Magisterarbeit, 2009
118 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Der Roman
2.1 Grimmelshausen und sein Roman Der abentheurliche Simplicissimus Teutsch
2.2 Analyse
2.2.1 Inhalt der librettisierten Kapitel
2.2.2 Protagonist
2.2.3 Erzählsituation und Perspektivismus
2.2.4 Satire
2.2.5 Krieg und Gesellschaft
2.2.6 Ständebaum
3. Das Libretto
3.1 Karl Amadeus Hartmann und seine Oper Simplicius Simplicissimus
3.1.1 Werkgeschichte
3.2 Voraussetzungen der innerliterarischen Transformation und des Librettos als eines zu vertonenden Textes
3.3 Analyse
3.3.1 Titel
3.3.2 Form
3.3.3 Sprache
3.3.4 Handlung
3.3.5 Figurenarsenal
3.3.6 Erzählweise
3.3.7 Episierungsstrategien
3.3.8 Lieder und spielinterne Musik
3.3.9 Protagonist
3.3.10 Ständebaum
3.4 Allgemeine Eigenschaften des Librettos
3.4.1 Verdichtung
3.4.2 Verdeutlichung und Bildhaftigkeit
3.4.3 Veräußerlichung innerer Vorgänge
3.4.4 Emotionalisierung
3.4.5 Plurimedialität
4. Die Oper
4.1 Epische Oper und Bekenntnismusik (I)
4.2 Analyse
4.2.1 Besetzung
4.2.2 Lieder
4.2.3 Zitate
4.2.4 Funktionen der Musik
4.2.5 Epische Oper und Bekenntnismusik (II)
5. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die Transformation von Grimmelshausens Roman "Der abentheurliche Simplicissimus Teutsch" in das Libretto und die Oper von Karl Amadeus Hartmann mit dem zentralen Ziel, die erzähltheoretischen und ästhetischen Transformationsprozesse zwischen diesen unterschiedlichen Gattungen und Medien systematisch zu erfassen und zu analysieren.
3.3.1 Titel
Der Titel der Oper, Simplicius Simplicissimus. Drei Szenen aus seiner Jugend, nennt den Protagonisten mit seinem Doppelnamen, der ihm im Roman auf der Hanauer Festung verliehen wird, während der Romantitel die Titelfigur mit dem Superlativ – der ‚Allereinfältigste‘ – bezeichnet und sie anhand zweier Attribute näher beschreibt: Der abentheurliche Simplicissimus Teutsch. „Abentheurlich“ meint hier sowohl den „zeittypischen Leseanreiz“ als auch die „Charakterisierung des Helden [als] Ausdruck seiner Verfallenheit an die Welt.“ „Teutsch“ charakteristiert den Stil als „rechtschaffen, redlich, aufrichtig, offenherzig“ ebenso wie den „Umstand, daß es sich um das volkssprachliche Gegenstück zu einem fremdsprachlichen Gattungsmuster […] handelt.“ Beide Worte haben zum Zeitpunkt der Librettisierung jedoch einen Bedeutungswandel erfahren; die Attribute sind in der zeitgenössischen barocken Bedeutung für die Librettisten offenbar nicht von Interesse.
Der Untertitel betont durch eine Aufteilung der Handlung in Drei Szenen die paradigmatische Struktur des Plots, mit der die Aufhebung der Finalität einhergeht. Denn keine dieser drei „Szenen“ ist als Telos der Handlung hervorgehoben, wie es etwa bereits die Bezeichnung „Akt“ beim klassischen fünfaktigen Verlauf nahelegte; vielmehr stehen sie gleichberechtigt nebeneinander (vgl. Form). Ferner setzt der Untertitel mit dem Verweis auf die Jugend des Protagonisten die Kenntnis von Grimmelshausens Roman beim Opernpublikum als mehr oder weniger bekannt voraus.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, welche Herausforderungen die Librettisierung narrativer Vorlagen für die ästhetische Gestaltung darstellt.
2. Der Roman: Hier werden der historische Kontext, die literarische Bedeutung von Grimmelshausens Roman und zentrale Aspekte wie Satire und Kriegsdarstellung analysiert.
3. Das Libretto: Dieses Kapitel widmet sich der Untersuchung des Librettos zu Hartmanns Oper, insbesondere seiner Form, Sprache und episierenden Strategien sowie der Reduktion des Figurenarsenals.
4. Die Oper: Hier steht die musikalische Analyse im Fokus, wobei insbesondere die ästhetische Synthese von epischen Elementen und Bekenntnismusik sowie die Verwendung von Zitaten in der Partitur beleuchtet werden.
5. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse der narratologischen Untersuchung zusammen und würdigt Hartmanns Oper als ein Werk, das durch die Transformation des Romangeschehens eine neue politische Dimension gewinnt.
Karl Amadeus Hartmann, Simplicius Simplicissimus, Grimmelshausen, Literaturoper, Librettologie, Epische Oper, Bekenntnismusik, Transformation, Intermedialität, Romanvorlage, Erzähltheorie, Politische Musik, Widerstand, Dreißigjähriger Krieg, Schelmenroman.
Die Magisterarbeit analysiert die Transformation von Grimmelshausens epischem Roman "Der abentheurliche Simplicissimus Teutsch" zu Karl Amadeus Hartmanns gleichnamiger Oper.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Erzähltheorie, die Librettoforschung (Librettologie), das Verhältnis zwischen Literatur und Musik sowie die politische Dimension im Musiktheater.
Das Ziel ist es, eine Systematik der Transformationsvorgänge bei der Librettisierung zu entwickeln und aufzuzeigen, wie Hartmann in seiner Oper narrative Strukturen in eine dramatisch-musikalische Form überträgt.
Die Arbeit verfolgt einen komparatistischen Ansatz, der auf narratologischen Theorien, insbesondere denen von Gérard Genette und Manfred Pfister, basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Romanvorlage, der Libretto-Fassung und der musikalischen Struktur der Oper.
Politische Musik, Gattungstransformation, Epische Oper, Inneres Exil und die spezifische "Bekenntnismusik" von Karl Amadeus Hartmann.
Der Ständebaum fungiert in Grimmelshausens Roman und Hartmanns Oper als zentrales schichtenübergreifendes Bild der Gesellschaft, das die politische Aussage des Werks (Kritik an Unterdrückung) metaphorisch verdichtet.
Die Zitate (z.B. von Bach, Strawinsky oder Prokofjew) dienen Hartmann sowohl als politisches Bekenntnis gegen das NS-Regime als auch als intermediale Verbindungsebene zwischen Musik und literarischer Vorlage.
Hartmann sah in seiner Vertonung einen Weg, die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges und die moralische Verantwortung des Einzelnen in einen zeitlos-humanistischen Kontext zu rücken.
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