Bachelorarbeit, 2022
38 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Definition Diskriminierung
2.1. Institutionelle Diskriminierung
2.2 Exkurs über die Problematik des Begriffs ‚Menschen mit Migrationshintergrund‘
3. Die Begründung für einen Vergleich zwischen den Institutionen Polizei und Schule
4. Aufbau und Organisation der Institution Polizei
4.1. Zusammensetzung und institutionelle Lebenswelt der Polizei
5. Aufbau und Organisation der Institution Schule
5.1. Zusammensetzung der Schule
6. Einführung Vergleichsmaßstäbe
6.1 Vergleichsmaßstab Schlussregeln und Begründungsmuster
6.2 Vergleichsmaßstab Ermessensspielraum
7. (Staatliche) Logik hinter institutioneller Diskriminierung
8. Fazit
Die Arbeit untersucht die Mechanismen institutioneller Diskriminierung mit Fokus auf die Institutionen Polizei und Schule. Ziel ist es aufzuzeigen, wie organisatorische Routinen, Normalitätserwartungen und Ermessensspielräume zur (Re-)Produktion von Ungleichheit und ethnischer Differenz beitragen, ohne dass dies zwingend auf individuellen Vorurteilen basieren muss.
6.1 Vergleichsmaßstab Schlussregeln und Begründungsmuster
Zum Vergleich soll aufseiten der Institution Schule die Schlussregel 14 zur Analyse eines Interviews dienen: „Wenn die Türken für sich leben und Türkisch sprechen, haben sie eine aggressive und feindselige Haltung gegenüber der deutschen Gesellschaft“ (SR 14 zit. n. Gomolla & Radtke 2009, S. 256). Hier handelt es sich um ein Entscheidungs- und Begründungsmuster an der Übergangsschwelle von der Primar- in die Sekundarstufe. Bei den Übergangsentscheidungen finden sich mehrfach Kontrastierungen unterschiedlicher Gruppen von ‚Migrant:innen‘, welche aufgrund sozialer Schichten, oder aber spezifischen Herkunftsländern festgemacht werden (vgl. ebd., S. 254). So wird im folgenden Interviewausschnitt die hohe Anzahl türkischer Kinder mit einem Übergang auf die Hauptschule durch den Schulleiter schlichtweg mit der hohen Anzahl türkischer Kinder begründet:
Das sind aber-, im Grunde sind das eben wirklich -, wir haben keine Italiener und wir haben im Grunde auch keine Jugoslawen, wir haben praktisch Türken und ein paar Marokkaner. Es handelt sich, kann man hier bei uns sagen, um türkische Übergänge. Wenn wir mal einen Italiener hatten, der war anders integriert, durch die Religion, durch die Sprache, durch das Spielen mit anderen Kindern, da war keine Ghettobildung zu erkennen, auch weil die nicht in Massen aufgetreten sind, wie die Türken bei uns. […] Oder auch diese Marokkaner, die wir bis jetzt hatten, die sind alle zur Realschule oder zum Gymnasium gegangen, weil die stärker vereinzelt sind, da ist auch ein stärkeres Bildungsbewußtsein da. Und die kapseln sich nicht ab, auch sprachlich nicht […]. Also ich denke, man muß viel stärker differenzieren zwischen Ausländern, zwischen islamistischem Umfeld und Hintergrund, und zwischen südeuropäisch-katholischer Population […] (Schulleiter der Grundschule A, zit. n. Gomolla & Radtke 2009, S. 254).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz diskriminierungsfreier Räume unter Berücksichtigung demografischer Veränderungen und führt in das Konzept der instititutionellen Diskriminierung ein.
2. Definition Diskriminierung: Dieses Kapitel definiert verschiedene Formen von Diskriminierung (nach Feagin und Booher-Feagin) und grenzt institutionelle Diskriminierung als organisatorisches Strukturproblem ab.
3. Die Begründung für einen Vergleich zwischen den Institutionen Polizei und Schule: Es werden die Analogien zwischen Schule und Polizei hinsichtlich ihrer starken Reglementierung und dem hohen Diskriminierungspotenzial durch weit gefasste Ermessensspielräume dargelegt.
4. Aufbau und Organisation der Institution Polizei: Das Kapitel beschreibt die Aufgaben der Polizei und zeigt auf, wie interne Zielvorgaben und polizeiliche Lebenswelten die Praxis sowie die Adressierung der Bevölkerung beeinflussen.
5. Aufbau und Organisation der Institution Schule: Hier wird der staatliche Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule analysiert und diskutiert, wie Normalitätserwartungen und Selektionsroutinen die Schullaufbahnen beeinflussen.
6. Einführung Vergleichsmaßstäbe: Dieses Kapitel bereitet den Vergleich der beiden Institutionen anhand der methodischen Kategorien Schlussregeln und Ermessensspielräume vor.
7. (Staatliche) Logik hinter institutioneller Diskriminierung: Die Analyse verbindet die institutionellen Routinen mit einer staatlichen Logik der Reproduktion gesellschaftlicher Machtverhältnisse und ethnischer Ordnung.
8. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Bestätigung, dass beide Institutionen aktiv an der Herstellung ethnischer Differenz mitwirken und plädiert für ein Bewusstsein bezüglich der Macht von Sprache und organisatorischen Abläufen.
Institutionelle Diskriminierung, Polizei, Schule, Racial Profiling, Bildungsbiografie, Selektion, Normalitätserwartung, Migrationshintergrund, Ermessensspielraum, Schlussregeln, soziale Ordnung, Chancengleichheit, struktureller Rassismus, Macht der Sprache, institutionelle Lebenswelt.
Die Arbeit untersucht, wie Institutionen wie Polizei und Schule durch ihre internen Strukturen, Routinen und Ermessensspielräume diskriminierende Prozesse fördern, selbst wenn diese nicht auf bewusstem individuellem Rassismus basieren.
Die zentralen Themen sind institutionelle Diskriminierung, die Rolle von Sprache bei der Konstruktion gesellschaftlicher Unterschiede, die Logik polizeilicher Arbeit sowie die Mechanismen der Selektion im deutschen Schulwesen.
Das Ziel ist es, ein tiefergehendes Verständnis dafür zu entwickeln, wie Institutionen aktiv an der Erzeugung von sozialer Ungleichheit und ethnischer Differenz beteiligt sind, anstatt diese lediglich als neutrale Orte der Chancengleichheit zu betrachten.
Die Arbeit nutzt eine komparative Literaturanalyse und stützt sich auf etablierte Studien (wie jene von Gomolla & Radtke oder das Forschungsprojekt KORSIT), um theoretische Begründungsmuster und empirische Befunde zu vergleichen.
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Begriffsdefinitionen geklärt, gefolgt von einer detaillierten organisationssoziologischen Analyse von Schule und Polizei. Dies schließt den Vergleich spezifischer Entscheidungspraktiken ein.
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie institutionelle Diskriminierung, Selektion, Ermessensspielraum, Normalitätserwartungen und struktureller Rassismus definieren.
Während die Schule ihre Diskriminierung häufig durch das Leistungsprinzip und wohlmeinende, aber exkludierende Schullaufbahnempfehlungen rechtfertigt, zeigt sich bei der Polizei öfter eine eher direkte, sanktionierende Praxis, die jedoch ebenfalls auf kollektiven Vorannahmen über Bevölkerungsgruppen basiert.
Die Autorin verdeutlicht, dass Begriffe wie "Migrationshintergrund" als stigmatisierende Labels fungieren, die mit staatlicher Legitimität ausgestattet sind und somit zur verfestigten Zuschreibung einer "Andersartigkeit" beitragen.
Ermessensspielräume dienen den Institutionen laut Arbeit dazu, ihre eigene Handlungsfähigkeit zu sichern, eröffnen jedoch gleichzeitig Räume für subjektive, oft diskriminierende Deutungen, da der Handlungsspielraum selten absolut neutral gefüllt wird.
Es wird gefordert, dass Institutionen ihre unreflektierten Routinen und die Macht der verwendeten Sprache kritisch hinterfragen, um zumindest wohlmeinende, aber ungleiche Entscheidungen in der Zukunft zu vermeiden.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

