger Therapieziele, die theoretische Analyse der Sinn-Narrativ-Beziehung und die praktische Anwendung durch narrative Interventionsformen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Sinn im Leben", "Narrative Struktur", "Kohärenz", "Werteverwirklichung" und "Handlungsautonomie" charakterisiert.
Während klassische Ansätze oft entweder nur das subjektive Befinden oder rein objektive Verhaltensweisen forcieren, verbindet der Sinn-Ansatz beides durch die vom Klienten selbst konstruierte Bedeutung seines Lebenswegs.
Anna dient als zentrales Fallbeispiel, an dem illustriert wird, wie durch die narrative Umdeutung leidvoller Erfahrungen eine neue Sicht auf das eigene Leben und damit ein Gewinn an Sinn möglich wird.
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