Bachelorarbeit, 2008
97 Seiten, Note: 1,0
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
Einleitung
I. Die 1. Ausstellung: „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941-1944“
1. Ausstellungsorte
2. Die Verantwortlichen für die Ausstellung
a) Hamburger Institut für Sozialforschung (HIS)
b) Jan Philipp Reemtsma
c) Die Ausstellungsmacher
3. Thesen der Ausstellung
a) Die Legende der „sauberen Wehrmacht“
b) Zum Stand der wissenschaftlichen Forschung
4. Konzeption und Beweisführung
a) Ausstellung
b) Begleitende Literatur
c) Das Begleitprogramm
5. Reaktionen auf die Ausstellung und Konsequenzen der Kontroverse
a) Die Befürworter der Ausstellung
b) Die Gegner der Ausstellung
c) Die Kritik und ihre vielfältigen Folgen
6. Moratorium und die Bewertung der Kommissionsergebnisse
II. Die 2. Ausstellung: „Verbrechen der Wehrmacht. Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941-1944“
1. Ausstellungsorte
2. Thesen und Konzeption
3. Kritik an der Ausstellung
III. Fazit
1. Ergebnisse bzw. Erfolge der Ausstellung „Vernichtungskrieg …“
2. Was ist strittig?
IV. Literaturverzeichnis
1. Literaturverzeichnis
2. Internetressourcen
3. Bildquellenverzeichnis
Diese Bachelor-Arbeit untersucht die Entstehung, den Verlauf und die gesellschaftlichen Auswirkungen der umstrittenen Wehrmachtsausstellung des Hamburger Instituts für Sozialforschung aus dem Jahr 1995. Das zentrale Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Ausstellung durch ihre spezifische Konzeption und bildliche Darstellung den Mythos der „sauberen Wehrmacht“ erschütterte, gesellschaftliche Kontroversen auslöste und welche methodischen Schwächen zu einer Neukonzeption der Ausstellung im Jahr 2001 führten.
3. Thesen der Ausstellung
Die Kernaussage der Ausstellung wird in den Informationen zur Ausstellung zusammenfassend beschrieben:
„Die Wehrmacht war aktiv beteiligt am Holocaust, an der Ausraubung der besetzten Gebiete, am Massenmord an der Zivilbevölkerung und an der Vernichtung der sowjetischen Kriegsgefangenen. Der Krieg im Osten und Südosten wurde als Rassen- und Vernichtungskrieg geplant und durchgeführt.“
Der Prolog im Ausstellungskatalog, sowie auf einer einführenden Stellwand in der Ausstellung, erläutert Thesen und Ausstellungskonzeption wie folgt:
„1945, kaum daß Nazi-Deutschland besiegt war, begannen die ehemaligen Generäle mit der Fabrikation einer Legende – der Legende von der ‚sauberen Wehrmacht‘. Die Truppe, so hieß es, habe Distanz zu Hitler und dem NS-Regime gehalten, habe mit Anstand und Würde ihre soldatische Pflicht erfüllt und sei über die Greueltaten von Himmlers Einsatztruppen allenfalls nachträglich informiert worden. Diese Behauptung, die Millionen ehemaliger deutscher und österreichischer Soldaten freisprach, bestimmt bis heute die öffentliche Meinung. 1995, fünfzig Jahre später, ist es an der Zeit, sich von dieser Lüge endgültig zu verabschieden und die Realität eines großen Verbrechens zu akzeptieren:
Die Wehrmacht führte 1941 bis 1944 auf dem Balkan und in der Sowjetunion keinen ‚normalen Krieg‘, sondern einen Vernichtungskrieg gegen Juden, Kriegsgefangene und Zivilbevölkerung, dem Millionen zum Opfer fielen. Die deutsche Militärgeschichtsschreibung hat zwar viel zur Aufklärung dieses Tatbestandes beigetragen, sie weigert sich aber einzugestehen, daß die Wehrmacht an allen diesen Verbrechen aktiv und als Gesamtorganisation beteiligt war.
Die Ausstellung will genau diesen Beweis führen. Sie wählt dazu drei Beispiele: den Partisanenkrieg in Serbien, die 6. Armee auf dem Weg nach Stalingrad, die dreijährige Besatzung Weißrußlands.
Und sie demonstriert die Schwierigkeit dieser Beweisführung: Von Beginn an versuchte die Wehrmacht, die Spuren ihrer Verbrechen zu verwischen und die Erinnerung daran zu beseitigen. Was an Legendenbildung in der Nachkriegszeit entstand, war nur die Fortsetzung dieser Politik. Die Ausstellung will kein verspätetes und pauschales Urteil über eine ganze Generation ehemaliger Soldaten fällen.
Sie will eine Debatte eröffnen über das – neben Auschwitz – barbarischste Kapitel der deutschen und österreichischen Geschichte, den Vernichtungskrieg der Wehrmacht von 1941 bis 1944.“
I. Die 1. Ausstellung: „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941-1944“: Dieses Kapitel stellt die erste Wehrmachtsausstellung vor, inklusive ihrer Akteure, der zentralen Thesen, der medialen Rezeption und der heftigen, oft polemischen Kritik, die schließlich zu einem Moratorium führte.
II. Die 2. Ausstellung: „Verbrechen der Wehrmacht. Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941-1944“: Hier wird der Prozess der wissenschaftlichen Neukonzeption nach dem Moratorium erläutert, wobei der Fokus auf einer differenzierteren Darstellung und der Einbindung eines wissenschaftlichen Beirats liegt.
III. Fazit: Das Fazit fasst die Bedeutung der Ausstellung als Auslöser für eine tiefgreifende gesellschaftliche Debatte über die Rolle der Wehrmacht zusammen und bewertet die Lernprozesse, die zu einer methodischen Verbesserung in der Neukonzeption geführt haben.
Wehrmachtsausstellung, Vernichtungskrieg, Wehrmachtsverbrechen, Legende der sauberen Wehrmacht, Hamburger Institut für Sozialforschung, Hannes Heer, Jan Philipp Reemtsma, Erinnerungskultur, NS-Regime, Kriegsverbrechen, Bildquellen, Debatte, Zeitgeschichte, Zweiter Weltkrieg, Partisanenkrieg
Die Arbeit analysiert kritisch die Wehrmachtsausstellungen des Hamburger Instituts für Sozialforschung in den 1990er und 2000er Jahren sowie die damit verbundene gesellschaftliche Debatte in Deutschland.
Dazu gehören die Darstellung der Wehrmachtsverbrechen, die Rolle der Militärführung im NS-Staat, der Umgang mit historischen Bildquellen und die Rezeption dieser Ausstellung durch Zeitzeugen, Historiker und die breite Öffentlichkeit.
Ziel ist es, die Entwicklung der Ausstellung zu beleuchten, die berechtigte und teilweise polemische Kritik daran zu untersuchen und aufzuzeigen, wie durch die Kontroverse eine Versachlichung der historischen Forschung eingeleitet wurde.
Die Autorin oder der Autor verwendet eine historisch-analytische Methode, basierend auf der Auswertung von Fachliteratur, Ausstellungskatalogen, zeitgenössischen Presseberichten, Statements von Historikern und Berichten einer eigens einberufenen Historikerkommission.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Konzeption der ersten Ausstellung, die massive öffentliche Kritik an der Bildauswahl und der methodischen Herangehensweise, das darauffolgende Moratorium sowie die Neukonzeption der zweiten Ausstellung.
Wehrmachtsausstellung, Vernichtungskrieg, Wehrmachtsverbrechen, saubere Wehrmacht, Erinnerungskultur und gesellschaftliche Debatte.
Weil dieser Mythos nach 1945 das kollektive Gedächtnis der deutschen Gesellschaft prägte und die Ausstellung direkt dazu beitrug, diesen Mythos durch die Dokumentation von Verbrechen an Zivilisten und Kriegsgefangenen in Frage zu stellen.
Die Fotos waren das wirkungsmächtigste, aber auch angreifbarste Element; die ungenaue Quellenkritik und Bildunterschriften führten dazu, dass Kritiker die wissenschaftliche Validität der gesamten Ausstellung in Zweifel zogen.
Die erste Ausstellung setzte stärker auf Schock und Provokation, während die zweite Ausstellung (2001) durch einen wissenschaftlichen Beirat, eine stärkere Differenzierung und eine fundiertere quellenkritische Einordnung gekennzeichnet war.
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