Diplomarbeit, 2009
113 Seiten, Note: 2,0
0 Einleitung
1 Theoretischer Überblick
1.1 Mediennutzung und Gefahren für Kinder und Jugendliche
1.1.1 Nutzungsformen
1.1.2 Mediennutzung von Kindern
1.1.3 Mediennutzung von Jugendlichen
1.1.4 Gefahren neuer Medien
1.1.5 Internetsucht
1.2 Pädosexualität-Historie und Begriffsklärung
1.2.1 Historie
1.2.2 Begriffsklärung
1.2.3 Psychologische Merkmale Pädosexueller
1.3 Entstehungstheorien zur Pädosexualität
1.3.1 Störung der Impulskontrolle
1.3.2 Persönlichkeitsstörung
1.3.3 Erkenntnisse der Neuropsychologie
1.3.4 Integrative Verursachungstheorie zur Entstehung der paedophilia erotica
1.3.5 Psychoanalytische Theorie
1.3.6 Feministische Theorie
1.3.7 Lerntheorie
1.3.8 Vier-Stufen-Modell Finkelhors
1.3.9 Komorbidität
1.4 Gesetzeslage in der BRD
1.4.1 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung
1.4.2 Pädosexuelle Straftaten im Internet
1.5 Statistiken zum sexuellen Missbrauch
1.5.1 Die Problematik des Dunkelfelds
1.5.2 Polizeiliche Kriminalstatistik
1.5.3 Studien zum sexuellen Kindesmissbrauch
1.6 Differenzierung von Tätertypen
1.6.1 Ausschließlicher vs. nicht-ausschließlicher Typ
1.6.2 trader, traveler, trader-traveler
1.6.3 Fixierter vs. regressiver Typ
1.7 Opfertypen
1.8 Folgen sexuellen Missbrauchs
1.9 Täterstrategien
1.9.1 Strategien jugendlicher Täter
1.9.2 Strategien erwachsener Täter
1.9.2.1 … im Internet
1.9.2.2 … außerhalb des Internets
2 Fragestellung und Hypothesen
3 Methode
3.1 Datenerhebung und Untersuchungsdurchführung
3.2 Beschreibung der Stichprobe
3.3 Material und Messinstrumente
3.4 Methoden der Datenauswertung
4 Ergebnisse
4.1 Hypothese 1: Mädchen und Jungen unterscheiden sich nicht in der Dauer der Chatnutzung
4.2 Hypothese 2: Mädchen machen mehr unangenehme Erfahrungen im Chat als Jungen
4.3 Hypothese 3: Mädchen bekommen mehr sexuelle Inhalte per Handy, E-Mail oder im Chat als Jungen
4.4 Hypothese 4: Je länger die tägliche Chatnutzung, desto mehr unangenehme Inhalte werden per Chat erhalten
4.5 Hypothese 5: Je länger die tägliche Chatnutzung, desto häufiger werden unangenehme Erfahrungen im Chat gemacht
4.6 Hypothese 6: Je länger die Jugendlichen ihre Chatbekanntschaft kennen, desto zufriedener sind sie vom ersten Treffen
5 Diskussion
5.1 Beachtenswertes zur Datengewinnung durch Fragebögen
5.2 Methodische Einschränkungen der vorliegenden Studie
5.2.1 Vorgehensweise bei der Datengewinnung
5.2.2 Anmerkungen zur Gestaltung des Fragebogens
5.2.3 Rücklaufquote
5.2.4 Anwendung nonparametrischer Testverfahren
5.3 Diskussion der Ergebnisse
5.3.1 Mädchen und Jungen unterscheiden sich nicht in der Dauer der Chatnutzung (Hypothese 1)
5.3.2 Mädchen machen mehr unangenehme Erfahrungen im Chat als Jungen (Hypothese 2)
5.3.3 Mädchen bekommen mehr sexuelle Inhalte per Handy, E-Mail oder im Chat als Jungen (Hypothese 3)
5.3.4 Je länger die tägliche Chatnutzung, desto mehr unangenehme Inhalte werden per Chat erhalten (Hypothese 4)
5.3.5 Je länger die tägliche Chatnutzung, desto häufiger werden unangenehme Erfahrungen im Chat gemacht (Hypothese 5)
5.3.6 Je länger die Jugendlichen ihre Chatbekanntschaft kennen, desto zufriedener sind sie vom ersten Treffen (Hypothese 6)
5.4 Zusammenfassende Beurteilung der Ergebnisse und Ausblick
6 Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 17 Jahren sowie die damit verbundenen Gefahren durch pädosexuelle Täterstrategien im Internet. Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen Nutzungsverhalten und dem Erhalt unangenehmer Inhalte oder sexueller Belästigungen zu klären und daraus Präventionsansätze für verschiedene Akteure abzuleiten.
1.9.2.1 … im Internet
Über die Online-Strategien erwachsener Täter gibt es nur sehr wenige wissenschaftliche Arbeiten und Studien. Befinden sich die potentiellen Opfer nicht im direkten Umfeld des Täters, so eignet sich aus Tätersicht vor allem das Internet gut für die Kontaktaufnahme, da die natürliche Barriere zwischen Jung und Alt entfällt oder zumindest stark reduziert ist (Ohlmes, 2006). Aus der bereits erwähnten N-JOV-Studie (2007) geht hervor, dass nur 5 % der Täter vorgaben, jugendlich zu sein. 95 % gaben ihr Alter wahrheitsgemäß an, wenn sie mit Kindern und Heranwachsenden online kommunizierten. Auch über ihr sexuelles Interesse ließen nur wenige Pädosexuelle ihre potentiellen Opfer im Dunkeln (Wolak et al., 2008).
Pädosexuelle benutzen das Internet vermehrt, um in Kontakt mit Minderjährigen zu treten. Dabei verwenden sie diverse Kommunikationsmittel, wie E-Mail, Chat, Instant Messanger und soziale Netzwerkseiten. Vor allem Kinder und Jugendliche, die persönliche Informationen (z. B. Name, Alter, Name der Schule, Telefonnummer, Bilder) an Unbekannte weitergeben oder die mit Unbekannten über sexuelle Themen reden, gelangen ins Visier der Pädosexuellen. Durch diese Verhaltensweisen erregen sie das Interesse der Pädosexuellen und erleichtern ihnen den Grooming-Prozess (vgl. nächsten Abschnitt).
Die meisten Jugendlichen, die online einen Pädosexuellen kennen gelernt haben und sich mit ihm treffen, sind sich im Klaren, dass es zu sexuellen Handlungen kommen kann bzw. wird. Sie willigen ein, weil sie den Erwachsenen lieben oder zumindest eine tiefe Zuneigung für ihn verspüren. Deswegen ist es wenig verwunderlich, dass sich 73 % dieser Jugendlichen mehrmals mit dem Erwachsenen (zum Zwecke sexueller Handlungen) trafen. Dabei kann es vorkommen, dass die Pädosexuellen, deren primäres Interesse ein sexuelles ist, den Opfern Liebe vorspiegeln bzw. ihnen ihre wahre Liebe gestehen (Wolak et al., 2008).
0 Einleitung: Zusammenfassung der zunehmenden Mediennutzung bei Kindern und Jugendlichen sowie die daraus resultierenden Gefahren im Kontext pädosexueller Täterstrategien.
1 Theoretischer Überblick: Umfassende Darstellung der Mediennutzung, Begriffsklärung der Pädosexualität, Entstehungstheorien, rechtliche Rahmenbedingungen, Statistiken zum Missbrauch und Täterstrategien.
2 Fragestellung und Hypothesen: Herleitung der Forschungsfragen und Hypothesen basierend auf Erkenntnissen der JIM- und KIM-Studien zum Nutzungsverhalten und zu Belästigungen im Internet.
3 Methode: Beschreibung der Fragebogenuntersuchung an einer niederbayerischen Realschule, der Stichprobendaten und der statistischen Auswertungsverfahren (nonparametrische Tests).
4 Ergebnisse: Präsentation der statistischen Auswertungen der Hypothesen zu Nutzungsdauer, Häufigkeit unangenehmer Erfahrungen und Chatbekanntschaften.
5 Diskussion: Kritische Reflexion der Datengewinnungsmethode, methodische Limitationen, Interpretation der Ergebnisse im Vergleich mit anderen Studien und Ableitung von Präventionsmaßnahmen.
6 Zusammenfassung: Zentrale Schlussfolgerungen der Untersuchung bezüglich des Gefahrenpotenzials für Jugendliche im Internet und der Notwendigkeit medienpädagogischer Aufklärung.
Pädosexualität, Internet, Chatroom, Kinder- und Jugendschutz, Mediennutzung, Grooming, sexuelle Belästigung, Viktimisierung, Chat-Netiquette, Cyberbullying, Online-Strategien, Fragebogenstudie, präventive Maßnahmen, Missbrauch, Jugendliche.
Die Arbeit untersucht, wie Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 17 Jahren moderne Medien wie Internet, Chat und Handy nutzen und welchen Gefahren durch pädosexuelle Täter sie dabei im digitalen Raum ausgesetzt sind.
Die Schwerpunkte liegen auf der Mediennutzung von Minderjährigen, den theoretischen Hintergründen zur Pädosexualität, dem Phänomen des "Groomings" (Anbahnung von Missbrauch) sowie der empirischen Auswertung negativer Erfahrungen im Chat.
Das Hauptziel ist die Untersuchung aktueller Nutzungsstrategien von Kindern und Jugendlichen sowie die Klärung pädosexueller Täterstrategien aus der Wahrnehmung der Opfer, um so Ansätze für die Prävention zu finden.
Es wurde eine quantitative Fragebogenstudie unter 99 Kindern und Jugendlichen in einer bayerischen Realschule durchgeführt, deren Daten mittels nonparametrischer statistischer Verfahren (z.B. Mann-Whitney-U-Test, Korrelation nach Spearman) ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Überblick (Entstehungstheorien, Gesetzeslage, Statistiken, Tätertypen) sowie die empirische Untersuchung von Hypothesen zu Chatnutzung und sexueller Belästigung.
Wichtige Begriffe sind Pädosexualität, Grooming, Online-Viktimisierung, Medienkompetenz, Chaträume und Jugendmedienschutz.
Die Ergebnisse zeigen, dass Mädchen signifikant häufiger unangenehme Erfahrungen und sexuelle Belästigungen im Chat machen als Jungen, wobei Jungen jedoch häufiger Empfänger von pornografischen Dateien sind.
Täter nutzen Phasen wie den Vertrauensaufbau, die Isolation des Opfers und die Geheimhaltung, wobei sie Informationen über Vorlieben und Bedürfnisse der Kinder sammeln, um diese später für sexuelle Zwecke auszunutzen.
Die Hypothese, dass längere Chatbekanntschaften zu weniger Enttäuschung beim ersten persönlichen Treffen führen, ließ sich statistisch nicht signifikant belegen, wobei eine Tendenz in die hypothesenkonforme Richtung erkennbar war.
Empfohlen werden die Nutzung kindgerechter Chaträume mit moderaten Sicherheitsstandards (Alarm/Ignore-Buttons), eine bessere medienpädagogische Aufklärung von Kindern und Eltern sowie eine intensivere technische Schulung der Strafverfolgungsbehörden.
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