Bachelorarbeit, 2021
43 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung und Vorgehensweise
2. Forschungsstand
3. Ansätze des State- und Nationbuilding
3.1 Strukturkriterien des Statebuilding
3.2 Strukturkriterien des Nationbuilding
3.3 De-facto-Staaten im post-sowjetischen Raum
4. Ursachen und Gründe des Berg-Karabach-Krieges 1992-1994 und die daraus resultierenden Kriegsfolgen
5. Analyse der Strukturkriterien für Berg-Karabach
5.1 Statebuilding in Berg-Karabach
5.2 Nationbuilding in Berg-Karabach
6. Fazit
7. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die Region Berg-Karabach die strukturellen Kriterien eines modernen Staates erfüllt. Dabei wird analysiert, ob sich bei dem nicht anerkannten De-facto-Staat Prozesse des State- und Nationbuilding identifizieren lassen und wie sich der historische Kontext sowie der anhaltende Konflikt auf die staatliche Konsolidierung auswirken.
1. Einleitung und Vorgehensweise
Im Sommer letzten Jahres kam es zu beunruhigenden Entwicklungen im Südkaukasus. An der berg-karabachischen und aserbaidschanischen Grenze kam es erneut zu bewaffneten Zusammenstößen, die zu fast zweimonatigen schweren Gefechten geführt haben (vgl. Bota, 2020: 1). Im Zentrum dieses Konflikts steht die Region Berg-Karabach, dessen Größe etwa Schleswig-Holstein gleicht. Seit mehr als drei Jahrzehnten kämpfen Berg-Karabach und Aserbaidschan erbittert um diese Region, die als innenpolitisches Problem in der Sowjetunion begann und sich im Zuge des Zerfalls des Einparteienstaats massiv zu einer ethnisch-territorialen Auseinandersetzung zugespitzt hat. Berg-Karabach, welches hierbei als nicht anerkannter Staat oder auch de-facto-Staat angesehen werden kann, verfolgt das grundlegende Ziel, sich von Aserbaidschan zu lösen, wobei Aserbaidschan die Region als eigenes Staatsterritorium betrachtet (vgl. Abasov/Khachatrian, 2006: 18).
Generell verkörpern de-facto-Staaten staatsähnliche Gebilde mit beschränkter Völkerrechtsfähigkeit (vgl. Noack, 2017: 3f.). Die Sezessions- beziehungsweise Separationsbewegungen, die sich daraus ergeben, stellen die internationale Stabilität und Ordnung, und damit die Staatengemeinschaft, vor ein Handlungsdilemma. Insgesamt lassen sich seit 1945 weltweit 25 de-facto-Staaten identifizieren, die Absicht verfolgten oder immer noch verfolgen, sich von ihrem „Elternstaat” abzuspalten. Mit Berg-Karabach befinden sich gegenwärtig drei weitere de-facto-Staaten auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion (vgl. Relitz, 2015: 267).
Allerdings sind die Chancen auf eine eigene Unabhängigkeit für diese de-facto-Staaten schwindend gering. Häufig werden diese von der Staatengemeinschaft als Herrschaftsverbände und Räume begrenzter Staatlichkeit angesehen, die eine Destabilisierungspolitik betreiben und damit die internationale Stabilitätsordnung gefährden. An dieser Stelle soll die Bachelorarbeit ansetzen. Ziel ist es darzulegen und herauszuarbeiten, ob der de-facto-Staat Berg-Karabach State- und Nationbuilding Strukturen vorweisen kann oder nicht. Um diese Fragestellung zu klären, wird folgendermaßen vorgegangen: Zuallererst wird in einem theoretischen Teil auf den Forschungsstand des State- und Nationbuilding, aber auch der de-facto-Staaten eingegangen. Darauffolgend soll herausgearbeitet werden, was die essentiellen Strukturkriterien des State- und Nationbuilding sind.
1. Einleitung und Vorgehensweise: Das Kapitel führt in die Thematik der bewaffneten Konflikte in Berg-Karabach ein und skizziert das Ziel der Bachelorarbeit, die State- und Nationbuilding-Strukturen dieses De-facto-Staates zu untersuchen.
2. Forschungsstand: Hier werden die theoretischen Grundlagen zu State- und Nationbuilding sowie deren Anwendung auf De-facto-Staaten anhand der aktuellen wissenschaftlichen Literatur beleuchtet.
3. Ansätze des State- und Nationbuilding: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe und erarbeitet theoretische Strukturkriterien für ein funktionierendes Staatswesen sowie die Hintergründe zu De-facto-Staaten im post-sowjetischen Raum.
4. Ursachen und Gründe des Berg-Karabach-Krieges 1992-1994 und die daraus resultierenden Kriegsfolgen: Eine historische Analyse, die die Entstehung des ethnisch-territorialen Konflikts bis hin zu den entscheidenden militärischen Auseinandersetzungen nach dem Zerfall der Sowjetunion betrachtet.
5. Analyse der Strukturkriterien für Berg-Karabach: Die theoretischen Kriterien aus Kapitel 3 werden konkret auf die Staats- und Nationenbildung in Berg-Karabach angewendet, wobei sowohl innenpolitische Strukturen als auch die Identitätsbildung untersucht werden.
6. Fazit: Die Ergebnisse der Analyse werden zusammengefasst, wobei die Frage nach der Erfüllung der Kriterien für einen vollwertigen Staat kritisch diskutiert wird.
7. Literaturverzeichnis: Umfassende Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen zur Untermauerung der wissenschaftlichen Arbeit.
Berg-Karabach, De-facto-Staat, Statebuilding, Nationbuilding, Konfliktanalyse, Unabhängigkeit, Völkerrecht, Sowjetunion, Sezession, Staatlichkeit, Regionalkonflikt, Ethnische Identität, Post-sowjetischer Raum, Souveränität, Stabilitätsordnung
Die Arbeit untersucht, ob der De-facto-Staat Berg-Karabach die Kriterien eines modernen Staates erfüllt und inwiefern State- und Nationbuilding-Strukturen feststellbar sind.
Die zentralen Themenfelder sind die theoretischen Grundlagen des Staatsaufbaus, die Geschichte des Berg-Karabach-Konflikts und die Analyse der staatlichen Konsolidierung seit 1994.
Das Ziel ist es, wissenschaftlich zu beurteilen, ob Berg-Karabach die Anforderungen an einen vollwertigen Staat auf Basis selbst entwickelter Analysestandards erfüllt.
Die Arbeit nutzt eine deduktive Analyse, bei der zunächst allgemeine wissenschaftliche Strukturkriterien (nach u.a. Jellinek und der Montevideo-Konvention) erarbeitet und anschließend auf Berg-Karabach angewendet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Begriffe, eine historische Darstellung des Konflikts und eine detaillierte empirische Überprüfung der Strukturkriterien vor Ort.
Die wichtigsten Schlagworte sind De-facto-Staat, Berg-Karabach-Konflikt, Statebuilding, Nationbuilding, ethnisch-territoriale Sezession und völkerrechtliche Anerkennung.
Dieses Kriterium wird als entscheidender Gradmesser für die internationale Anerkennung und damit für die völkerrechtliche Staatlichkeit betrachtet, weshalb sein Fehlen Berg-Karabach massiv einschränkt.
Aserbaidschan beansprucht das Territorium als eigenen Bestandteil, was durch die internationale Staatengemeinschaft weitgehend gestützt wird und die De-facto-Regierung in eine prekäre völkerrechtliche Lage versetzt.
Die homogene ethnisch-armenische Bevölkerung und die enge historische Bindung an Armenien erschweren die Bildung einer eigenständigen berg-karabachischen Identität, da diese oft als Erweiterung der armenischen Nation wahrgenommen wird.
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