Bachelorarbeit, 2008
64 Seiten, Note: sehr gut
Geowissenschaften / Geographie - Geologie, Mineralogie, Bodenkunde
1 Fragestellung und Zielsetzung der Studie
2 Geographisch-geologischer Überblick
2.1 Übersicht zur Geologie der Alpen
2.2 Geologie der Sesia Zone
3 Scherzonen
3.1 Gesteine in Störungszonen
3.1.1 Kataklasite
3.1.2 Mylonite
3.1.3 Pseudotachylyte
4 Methodik
4.1 Polarisationsmikroskop
4.2 Rasterelektronenmikroskop
4.2.1 Sekundärelektronen
4.2.2 Rückstreuelektronen
4.3 Kathodolumineszenzmikroskop
5 Darstellung der Ergebnisse
5.1 Probe ST1213
5.2 Probe CT32
5.3 Probe CT134
5.4 Probe CT208a, CT208d, CT 208f
6 Schlussfolgerung & Zusammenfassung der Ergebnisse
Die Bachelorarbeit untersucht unterschiedliche Scherzonen in eklogitischen Glimmerschiefern der Sesia-Zone in den Westalpen, um Aussagen zur Gesteinsverformung und zur Deformationsgeschichte zu treffen. Durch die mikroskopische Charakterisierung von Gefüge, Mächtigkeit und Mineralbestand sollen Rückschlüsse auf die Deformationsbedingungen und die Art der vorliegenden Scherzonen gezogen werden.
3.1 Kataklasite
Kataklasite sind Gesteine, die durch verteilt spröde, kataklastische Deformation geprägt sind. Sie werden in geringen Tiefen und bei vergleichsweise geringen Drücken gebildet. Kataklasite zeichnen sich hauptsächlich durch ein richtungsloses Gefüge aus. Eine gebräuchliche Unterteilung der Kataklasite, als auch der Mylonite (Kapitel 3.2), wird vorgenommen nach Ihrem Matrixanteil (nach Sibson, 1977b und Scholz, 2002).
Die Unterteilung lautet:
• Protokataklasite
• (Meso-) Kataklasite
• Ultrakataklasite
Diese Unterteilung (Tabelle 1) ist jedoch willkürlich. Beispielsweise würde ein Matrixanteil von 10% (somit würde es sich um einen Protokataklasit handeln) bedeuten dass nur 10% des Gesteins „deformiert“ wurde, bzw. eine Veränderung durchlebt hat. Es gibt jedoch keine festgelegte Definition, die einen Kataklasit von einem Ultrakataklasit unterscheidet. Meist bestehen Kataklasite aus ungerundeten, eckigen, scharfen Komponenten, bedingt durch die spröde Deformation, die sie durchlebten.
1 Fragestellung und Zielsetzung der Studie: Die Arbeit definiert das Ziel, mittels unterschiedlicher Scherzonen in Glimmerschiefern Aussagen über die Deformationsgeschichte und -bedingungen der Gesteine zu treffen.
2 Geographisch-geologischer Überblick: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung der Alpen sowie die geologische Einordnung und Unterteilung der Sesia-Zone als Teil der Austroalpinen Einheit.
3 Scherzonen: Hier werden theoretische Grundlagen zu Scherzonen und den zugehörigen Störungsgesteinen wie Kataklasiten, Myloniten und Pseudotachylyten in Abhängigkeit von Druck, Temperatur und Tiefe dargelegt.
4 Methodik: Es werden die für die Untersuchung der Dünnschliffe verwendeten optischen Methoden vorgestellt: Polarisationsmikroskopie, Rasterelektronenmikroskopie (REM) und Kathodolumineszenzmikroskopie.
5 Darstellung der Ergebnisse: Dieses umfangreiche Kapitel präsentiert die detaillierten petrographischen Analysen und Untersuchungsergebnisse der sechs verschiedenen Gesteinsproben aus dem Aosta-Tal und vom Mt. Mucrone.
6 Schlussfolgerung & Zusammenfassung der Ergebnisse: Hier werden die Ergebnisse synthetisiert, wobei deutliche Unterschiede in der Deformation zwischen den Proben aus dem Aosta-Tal (Mylonite/Ultramylonite) und vom Mt. Mucrone (Pseudotachylyte) aufgezeigt und interpretiert werden.
Scherzonen, Sesia-Zone, eklogitische Glimmerschiefer, Deformation, Mylonite, Ultramylonite, Pseudotachylyte, Geologie der Alpen, Polarisationsmikroskop, Rasterelektronenmikroskop, Kathodolumineszenz, Metamorphose, Gesteinsgefüge, Aosta-Tal, Mt. Mucrone.
Die Arbeit analysiert die Verformung von Gesteinen anhand von Scherzonen in eklogitischen Glimmerschiefern der Sesia-Zone in den Westalpen.
Die zentralen Themen sind die geologische Einordnung der Sesia-Zone, die Klassifikation und Entstehung von Störungsgesteinen sowie deren petrographische Charakterisierung.
Ziel ist es, den Deformationsprozess der untersuchten Gesteine nachzuvollziehen und Schlussfolgerungen zu den jeweiligen Deformationsbedingungen (Druck, Temperatur) zu ziehen.
Zur Analyse der Dünnschliffe werden das Polarisationsmikroskop, das Rasterelektronenmikroskop (REM) und das Kathodolumineszenzmikroskop verwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zu Scherzonen, die Erläuterung der Untersuchungsmethoden und die detaillierte Darstellung und Auswertung der Ergebnisse für die sechs gewählten Gesteinsproben.
Wichtige Begriffe sind Scherzonen, Sesia-Zone, Mylonit, Pseudotachylyt, Deformation, Petrographie und Mikroskopie.
Die Scherzonen aus dem Aosta-Tal sind als Mylonite bzw. Ultramylonite bei duktilen Bedingungen entstanden, während die Proben vom Mt. Mucrone eher auf spröde-duktile Deformation und die Bildung von Pseudotachylyten hindeuten.
Die Nähe der Proben vom Mt. Mucrone zur Insubrischen Linie macht diese Scherzonen zu potenziellen Hinweisen auf frühere Erdbebenaktivität, was die Entstehung der Pseudotachylyte erklärt.
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