Bachelorarbeit, 2009
46 Seiten, Note: 1,8
1 Einleitung
2 Das Konzept des lebenslangen Lernens
2.1 Definitionen des lebenslangen Lernens
2.2 Konzepte und Programme zum lebenslangen Lernen
3 Die berufliche Weiterbildung als Teil des lebenslangen Lernens
3.1 Gegenstandsbereich der Weiterbildung/der beruflichen Weiterbildung
3.2 Betriebliche, individuelle und SGB III- geförderte Weiterbildung
3.2.1 Betriebliche Weiterbildung
3.2.2 Individuelle Weiterbildung
3.2.3 SGB III- geförderte Weiterbildung
3.3 Bedeutung und Ziele beruflicher Weiterbildung
4 Teilnahme an beruflicher Weiterbildung
4.1 Weiterbildungsteilname insgesamt und Teilnahme an beruflicher Weiterbildung 1979-2007
4.2 Weiterbildungsbeteiligung nach Schulabschluss und nach beruflichem Abschluss 2007
5 Lernwiderstände verstehen- Die subjektwissenschaftliche Perspektive
5.1 Subjektstandpunkt und Begründungsdiskurs
5.2 Das Bedingtheitsmodell der traditionellen Psychologie
5.3 Lernen nach dem subjektwissenschaftlichen Ansatz
5.4 Lernwiderstände aus subjektwissenschaftlichem Blickwinkel
5.5 Konsequenzen des subjektwissenschaftlichen Ansatzes für Lernprozesse
6 Lernwiderstände in der beruflichen Weiterbildung
6.1 Teilnahme und Nicht-Teilnahme an beruflicher Weiterbildung
6.2 Gering Qualifizierte in der beruflichen Weiterbildung
7 Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht die Diskrepanz zwischen der gesellschaftlich geforderten Notwendigkeit des lebenslangen Lernens und der tatsächlich beobachtbaren Weiterbildungsabstinenz. Ziel ist es, durch die subjektwissenschaftliche Konzeption nach Klaus Holzkamp zu erklären, warum Individuen sich gegen Weiterbildungsmaßnahmen entscheiden oder Lernwiderstände entwickeln, wobei ein besonderer Fokus auf der Gruppe der gering Qualifizierten liegt.
5.1 Subjektstandpunkt und Begründungsdiskurs
Holzkamp geht grundsätzlich vom Standpunkt des Subjekts aus. Dieser Subjektstandpunkt beinhaltet eine besondere Weltanschauung, zu der auch die eigene Person gehört. Holzkamp (1995, 21) weist darauf hin, „daß [sic] diese Perspektive intentionalen Charakter hat, d.h. daß [sic] sich damit das Subjekt mit seinen Absichten, Plänen, Vorsätzen bewusst auf die Welt und sich selbst bezieht.“
Holzkamp bezeichnet die Subjekte auch als Intentionalitätszentren, die wiederum andere Menschen ebenso als Intentionalitätszentren mit ihren eigenen Perspektiven wahrnehmen. Ein Subjekt kann sich und seinen Standpunkt dem anderen verständlich machen, indem es die Gründe für sein Handeln dem Gegenüber nachvollziehbar macht.
Grundsätzlich werden nach Holzkamp (1995) Handlungen also immer vom Standpunkt des Subjektes vorgenommen, die Menschen handeln nach ihren Lebensinteressen, haben ihre Handlungsbegründungen und führen ihre Handlungen somit vernünftigerweise aus. Dementsprechend werden Handlungen grundsätzlich im Begründungsdiskurs vollzogen. Holzkamp fragt danach, warum ein Mensch eine Handlung ausführt, worin diese begründet ist und sieht die Handlung nicht durch äußere Reize verursacht bzw. bedingt.
1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung des lebenslangen Lernens im Kontext politischer Forderungen dar und führt in die zentrale Problemstellung der Diskrepanz zwischen Weiterbildungsbedarf und -abstinenz ein.
2 Das Konzept des lebenslangen Lernens: Dieses Kapitel skizziert lebenslanges Lernen als bildungspolitisches Konzept und beleuchtet verschiedene Definitionen sowie internationale Programme.
3 Die berufliche Weiterbildung als Teil des lebenslangen Lernens: Hier wird der Gegenstandsbereich der beruflichen Weiterbildung definiert, in betriebliche, individuelle und geförderte Formen systematisiert und deren Bedeutung erörtert.
4 Teilnahme an beruflicher Weiterbildung: Das Kapitel analysiert statistische Daten zur Weiterbildungsbeteiligung und zeigt Diskrepanzen in Abhängigkeit von Qualifikationsniveau und Schulabschluss auf.
5 Lernwiderstände verstehen- Die subjektwissenschaftliche Perspektive: Dieses zentrale Kapitel führt die subjektwissenschaftliche Konzeption von Klaus Holzkamp ein, um Lernwiderstände als bewusste Handlungen innerhalb eines Begründungszusammenhangs verständlich zu machen.
6 Lernwiderstände in der beruflichen Weiterbildung: Hier werden die theoretischen Erkenntnisse auf den Bereich der beruflichen Weiterbildung übertragen und insbesondere die Situation gering Qualifizierter analysiert.
7 Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert mögliche Zukunftsansätze sowie die Bedeutung von Bildungsberatung.
Lebenslanges Lernen, berufliche Weiterbildung, Lernwiderstände, Klaus Holzkamp, Subjektstandpunkt, Weiterbildungsabstinenz, gering Qualifizierte, Begründungsdiskurs, Qualifizierungsinitiative, Bildungsbarrieren, intentionales Lernen, expansive Lernprozesse, Arbeitsmarkt, Sozialgesetzbuch III, Bildungsberatung.
Die Arbeit befasst sich mit dem Spannungsfeld zwischen der gesellschaftlichen Notwendigkeit beruflicher Weiterbildung und der Tatsache, dass viele Erwerbstätige nicht oder nur widerwillig daran teilnehmen.
Die zentralen Themen sind das Konzept des lebenslangen Lernens, die Strukturen der beruflichen Weiterbildung in Deutschland und die theoretische Erklärung von Lernwiderständen.
Ziel ist es, die Nicht-Teilnahme an beruflicher Weiterbildung nicht als mangelnde Motivation, sondern als subjektiv begründete Entscheidung im Rahmen der subjektwissenschaftlichen Lerntheorie nachvollziehbar zu machen.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Auseinandersetzung mit der subjektwissenschaftlichen Lerntheorie von Klaus Holzkamp sowie die Analyse von Daten aus dem Berichtssystem Weiterbildung.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Rahmenbedingungen von Weiterbildung, die statistische Analyse der Beteiligungsquoten und die theoretische Vertiefung durch die Kritische Psychologie.
Besonders prägend sind die Begriffe lebenslanges Lernen, Lernwiderstände, Subjektstandpunkt und berufliche Weiterbildung.
Gering Qualifizierte sind in der formalen beruflichen Weiterbildung besonders unterrepräsentiert und tragen ein erhöhtes Risiko für den Ausschluss vom Arbeitsmarkt, weshalb hier strukturelle und individuelle Hürden besonders relevant sind.
Defensives Lernen ist laut Holzkamp eine Form des Lernens, die nur zur Sanktionsvermeidung dient, bei der sich das Subjekt nicht inhaltlich mit dem Gegenstand auseinandersetzt, um bloßen Druck oder Strafen abzuwenden.
Die Arbeit plädiert dafür, Lernbedingungen so zu gestalten, dass sie echte Wahlmöglichkeiten bieten und die Lerninteressen der Individuen berücksichtigen, statt nur auf ein erzwungenes Frage-Antwort-Schema zu setzen.
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