Diplomarbeit, 2009
75 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Geschichte der klinischen Psychiatrie
2.1 Von der Jahrhundertwende zu Weimarer Republik
2.2 Psychiatrie im dritten Reich
2.3 Psychiatrie in der Nachkriegszeit bis 1975
2.4 Die Psychiatrie Enquete und die Entstehung der Sozialpsychiatrie
2.5 Das sozialpsychiatrische Versorgungssystem am Beispiel Hamburgs
2.5.1 Psychiatrische Abteilungen in den Krankenhäusern
2.5.2 Tageskliniken
2.5.3 ambulante Betreuung am Beispiel der personenbezogenen Hilfen für psychisch kranke Menschen
2.5.4 Betreutes Wohnen am Beispiel Wohnheim
2.5.5 Der Sozialpsychiatrische Dienst (SpD)
2.6 Psychiatrie in der DDR
3. Was ist eine psychische Störung
3.1 Ursachen psychischer Störungen
3.1.1 Biologische Ursachen psychischer Störungen
3.1.1.1 Neurobiologische Faktoren
3.1.1.2 Theorie der Vererbung
3.1.2 Soziale Ursachen psychischer Störungen
3.1.2.1 Das Diathese-Stress-Modell
3.1.2.2 Die Doublebindtheorie
3.1.3 Psychologische Ursachen psychischer Störungen
3.1.3.1 Das psychodynamische Modell
3.1.3.2 Die Lerntheoretie
3.1.4 Das biopsychosoziale Modell
3.2 Beispiele schwerer psychischer Störungen
3.2.1 Psychotische Störungen am Beispiel der paranoiden Schizophrenie (F20.0)
3.2.2 Persönlichkeitsstörung am Beispiel der Emotional instabilen Persönlichkeitsstörung: Borderline-Typ (F60.31)
3.2.3 Neurotische Störungen am Beispiel der leichten und mittleren depressiven Episode (F32.0 und F32.1)
3.3 Einengung des Personenkreises. Wer ist betroffen?
4. Was bedeutet Arbeit für den Menschen?
5. Sind die Betroffenen in der Gesellschaft angekommen?
5.1 Das Ansehen psychisch kranker Menschen in der Gesellschaft
5.2 Empirische Befunde der Lebenswelt der Betroffenen
5.3 Das schwierige Verhältnis zwischen psychischer Erkrankung und Arbeit
6. Konzepte zur Integration der Betroffenen in die Gesellschaft
6.1 Der IBRP
6.2 Die Therapeutische Arbeitsstätte am UKE
6.2.1 Arbeitsprinzipien, Zielsetzung und Zielgruppe der Einrichtung
6.2.2 Stationäre, teilstationäre und ambulante Behandlung
6.2.3 Arbeitsformen der Einrichtung
6.2.3.1 Das Soziale Kompetenz Training (SKT)
6.2.3.2 Treffpunkt Job
6.2.3.3 Reha Klärung
6.2.3.4 Weitere sozialpsychiatrische Unterstützung
6.3 Community Living
6.4 Weitere Beispiele beruflicher Rehabilitationseinrichtungen
Die Diplomarbeit untersucht die gesellschaftliche Integration von Menschen mit psychiatrischen Diagnosen, mit besonderem Fokus auf die Rolle der Arbeit als Mittel gegen Isolation. Die Forschungsfrage widmet sich der Problematik, ob Betroffene trotz psychiatrischer Reformen wie der Psychiatrie-Enquete tatsächlich in der Gesellschaft angekommen sind oder weiterhin eine Randexistenz führen.
2.1 Von der Jahrhundertwende zur Weimarer Republik
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fand die Behandlung psychisch erkrankter Menschen überwiegend in psychiatrischen Anstalten statt. Diese Behandlungsmethode wurde von Emil Kraepelin, einer der wichtigsten Persönlichkeiten im Bereich der psychiatrischen Forschung, in die Wege geleitet und hat den Begriff klinische Psychiatrie entscheidend geprägt. (vgl. Schott, 2006: 116) Kraepelin hatte eine differenziertere Diagnostik im Bereich der psychotischen Störungen entwickelt. Diese unterteilte er in die Bereiche der Schizophrenien auf der einen Seite und den affektiven Psychosen, wie zum Beispiel manische Depressionen auf der anderen Seite. Zur Behandlung dieser sah es Kraepelin als bestes Mittel an, die Menschen unter Aufsicht in Anstalten zu verwahren und so Veränderungen im Krankheitsverlauf zu beobachten. (vgl. Schott, 2006: 117) Interessant ist zu erwähnen, dass Kraepelin wichtige Untersuchungen im Bereich der Arbeitspsychologie gemacht hatte.
Kraepelin hat den Begriff der Arbeitskurve geprägt. In dieser wird diagnostiziert inwiefern der Proband „welche Menge und Güte einer Arbeit (z.B. im Kraepelin´schen Rechentest) in einer bestimmten Zeit wiedergibt; sie ist abhängig von Motivation, Aufmerksamkeit und Übung, aber auch von Ermüdung und pharmakologischen Einflüssen.“ (Schott, 2006: 120)
Kraepelin hat erkannt, dass eine gewisse sinnvolle Beschäftigung der Bewohner psychiatrischer Anstalten sich positiv auf die Behandlung und sogar auf die Genesung auswirken kann. Allerdings wurden seine Erkenntnisse zu dieser Zeit wenig bis gar nicht angewendet. Parallel zu den Anstalten entwickelten sich zunehmend die psychiatrische Fakultäten und deshalb auch psychiatrische Abteilungen in den Universitätskrankenhäusern. Während die Anstalten eher chronisch erkrankte Menschen versorgten, häufig ihr Leben lang, waren die Universitätskrankenhäuser eher für Akutfälle zuständig.
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die persönlichen Erfahrungen des Autors mit der psychiatrischen Versorgung und leitet die Forschungsfrage über den Integrationsstatus psychisch Kranker ab.
2. Geschichte der klinischen Psychiatrie: Dieses Kapitel skizziert die Entwicklung vom Anstaltswesen des frühen 20. Jahrhunderts über die Zeit des Nationalsozialismus bis hin zur Psychiatrie-Enquete und den daraus resultierenden modernen Versorgungsstrukturen.
3. Was ist eine psychische Störung: Hier werden verschiedene Erklärungsmodelle (biologisch, sozial, psychologisch, biopsychosozial) für psychische Störungen diskutiert und Beispiele für schwere Störungen wie Schizophrenie oder Borderline aufgeführt.
4. Was bedeutet Arbeit für den Menschen?: Das Kapitel erörtert die zentrale Rolle von Arbeit als sinnstiftende Tätigkeit und Grundlage für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
5. Sind die Betroffenen in der Gesellschaft angekommen?: Hier wird die Kernfrage der Arbeit untersucht, indem empirische Befunde zur Lebenswelt und die Diskriminierungserfahrungen der Betroffenen gegenübergestellt werden.
6. Konzepte zur Integration der Betroffenen in die Gesellschaft: Das Kapitel stellt konkrete Rehabilitations- und Inklusionskonzepte wie den IBRP, die therapeutische Arbeitsstätte am UKE und Community Living vor.
Psychiatrie-Enquete, Sozialpsychiatrie, Psychiatrische Versorgung, Psychische Störung, Integration, Rehabilitation, Arbeitstherapie, Teilhabe, Stigmatisierung, Chronifizierung, Biopsychosoziales Modell, Community Living, Soziale Arbeit, Arbeitsrehabilitation, Lebensweltorientierung
Die Arbeit untersucht die gesellschaftliche Integration von Menschen mit psychischen Erkrankungen und hinterfragt, inwieweit diese trotz sozialpsychiatrischer Reformen tatsächlich in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind.
Die Themen umfassen die historische Entwicklung der Psychiatrie, die Ursachen psychischer Störungen, die Bedeutung von Arbeit für den Menschen und konkrete Ansätze zur beruflichen und sozialen Rehabilitation.
Die Arbeit geht der Frage nach, ob Menschen mit psychiatrischen Diagnosen in Deutschland integriert sind oder ob sie weiterhin eine Randexistenz führen, und welche Rolle Arbeit dabei als Weg aus der Isolation spielt.
Der Autor führt keine eigene Studie durch, sondern wertet vorhandene Fachliteratur und empirische Befunde aus, um den aktuellen Status der psychiatrischen Versorgung und soziale Bedingungen zu analysieren.
Der Hauptteil setzt sich aus einer historischen Aufarbeitung, theoretischen Ursachenerklärungen psychischer Störungen, der Analyse der Bedeutung von Erwerbsarbeit sowie der Vorstellung konkreter Integrationskonzepte wie IBRP und Community Living zusammen.
Wichtige Begriffe sind Psychiatrie-Reform, Soziale Inklusion, Arbeitsrehabilitation, Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und die Vermeidung von Stigmatisierung durch Arbeit.
Der Autor betont, dass Arbeit neben der Sicherung des Lebensunterhalts vor allem Struktur, soziale Kontakte, Anerkennung und Selbstwert vermittelt, was für die Stabilität bei psychischen Erkrankungen essenziell ist.
Das Paradoxon bezeichnet den Umstand, dass Menschen, die eine Integrationsmaßnahme zur Stabilisierung dringend bräuchten, den Zugang dazu oft verwehrt bekommen, weil sie aufgrund ihrer instabilen Verfassung als "nicht ausreichend erfolgreich" oder "nicht geeignet" eingestuft werden.
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