Bachelorarbeit, 2023
33 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Das Private als Diskursthema
2.1 Ein Recht auf Privatheit
2.2 Die Ambivalenz des Privaten
2.3 Der Wert des Privaten
3. Informationelle Privatheit im digitalen Zeitalter
3.1 Big Data und Datenherrschaft
3.2 Unzulänglichkeiten des liberalen Rechts auf Privatheit im Internet
3.3 Lösungsansätze für die Herausforderungen digitaler Privatheit
4. Schluss
Diese Bachelorarbeit untersucht kritisch aus einer feministischen Perspektive das liberale Verständnis von Privatheit im Kontext von Big Data. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie digitale Erfassung und Datenverarbeitung bestehende Machtverhältnisse – insbesondere in Bezug auf Geschlecht, Klasse und Rasse – beeinflussen und warum ein neuer Ansatz zum Schutz des Privaten dringend erforderlich ist.
3.1 Big Data und Datenherrschaft
In den letzten paar Jahrzehnten hat sich ein neues Geschäftsmodell, basierend auf der Ausbeutung von Daten, entwickelt. Das Geschäft mit Daten ist undurchsichtig und konzentriert sich auf einige wenige Unternehmen und Organisationen. Diese machten aus Daten austauschbare Güter und erschufen einen Markt für sie. Der Datenmarkt wird kontrolliert von den Big Tech Unternehmen Google, Apple, Meta (früher Facebook), Amazon und Microsoft. Dieser Datenmarkt wird von verschiedenen Autoren als privatisierende und räuberische Form von Kapitalismus beschrieben, welcher sich Reichtum aneignet, statt ihn generieren.
Der Begriff Big Data wird im Alltagsgebrauch gleichgesetzt mit riesigen, zu analysierenden Datenmengen, grundsätzlich bezogen auf das Internet. Doch der alleinige Fokus auf diese Menge an Daten wird dem Phänomen Big Data nicht gerecht, meint Viktor Mayer-Schönberger, Professor am Internet Institute der Universität Oxford. Auch die von den Medien oft benutzten drei „Vs“; volume (Menge), velocity (Geschwindigkeit) und variety (Vielfalt); um Big Data zu charakterisieren, sind laut Mayer-Schönberger nicht konstitutiv. Vielmehr beschreibt er Big Data als eine „neue oder jedenfalls signifikant verbesserte Methode der Erkenntnisgewinnung“ wodurch sich „aus Daten Erkenntnisse über die Wirklichkeit gewinnen lassen.“
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Spannungsfeld zwischen Digitalisierung, persönlicher Privatheit und staatlicher oder unternehmerischer Überwachung ein und formuliert die Forschungsfrage.
2. Das Private als Diskursthema: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über verschiedene Theorien zum Begriff der Privatheit und beleuchtet die historische Entwicklung sowie die Debatte um deren Definition.
3. Informationelle Privatheit im digitalen Zeitalter: Hier wird der Einfluss von Big Data auf die informationelle Privatheit analysiert und die Schwachstellen aktueller Regelungen wie der DSGVO aufgezeigt.
4. Schluss: Das Fazit fasst die zentralen Argumente zusammen und betont die Notwendigkeit, das Konzept der Privatheit unter Berücksichtigung feministischer und machtkritischer Perspektiven weiterzuentwickeln.
Privatheit, Informationsgesellschaft, Big Data, Datenschutz, digitale Überwachung, feministische Theorie, Machtverhältnisse, informationelle Selbstbestimmung, Privatsphäre, Datenherrschaft, DSGVO, digitale Profile, Rechtsphilosophie, Geschlechtergerechtigkeit, Technologisierung.
Die Arbeit behandelt die kritische Analyse des Begriffs der Privatheit im digitalen Zeitalter unter besonderer Berücksichtigung der Mechanismen von Big Data und feministischer Theorieansätze.
Zentral sind die Dynamik von Big Data, die Kritik am liberalen Rechtsverständnis von Privatsphäre und die geschlechtsspezifische Dimension von Überwachung.
Ziel ist es, die Unzulänglichkeiten des liberalen Privatheitsmodells aufzuzeigen und die Notwendigkeit für einen Schutz zu begründen, der Machtverhältnisse und soziale Auswirkungen explizit mitdenkt.
Es wird eine diskursanalytische Vorgehensweise gewählt, die liberale Theorien (wie die von Warren & Brandeis) mit feministischen Ansätzen (u.a. Hannah Arendt, Carol Hanisch) konfrontiert.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Diskurse über das Private, die Analyse von Datenherrschaft durch Großkonzerne und die Evaluierung rechtlicher Schutzmaßnahmen wie der DSGVO.
Privatheit, Datenherrschaft, Big Data, Feministische Theorie, Datenschutz und Überwachungsgesellschaft.
Die Autorin argumentiert, dass die DSGVO primär auf einer liberalen Vorstellung von individueller Zustimmung basiert und die systemischen Machtasymmetrien von Big Data nicht ausreichend adressieren kann.
Dieser Slogan dient als theoretisches Fundament, um aufzuzeigen, dass persönliche (private) Daten und deren Erfassung nicht isoliert betrachtet werden dürfen, sondern politische und gesellschaftliche Machtwirkungen haben.
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