Diplomarbeit, 2009
97 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Gegenstand und Ziel der Arbeit
1.2 Forschungsstand
1.3 Datenbasis und Methoden
2 Burn-out-Syndrom bei Führungskräften
2.1 Begriffliche Abgrenzung
2.1.1 Burn-out
2.1.2 Führungskraft
2.1.3 Abgrenzung zu Stress und anderen Krankheiten
2.2 Ursachen des Burn-outs und auslösende Faktoren
2.2.1 Intrapersonelle Faktoren
2.2.2 Interpersonelle Faktoren
2.2.3 Gesellschaft/Wirtschaft als Faktor
2.3 Diagnose
2.3.1 Phasen des Burn-outs und dessen Symptome
2.3.2 Diagnostische Verfahren
2.3.3 Diagnostische Probleme
2.4 Therapie und Prävention
2.4.1 Ansätze am Individuum
2.4.2 Ansätze im Kontext der Organisation
2.4.3 Ansätze an der Organisation
2.5 Kurzfristige und langfristige Folgen für die Führungskraft
3 Übertraining im Hochleistungssport
3.1 Definitionen
3.1.1 Übertraining
3.1.2 Hochleistungssport
3.2 Ursachen und Entstehung eines Übertrainingszustands
3.3 Symptomatik
3.4 Diagnostische Instrumente
3.4.1 Leistungsfähigkeit
3.4.2 Gemütszustand
3.4.3 Biochemische Zeichen
3.4.4 Immunologische Veränderungen
3.4.5 Hormonelle Veränderungen
3.4.6 Autonomes Nervensystem
3.4.7 SFMS-Fragebogen
3.5 Prävention und Therapie
3.6 Kurz- und langfristige Folgen für den Hochleistungssportler
4 Optionen des Wissenstransfers
4.1 Burn-out und Übertrainings-Syndrom – „Varianten ein und derselben Entität“?
4.2 Synopse: Übertraining versus Burn-out
4.3 Eine situative Betrachtung der Wirtschaft
4.4 Prävention und Diagnose des Burn-outs in der Wirtschaft: ein Konzept
4.4.1 Inhalte des Konzepts
4.4.2 Materielle und organisatorische Voraussetzungen
4.4.3 Kritische Würdigung des Konzepts
5 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit Erkenntnisse aus der sportwissenschaftlichen Übertrainingsforschung auf die Burn-out-Problematik bei Führungskräften in der Wirtschaft übertragbar sind, um neue Ansätze für Diagnose, Prävention und Therapie zu entwickeln.
2.1.1 Burn-out
„Burn-out“ ist ein relativ junger Begriff für ein schon früh erkanntes Problem: die Frage nach Belastung, Erschöpfung und Erholungspausen von Arbeitskräften. Schon in sehr bekannten Hawthorne-Studien, die zischen 1924 und 1932 von E. Mayo (Harvard University) und anderen in den Hawthorne-Werken der Western Electric Company (Chicago, USA) durchgeführt wurden, erkannte man die Bedeutung der sozialen Beziehungen zur Förderung der Arbeitsproduktivität. Die Frage nach dem Wohlbefinden des Einzelnen als Produktionsfaktor hat seitdem uneingeschränkte Aufmerksamkeit in allen mit der menschlichen Arbeit befassten Wissenschaften.
Das Burn-out-Syndrom ist in der einschlägigen Fachliteratur bisher nicht einheitlich definiert. Die vorhandenen Definitionen oder Definitionsversuche erfahren keine verbindliche Akzeptanz in der Scientific Community, da sie entweder zu spezifisch oder zu umfassend erarbeitet sind. Burisch führt dies – insbesondere für die anfängliche Forschung – auf die überwiegende Orientierung auf Interventionen, also auf präventive und therapeutische Maßnahmen zurück.
Der Begriff Burn-out – als ein mit der Arbeitswelt assoziiertes Syndrom – wurde erstmals im Jahr 1974 durch den Wissenschaftler und Psychoanalytiker Herbert J. Freudenberger geprägt. In einer seiner ersten Publikationen mit dem Titel „Staff Burn-Out“ liefert Freudenberger eine erste Darstellung des Burn-out-Syndroms, welche auf seinen Erfahrungen und Mitarbeiterbeobachtungen, aber auch auf Selbstbeobachtungen basiert. Auch für Freudenberger liegt der Fokus auf der Prävention, der Therapie, der psychischen und physischen Anzeichen sowie auf der Frage, welche Personen besonders gefährdet sind.
Die in der Literatur am häufigsten zitierte Definition ist die der Wissenschaftlerin Christina Maslach. Sie beschrieb Burn-out schon 1982 als: „ein Syndrom emotionaler Erschöpfung, Depersonalisation und persönlicher Leistungseinbuße, das bei Individuen auftreten kann, die in irgendeiner Art mit Menschen arbeiten“.
1 Einleitung: Die Arbeit begründet die ökonomische Relevanz des Burn-out-Syndroms und formuliert die Hypothese eines möglichen Wissenstransfers aus der sportwissenschaftlichen Übertrainingsforschung.
2 Burn-out-Syndrom bei Führungskräften: Es werden Definitionen, Ursachen, Diagnosemöglichkeiten und Interventionsansätze für das Burn-out bei Führungskräften detailliert betrachtet.
3 Übertraining im Hochleistungssport: Dieses Kapitel erläutert die physiologischen und psychologischen Grundlagen des Übertrainings, dessen Symptomatik und die diagnostischen Instrumente im Spitzensport.
4 Optionen des Wissenstransfers: Hier erfolgt ein Vergleich beider Syndrome sowie die Entwicklung eines praktischen Konzepts zur Prävention und Diagnose von Burn-out in der Wirtschaft.
5 Fazit: Die Arbeit bestätigt deutliche Parallelen in der Stress-Recovery-Balance beider Syndrome und unterstreicht den Wert des sportwissenschaftlichen Ansatzes für die betriebliche Praxis.
Burn-out, Übertraining, Übertrainingssyndrom, Führungskräfte, Stress, Stress-Recovery-Balance, Wissenstransfer, Prävention, Arbeitspsychologie, Sportwissenschaft, Leistungsfähigkeit, Erholung, Diagnose, psychische Gesundheit, Belastung
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Übertragung sportwissenschaftlicher Erkenntnisse über das Übertrainings-Syndrom auf das Burn-out-Syndrom bei Führungskräften in der Wirtschaft.
Die zentralen Felder sind die Analyse von Burn-out in der Arbeitswelt, die Untersuchung von Übertraining im Hochleistungssport sowie die Erarbeitung von Schnittstellen für einen präventiven Wissenstransfer.
Das Ziel ist es, ein auf sportwissenschaftlichen Erkenntnissen basierendes Konzept zur effektiven Diagnose und Prävention von Burn-out in der Wirtschaft zu entwickeln.
Es handelt sich um eine literaturbasierte Forschungsarbeit, die einschlägige Fachliteratur (Bücher, Dissertationen, Artikel) auswertet, um eine Synopse und ein daraus abgeleitetes Konzept zu erstellen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Burn-out-Syndroms, eine detaillierte Betrachtung des Übertrainings bei Hochleistungssportlern und eine anschließende Transferanalyse.
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Burn-out, Übertraining, Stress-Recovery-Balance, Führungskräfte, Wissenstransfer und betriebliche Prävention charakterisieren.
Während im Sport durch Leistungsdiagnostik und objektive körperliche Parameter (wie Herzfrequenz oder Blutwerte) eine relativ objektive Messung möglich ist, basiert die Burn-out-Diagnose in der Wirtschaft primär auf subjektiven Fragebögen.
Das Arbeitstagebuch dient als zentrales Instrument zur Selbst-Sensibilisierung und Dokumentation von Stressoren, angelehnt an die bewährten Trainingstagebücher im Hochleistungssport.
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