Masterarbeit, 2022
107 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Masterarbeit
1.2 Aufbau
2. Kommunikation und Krise
2.1 Werbung und ihre Rolle für die Außendarstellung von Unternehmen
2.2 Krisen und Krisentypen
2.3 Shitstorms und ihr Verlauf
2.4 Krisenmanagement und Krisenkommunikation
2.5 Strategien, Regeln, Faktoren, Grundprinzipien der Krisenkommunikation
3. Diversity und Krise
3.1 Diversity: Definition und Dimensionen
3.2 Diversity Management in der Unternehmensführung
3.3 Die Bedeutung von Diversity in der Außenkommunikation
3.4 Ebenen und Formen der Diskriminierung in Bezug auf Diversity
4. Methodisches Vorgehen
4.1 Qualitative Forschung
4.2 Untersuchungsmethode
4.3 Untersuchungsobjekte
4.4 Datenquellen
4.5 Auswertungsmethode
4.6 Gütekriterien: Transparenz, Reichweite, Intersubjektivität
5. Fallbeispiele - Darstellung der Forschungsergebnisse
5.1 Der Fall „Petit Colon“: Volkswagen
5.2 Der Fall „Coolest Monkey in the Jungle“: H&M
5.3 Der Fall „Du bist nicht du, wenn du hungrig bist.“: Snickers
6. Diskussion
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit sich herkömmliche Erfolgskriterien der Krisenkommunikation für die Bewältigung von „Diversity-Shitstorms“ eignen. Dabei wird analysiert, ob bei ethischen Fehltritten im Zusammenhang mit Diversity-Aspekten die etablierten Bewältigungsstrategien greifen oder ob diese Krisenszenarien eine andere methodische Krisenkommunikation erfordern.
Die Reaktionsgeschwindigkeit
Noch am Tag der Veröffentlichung des skandalösen Inhalts, am 19. Mai 2020, reagierte Volkswagen nur wenige Stunden darauf auf die Hasswelle mit einer Stellungnahme des Instagram-Teams in der Kommentarspalte eines Beitrags, unter den sich der Shitstorm hin verlagert hatte, denn unter einer Story gibt es keinen virtuellen Raum für öffentlichen Austausch. Nach dieser kurzen Stellungnahme wurde angekündigt, „die Story ab sofort nicht weiter auszuspielen“ (vgl. Anhang VW I). Volkswagen löschte den Inhalt umgehend. Einen Tag später, am 20. Mai 2020, meldete sich der VW-Vertriebsvorstand und die Leiterin des Diversity Managements mit einer offiziellen Stellungnahme im eigenen Newsroom, aber auch auf Twitter und LinkedIn, in der sich gegen Rassismus positioniert und die sorgfältige Aufklärung zugesagt wurde (vgl. Anhang VW II). Unter diesem Hochdruck übernahm also die deutsche Presseabteilung, während sich die Marketingabteilung im Stammland, eigentlich verantwortlich für Werbevideos, zurückzog. Wieder ein Tag später, am 21. Mai 2020, trat die amerikanische VW-Instagram-Seite an die Öffentlichkeit mit einer Entschuldigung für den in Europa ausgestrahlten diskriminierenden Clip (vgl. Anhang VW III). Eine Woche später, am 28. Mai 2020, wurde in einer weiteren Stellungnahme via Newsroom die Auswertung der Revisionsergebnisse versprochen und sich erneut entschuldigt (vgl. Anhang VW IV). Diese eine Woche ist nicht misszuverstehen als Verlangsamung der Reaktion, sondern vielmehr als zugestandene und vollumfänglich zu nutzende Zeit zur Aufarbeitung. Eine kürzere Aufklärungszeit könnte den Eindruck einer nachlässig geführten Auseinandersetzung erwecken und würde mitunter dem Erfolgskriterium der Glaubwürdigkeit abträglich sein.
1. Einleitung: Stellt die Problemstellung dar, welche Shitstorms durch ethische Verstöße (Diversity-Bezug) auslösen und hinterfragt, ob klassische Erfolgskriterien hier anwendbar sind.
2. Kommunikation und Krise: Bietet einen theoretischen Rahmen zu Krisenarten, Shitstorms und den allgemeinen Strategien, Regeln und Prinzipien der Krisenkommunikation.
3. Diversity und Krise: Behandelt Diversity als Unternehmens- und gesellschaftliches Thema und erläutert diskriminierende Mechanismen (Stigmatisierung, Stereotypisierung) in der Werbung.
4. Methodisches Vorgehen: Beschreibt das qualitative Forschungsdesign mittels multipler Fallstudienanalyse anhand der Kategorien Schnelligkeit, Glaubwürdigkeit, Sachlichkeit, Klarheit und Stringenz.
5. Fallbeispiele - Darstellung der Forschungsergebnisse: Untersucht anhand der drei Fälle Volkswagen, H&M und Snickers die praktische Krisenkommunikation nach den definierten Erfolgskriterien.
6. Diskussion: Reflektiert kritisch, warum trotz unterschiedlicher Anwendung der Erfolgskriterien die untersuchten Shitstorms relativ schnell abebbten und wo die Grenzen der Krisenforschung liegen.
7. Fazit: Fasst zusammen, dass die Hypothese, herkömmliche Kriterien seien zwingend auch für Diversity-Krisen massiv wirksam, eingeschränkt werden muss und ethische Sensibilität präventiv unverzichtbar ist.
Krisenkommunikation, Diversity, Shitstorm, Diskriminierung, Unternehmensimage, Außenkommunikation, Diversity Management, Rassismus, Homophobie, Qualitative Forschung, Fallstudienanalyse, Erfolgskriterien, Integrität, Verantwortung, Unternehmensführung.
Die Masterarbeit untersucht, ob klassische Erfolgskriterien der Krisenkommunikation ausreichen, um Shitstorms zu bewältigen, die durch ethische Verstöße in der Werbung (insbesondere Diskriminierung von Minderheiten) entstanden sind.
Die Arbeit verknüpft die Bereiche Krisenkommunikation, Diversitätsmanagement und ethische Standards in der kommerziellen Werbekommunikation.
Das Ziel ist es herauszufinden, ob Unternehmen bei einem Diversity-Shitstorm mit standardisierten Krisenmanagement-Methoden (wie schneller Entschuldigung und Prozessänderung) erfolgreich reagieren können.
Es wird eine qualitative multiple Fallstudienanalyse angewandt, um die Kommunikation der Unternehmen Volkswagen, H&M und Snickers anhand theoretisch hergeleiteter Kriterien (z.B. Schnelligkeit, Glaubwürdigkeit) zu bewerten.
Nach einem theoretischen Abriss zu Krisen und Diversity folgt eine detaillierte Auswertung dreier konkreter Shitstorm-Fälle, bei denen rassistische oder homophobe Elemente in der Werbung zu massiver öffentlicher Kritik führten.
Die zentralen Schlagworte sind Krisenkommunikation, Diversity-Shitstorm, Diskriminierung im Marketing, Unternehmensverantwortung und Corporate Social Responsibility.
Volkswagen zeigte eine sehr strukturierte und umfangreiche Krisenkommunikation, die durch die persönliche Einbindung von Führungskräften und eine transparente interne Revision eine hohe Glaubwürdigkeit und Sachlichkeit erreichte.
Der Autor schlussfolgert, dass ethische Sensibilität präventiv entscheidend ist. Zwar können Shitstorms auch durch Aussitzen oder simple Entschuldigungen (wie bei H&M/Snickers) abklingen, aber eine glaubwürdige Aufarbeitung ist für langfristiges Vertrauen unabdingbar.
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