Diplomarbeit, 2000
105 Seiten, Note: 2,0
0. Einleitung
1. Sucht und Gesellschaft
1.1Drogen als Teil der Kultur
1.2 Geschichte der Sucht
1.3 Sucht in der Moderne
1.4 Die Suchtgesellschaft?
2. Definitionen der Sucht
2.1 Soziologische Definition der Sucht
2.2 Medizinische Definition der Sucht
2.3 Psychosoziale Definiton der Sucht
2.3.1 Zeitliche Dimension der Sucht
2.3.2 Sucht als entwicklungshemmender Faktor
2.3.3 Ökologische Perspektive der Sucht
3. Individuelle Pathologie der Sucht
4. Ätiologien der Sucht
4.1 Genetische Ursachen
4.2 Psychoanalytische Theorien
4.3 Lerntheorien
4.4 Sozialpsychologische Theorien
4.5 Biologisch-phylogenetische Theorien
4.6 Mythologisch-existentielle Theorien
5. Zusammenfassung des ersten Teils
6. Jugend und Drogen
6.1 Jugendkultur und Drogen
6.2 Epidemiologie des Drogenkonsums bei Kindern und Jugendlichen
6.3 Funktionalität verschiedener Drogen
6.4 Grundstörungen als Voraussetzung schulischer Suchtprävention
6.4.1 Problemstellung
6.4.2 Adoleszenz als Initialstadium
6.5 Suchtbegünstigende Faktoren in der Familie
6.5.1 Elterliches Modellverhalten?
6.5.2 Broken-home-Sitution?
6.5.3 Erziehungs- und Interaktionsstil
6.5.4 Erfahrungen aus der klinischen Suchttherapie
6.5.5 Resümee
6.6 Personale Auslösefaktoren des Konsums von Drogen
6.6.1 Persönlichkeitsmerkmale
6.6.2 Entwicklungsstörungen
6.7 Zusammenfassung des zweiten Teils
7. Suchtprävention
7.1 Allgemeines
7.2 Sexualerziehung
7.2.1 Begründung
7.2.2 Konsequenzen
7.3 Sensorische Erziehung, Körpererleben
7.4 Bildung
7.5 Elternarbeit
7.6 Kommunikation
8. Zusammenfassung und abschließende Bemerkungen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Möglichkeiten der Suchtprävention im schulischen Kontext zu untersuchen. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Schule als Institution präventiv wirken kann, indem sie nicht nur auf reinen Informationsunterricht setzt, sondern die Persönlichkeitsentwicklung und soziale Kompetenzen der Schüler stärkt.
6.5.2 Broken-home-Situation?
Die solcherart im vorigen Kapitel gefundenen Zusammenhänge zwischen dem Drogenkonsum von Eltern und Kindern sind allerdings nicht zwingend auf das Modellernen zurückzuführen, weshalb sie mit Vorsicht zu betrachten sind (vgl. Waibel 1993). Vorstellbar ist auch, daß sich die intergenerative Weitergabe bestimmter Verhaltensmuster auf ganz anderen Wegen vermittelt als hier zunächst unterstellt.
Ähnliches gilt für die ebenfalls immer wieder zur Begründung des Drogenkonsums von Kindern und Jugendlichen vorgebrachte "broken-home"-Theorie. Damit ist gesagt, daß Kinder und Jugendliche aus unvollständigen Familien, also vor allem solche mit einem alleinerziehenden Elternteil, häufiger Drogen konsumierten als andere Kinder.
Sieber (1993) bestätigt diese Theorie aufgrund seiner Metaanalyse ausschließlich für den Alkoholkonsum. Hornung et al. (1983) finden Zusammenhänge zwischen broken-home-Situation und dem Konsum illegaler Drogen, weisen aber darauf hin, daß es besonders auf das Alter der Kinder ankomme, in dem die broken-home-Situation eintritt. In ihrer Studie stieg der Konsum illegaler Drogen gegenüber Kindern aus kompletten Familien, wenn diese zum Zeitpunkt des Auseinanderbrechens der Familie zwischen sieben und vierzehn Jahre alt waren, und war dort am stärksten, wo die Kinder älter als vierzehn Jahre waren. Sie vermuten, daß Kinder in diesem Alter die Familie bereits als Ganzes wahrnehmen und von daher ein Auseinanderbrechen eher als Verlust an Orientierung und emotionaler Sicherheit empfinden als jüngere Kinder, die noch stärker auf die Mutter fixiert sind.
0. Einleitung: Einführung in die Thematik der Sucht als gesellschaftliches Phänomen und Darlegung der Zielsetzung der Arbeit.
1. Sucht und Gesellschaft: Analyse der kulturgeschichtlichen Einbettung von Drogen und der Entwicklung des Suchtbegriffs in der Moderne.
2. Definitionen der Sucht: Gegenüberstellung soziologischer, medizinischer und psychosozialer Ansätze zur Definition von Sucht.
3. Individuelle Pathologie der Sucht: Betrachtung der Sucht als pathologische Beziehungsform zwischen Individuum und Umwelt.
4. Ätiologien der Sucht: Überblick über genetische, psychoanalytische, lerntheoretische und sozialpsychologische Erklärungsmodelle.
5. Zusammenfassung des ersten Teils: Rekapitulation der theoretischen Grundlagen und Überleitung zur kind- und jugendspezifischen Problematik.
6. Jugend und Drogen: Untersuchung der Faktoren für Drogenkonsum bei Jugendlichen, inklusive Familienumfeld und persönlicher Merkmale.
7. Suchtprävention: Darstellung konkreter pädagogischer Ansätze für die Schule, wie Sexualerziehung und sensorische Förderung.
8. Zusammenfassung und abschließende Bemerkungen: Fazit zur Relevanz der schulischen Suchtprävention und Bedeutung der Persönlichkeitsförderung.
Suchtprävention, Drogenkonsum, Jugendkultur, Schule, Elternhaus, Sozialisation, Psychosoziale Entwicklung, Sexualerziehung, Körperschema, Sucht, Adoleszenz, Familiäre Interaktion, Persönlichkeitsmerkmale, Suchtprophylaxe, Kommunikation.
Die Arbeit untersucht das Phänomen Sucht und Drogenkonsum im Kindes- und Jugendalter, insbesondere unter dem Aspekt, wie Schule präventive Unterstützung leisten kann.
Die zentralen Felder umfassen die gesellschaftliche Einordnung der Sucht, entwicklungspsychologische Faktoren, familiäre Einflüsse sowie konkrete schulische Ansätze zur Suchtvorbeugung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Suchtprävention im schulischen Kontext effektiver ist, wenn sie als integrierte Persönlichkeitsbildung verstanden wird, anstatt nur durch isolierte Unterrichtseinheiten zu erfolgen.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine umfassende Literaturanalyse und die Integration systemtheoretischer sowie entwicklungspsychologischer Erkenntnisse zur Suchtforschung.
Der Hauptteil analysiert die Entstehungsbedingungen von Sucht, wie z.B. das familiäre Klima, die Rolle der Adoleszenz und persönliche Bewältigungsstrategien von Jugendlichen.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Suchtprävention, Adoleszenz, Familiäre Interaktion, Körperschema und pädagogische Suchtprophylaxe.
Weil Sexualität eng mit Identitätsfindung und Beziehungsfähigkeit verknüpft ist; eine positive Entwicklung in diesem Bereich stärkt die Widerstandsfähigkeit des Individuums gegenüber Drogen.
Die Familie fungiert als primäre Sozialisationsinstanz. Insbesondere durch "Glaubenssysteme", rigide Rollenzuweisungen oder mangelnde emotionale Offenheit können familiäre Strukturen den Drogenkonsum als Kompensationsversuch begünstigen.
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