Bachelorarbeit, 2019
74 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Das chinesische Paradigma: Kompensieren, Überholen, Weltmacht?
3. Vorläufer und Anfänge der digitalen Überwachung in China
4. Das chinesische Social Credit System
4.1 Das Wesen des Überwachungssystems
4.1.1 Darstellung und Funktionsweise
4.1.2 Big Data, Big Brother, Big Problem?
4.1.3 Algorithmen und Künstliche Intelligenz
4.1.4 Das Prinzip der Gamification
4.2 Initiatoren des Systems
4.3 Chinas Überwachungssystem im Wettbewerb der globalisierten Wirtschaft
5. Gründe für die Akzeptanz des Social Credit Systems in der Bevölkerung
5.1 Kulturhistorisch
5.2 Gesellschaftlich
5.3 Psychologisch
5.4 Wirtschaftlich
6. Vox Populi - Was ist Ihre Meinung?
6.1 Interview mit Jin Fangxiao
6.2 Umfrage zum Meinungsbild in Deutschland
7. Fazit: Digitale Überwachung bei der Erziehung zur Konformität oder doch der Weg in die IT-Diktatur?
Diese Arbeit untersucht das in China implementierte Social Credit System (SCS) und analysiert, inwieweit dieses digitale Überwachungsinstrument sowohl als Mittel zur staatlichen Disziplinierung dient als auch ökonomische und gesellschaftliche Ziele verfolgt. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, ob das System eine bloße Erziehung zur gesellschaftlichen Konformität darstellt oder den Weg in eine technokratische IT-Diktatur ebnet.
4.1.3 Algorithmen und Künstliche Intelligenz
Massenhafte im Internet hinterlassene digitale Spuren verleihen Big Data seine unüberschaubare Größe. Will man sich darin orientieren auf der Suche nach speziellen Informationen, bedarf es des Einsatzes automatisierter Intelligenz. Ein solches, in seiner Funktion kaum durchschaubares Instrument ist das System der Algorithmen. Eine Definition dieses schwer zu fassenden Begriffs lautet so: „Ein Algorithmus ist eine aus endlich vielen Schritten bestehende eindeutige Handlungsvorschrift zur Lösung eines Problems, also die Umsetzung in eine Rechenaufgabe.“ Die einzelnen Schritte sind auch wiederholbar. Diese Rechenmodelle haben in der Regel hochkomplexe Formeln und weisen einen sehr hohen Verschlüsselungsgrad auf. Im unbekümmerten Spiel der Kinder kommt es vor, dass Buchstaben durch Zahlen ersetzt werden. Jedem Buchstaben wird eine Zahl zugeordnet, wahlweise sogar eine mehrstellige. Über den Zahlencode besteht kein Konsens innerhalb der Spielgruppe. Ebenso rätselhaft wie spannend. REBECA schreibt sich dann vielleicht so: 745945341. Schwer herauszufinden? 745945341 ist Rebecas Algorithmus. Zugegeben: Ein nicht gerade komplizierter seiner Art. Und noch einmal zugegeben: Es gibt unzählige solcher Algorithmen, deren Kompliziertheit und Intransparenz es uns schwer machen, sich mit ihnen eingehender zu befassen.
Im konkreten Fall des vor seiner Fertigstellung stehenden Social Credit Systems sind es - neben anderer intelligenter Digitaltechnik, auf die noch einzugehen sein wird - vor allem die Algorithmen, die „die Anwenderinnen und Anwender identifizieren, kategorisieren und klassifizieren.“ Eifrig und unermüdlich sind die automatisierten Datenordner dabei, in Big Datas Pool Brauchbares zu suchen, es zu finden, es auszuwerten, es SCS und seinen Punktekonten zuzuführen. Die immense Ansammlung von Daten und der zu jeder Zeit mögliche Zugriff auf sie sollte gesichert sein, gehen doch rund 95 % der chinesischen Internetnutzerinnen und -nutzer auch oder ausschließlich mobil ins Netz.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet Chinas Aufstieg zur globalen Supermacht und stellt das Social Credit System als kontroverses Instrument zur sozio-ökonomischen Steuerung der Bevölkerung vor.
2. Das chinesische Paradigma: Kompensieren, Überholen, Weltmacht?: Dieses Kapitel analysiert die historische Entwicklung Chinas von den Dynastien bis zum heutigen rasanten wirtschaftlichen Wandel und Technologieführungsanspruch.
3. Vorläufer und Anfänge der digitalen Überwachung in China: Hier werden historische Kontrollmechanismen, wie das Hukou- und Danwei-System, als analoge Vorläufer der modernen digitalen Überwachungskultur in China eingeordnet.
4. Das chinesische Social Credit System: Dieses Hauptkapitel untersucht die technischen und funktionalen Aspekte des SCS, einschließlich der Rolle von Big Data, KI-Algorithmen und der Beteiligung privater Tech-Giganten.
5. Gründe für die Akzeptanz des Social Credit Systems in der Bevölkerung: Das Kapitel erörtert kulturelle, gesellschaftliche, psychologische und wirtschaftliche Erklärungsansätze für die hohe Zustimmung zur staatlichen Überwachung.
6. Vox Populi - Was ist Ihre Meinung?: Der Autor ergänzt die Literaturanalyse durch ein Experteninterview mit einem chinesischen Studenten sowie eine eigene Umfrage zum Meinungsbild der Bevölkerung in Deutschland.
7. Fazit: Digitale Überwachung bei der Erziehung zur Konformität oder doch der Weg in die IT-Diktatur?: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kritisiert die moralische sowie ethische Tragweite des Bewertungsstaates, ohne in einfache Diktatur-Klischees zu verfallen.
Social Credit System, China, Digitale Überwachung, Big Data, Künstliche Intelligenz, Algorithmen, Sozialkontrolle, Gamification, BAT-Unternehmen, Digitale Ethik, IT-Diktatur, Gesellschaftliche Konformität, Bonitätssystem, Internet-Überwachung, Privatsphäre
Die Arbeit behandelt das chinesische Social Credit System (SCS) und analysiert, wie der chinesische Staat durch die Nutzung großer Datenmengen und digitaler Technologien das Verhalten seiner Bürger und Unternehmen bewertet und steuert.
Die zentralen Schwerpunkte sind die technologische Umsetzung der Überwachung, die historische Einbettung der Sozialkontrolle in China sowie die Gründe für die bemerkenswerte Akzeptanz dieser Maßnahmen in der chinesischen Bevölkerung.
Ziel ist es zu klären, ob das Social Credit System als effizientes Werkzeug zur Erziehung zu gesellschaftlicher Konformität fungiert oder ob es die Grundlage für eine autoritäre IT-Diktatur bildet.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Quellenanalyse, die durch ein Experteninterview mit einem chinesischen Staatsbürger und eine Primärumfrage zum Meinungsbild in Deutschland ergänzt wird.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Funktionsweise von Big Data und Algorithmen, der Rolle der großen chinesischen Internetkonzerne (Baidu, Alibaba, Tencent) sowie den komplexen Faktoren, die die Akzeptanz des SCS begünstigen.
Wichtige Begriffe sind Social Credit System, Algorithmen, Big Data, digitale Überwachung sowie die ethische Auseinandersetzung mit dem Verlust der Privatsphäre und der staatlichen Steuerung durch Punktesysteme.
Baidu, Alibaba und Tencent sind als private Netzgiganten essenzielle Akteure, da sie über immense Datenmengen verfügen und die technologische Infrastruktur bereitstellen, die das SCS überhaupt erst operativ möglich macht.
Während viele Menschen in China das System aufgrund von Versprechen auf soziale Harmonie und praktische Vorteile tendenziell akzeptieren, herrscht in Deutschland eine ausgeprägte Skepsis bezüglich Datenschutz und der drohenden Einschränkung individueller Freiheiten.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

