Diplomarbeit, 2006
293 Seiten, Note: 2,3
Einleitung
1. Definitionen und Begriffserklärungen
1.1 Der Islam
1.2 Der Islamismus
1.3 Der islam-extremistische Terrorismus
1.4 Zwischenfazit
2. Integration und ihre unterschiedliche Wahrnehmung
3. Theoretische Ansätze zur unterschiedlichen Wahrnehmung des Terrorismus
3.1 Konflikttheorie
3.2 Anomietheorie
3.3 Der Subkulturansatz
3.4 Der Desintegrationsansatz
4. Die empirische Befragung
4.1 Forschungsstand
4.2 Methodik
4.3 Stichprobenziehung
4.4 Soziodemographische Daten
4.5 Religion und Gruppe
4.5.1 Religiosität und Einstellungen zu verschiedenen Religionen
4.5.2 Bedeutung und Praktizierung des Islam
4.5.3 Wahrnehmung der Eigengruppe und Fremdgruppe
4.6 Wahrnehmung des Terrorismus
4.6.1 Wahrnehmung der Terroranschläge
4.6.2 Wahrnehmung der islam-extremistischen Terrorgefahr
4.6.3 Bekämpfung des islam-extremistischen Terrorismus
4.6.4 Wahrnehmung der sozialen Unterdrückung bestimmter Minderheiten und Ethnien
4.6.5 Bewertung bestimmter Gruppen, Parteien und Organisationen
4.6.6 Medien und ihr Einfluss auf die Einstellungen zum Terrorismus
4.6.7 Integration und die Wahrnehmung des Terrorismus
4.6.8 Diskriminierungen und die Wahrnehmung des Terrorismus
4.6.9 Soziokulturelle Rahmenbedingungen und die Wahrnehmung des Terrorismus
5. Vergleich von Theorie und Empirie
6. Schlussbetrachtung
Die Diplomarbeit untersucht die Einstellungen der muslimischen und nicht-muslimischen Wohnbevölkerung in Deutschland gegenüber dem islam-extremistischen Terrorismus. Ziel ist es, zu analysieren, ob sich diese Gruppen in ihrer Wahrnehmung unterscheiden und welche soziologischen Ursachen – wie Desintegration, Identitätskrisen oder soziale Ausgrenzung – für abweichende Einschätzungen verantwortlich sind, um so ein tieferes Verständnis für das Konfliktpotenzial in der Gesellschaft zu entwickeln.
1.3 Der islam-extremistische Terrorismus
Um sich dem Phänomen des islam-extremistischen Terrorismus zu nähern, muss zuallererst geklärt werden, was unter dem allgemeinen Begriff „Terrorismus“ verstanden wird. Die Definition des Begriffes Terrorismus bringt viele Schwierigkeiten mit sich, da es keine allgemeingültige Begriffsklärung gibt. Selbst die definierten Terrorismusformen unterliegen einem ständigen Wandel und haben sich im Laufe der Zeit und von Land zu Land verändert. Hierzu zählt z.B. der Staatsterrorismus nach der Französischen Revolution, der nicht mit dem Staatsterrorismus des Iraks in den 1990er Jahren vergleichbar ist. Eine umfassende Erklärung seiner Ursachen finden zu wollen, ist daher ein müßiges Unterfangen. Deswegen wird die hier genannte Definition sehr allgemein gehalten und beschränkt sich auf bestimmte Merkmale des Terrorismus, die für alle Formen zutreffen. Das Zutreffen dieser Merkmale ist wiederum bei jedem Vorkommen von Terrorismus unterschiedlich, etwa bei Formen des Ökoterrorismus, des Staatsterrorismus, des politischen Terrorismus und des religiösen Terrorismus.
Ein Versuch, sich dem Begriff Terrorismus anzunähern, stammt von Walter Laqueur, der unter Terrorismus Folgendes versteht:
„Der Terrorismus ist auf vielerlei Art definiert worden, aber mit Gewissheit lässt er sich nur als Anwendung von Gewalt durch eine Gruppe bezeichnen, die zu politischen oder religiösen Zwecken gewöhnlich gegen eine Regierung, zuweilen auch gegen andere ethnische Gruppen, Klassen, Religionen oder politische Bewegungen vorgeht (Laqueur 2001, S. 44).“
D.h. aber nicht, dass man jede Form von Gewalt mit Terrorismus gleichsetzen kann. Der Bezug zum Politischen oder zum Religiös-Politischen unterscheidet den Terrorismus von anderen Gewalttätigkeiten. Nach Hoffman ist das Ziel, politische Macht zu erreichen, eines der Hauptmotive für Terrorismus:
„Der Terrorismus ist im weithin akzeptierten heutigen Sprachgebrauch prinzipiell und seiner ganzen Natur nach eine politische Angelegenheit. Es geht dabei unvermeidlich um Macht: um das Streben nach Macht, den Erwerb von Macht, und den Gebrauch von Macht zur Durchsetzung politischen Wandels (Hoffmann 2001, S. 15).“
1. Definitionen und Begriffserklärungen: Definition der grundlegenden Konzepte Islam, Islamismus und islam-extremistischer Terrorismus, um begriffliche Vermischungen zu vermeiden.
2. Integration und ihre unterschiedliche Wahrnehmung: Analyse der theoretischen Definitionen von Integration und Assimilation sowie deren unterschiedliche subjektive und objektive Wahrnehmung.
3. Theoretische Ansätze zur unterschiedlichen Wahrnehmung des Terrorismus: Diskussion soziologischer Modelle wie Konflikttheorie, Anomietheorie, Subkultur- und Desintegrationsansatz zur Erklärung abweichender terroristischer Wahrnehmungen.
4. Die empirische Befragung: Darstellung der quantitativen Befragung von 72 Muslimen und 68 Nicht-Muslimen inklusive Forschungsstand, Methodik, Stichproben und zentralen Ergebnissen.
5. Vergleich von Theorie und Empirie: Zusammenführung der theoretischen Erklärungsmodelle mit den gewonnenen Daten, um Hypothesen zu stützen oder zu hinterfragen.
6. Schlussbetrachtung: Synthese der Erkenntnisse und Ableitung notwendiger politischer und gesellschaftlicher Maßnahmen zur Verringerung des extremistischen Potenzials.
Islam, Islamismus, Terrorismus, Integration, Assimilation, Desintegration, Konflikttheorie, Anomietheorie, Subkultur, Kontrakultur, Parallelgesellschaft, Diskriminierung, empirische Befragung, Radikalisierung, Migranten.
Die Arbeit untersucht die unterschiedlichen Einstellungen der muslimischen und nicht-muslimischen Bevölkerung in Deutschland zum Thema islam-extremistischer Terrorismus.
Die Schwerpunkte liegen auf theoretischen Modellen zur Abweichung, Fragen der sozialen Integration, der Rolle der Medien sowie den Auswirkungen persönlicher Diskriminierungserfahrungen.
Das Ziel ist es, empirisch zu prüfen, ob Muslime den Terrorismus tatsächlich weniger ablehnen als Nicht-Muslime und welche Ursachen dies begründen könnte.
Es wurde eine quantitative Befragung von 72 Muslimen und 68 Nicht-Muslimen mittels eines teilstandardisierten Fragebogens durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit Integrations- und Gesellschaftsmodellen sowie eine umfangreiche empirische Analyse der Befragungsergebnisse.
Islam, Terrorismus, Integration, Desintegration, Anomie, Kontrakultur, Diskriminierung und soziale Identität.
Diese Unterscheidung ist notwendig, da die Arbeit aufzeigen will, ob es innerhalb dieser Gruppen signifikante Unterschiede in der Wahrnehmung gesellschaftlicher Probleme und des Terrorismus gibt, unabhängig von individueller Religiosität.
Die Arbeit zeigt, dass Medien durch eine einseitige Berichterstattung zur Stigmatisierung beitragen können, was wiederum bei der betroffenen Minderheit Abwehrmechanismen und Rückzugstendenzen in Subkulturen verstärkt.
Erfolgreiche Integration erfordert den Einbezug der muslimischen Bevölkerung in gesellschaftliche Gestaltungsprozesse, um Konfliktpotenziale abzubauen und extremistischen Ideologien entgegenzuwirken.
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