Masterarbeit, 2017
66 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Genus
2.1 Genus-Sexus-Korrelation
2.2 Arbitrarität oder Motiviertheit
2.2.1 Phonologische Prinzipien
2.2.2 Semantische Prinzipien
2.2.3 Morphologische Prinzipien
2.3 Defaultgenus
2.4 Funktion des Genus
2.5 Grammatische und pragmatische Genuskongruenz
2.5.1 Grammatische und pragmatische Kongruenz bei Menschenbezeichnungen
2.5.2 Grammatische und pragmatische Kongruenz in anderen Referenzdomänen
2.5.3 Pragmatische Kongruenz bei feldexternen und genuslosen Substantiven
2.6 Morphologie der Genusmarker
2.7 Salienz, Frequenz und Validität von Genusmarkern
2.7.1 Salienz
2.7.1 Frequenz
2.7.3 Validität
2.8 Zusammenfassung und Relevanz der Genuszuweisungskategorien
3 Genuszuweisung im Unterricht
3.1 Phasen des Genuserwerbs
3.2 Problematik bei der Vermittlung der Genuszuweisung
3.2.1 Bedeutungsgehalt der Flexive
3.2.2 Probleme mit Pronomen, welche als Artikel verwendeten werden
3.3 Relevanz von Genus: Sollten Genuszuweisungen im Unterricht vermittelt werden?
3.4 Kunstwörter als Messinstrument
4 Situationsanalyse und didaktische Überlegungen zur Lerngruppe
4.1 Information zur Lerngruppe
4.2 Didaktisches Konzept
4.3 Unterrichtsmodell
5 Hypothesen
6 Forschungsdesign
6.1 Vorgehensweise
6.2 Auswahl der Genuskategorien und Items
6.3 Aufbau des Fragebogens und Untersuchungsverlauf
6.4 Störfaktoren
6.4.1 Auswahl der Stichprobe
6.4.2 Mahßnahmen zur Elimination
6.5 Dateneingabe und Auswertung mit SPSS Statistics 24
7 Auswertung und Analyse
7.1 GR1 - Einsilberregel
7.2 GR2 - Einsilberregel mit < f/ch+t > im Auslaut
7.3 GR3 - Substantive mit -heit / -keit / -ung / -ei Suffix
7.4 GR4 - Schwaregel
7.5 GR5 - Substantive mit –lein bzw. –chen
7.6 GR6 - Substantive mit -ment oder –um Suffix
7.7 Defaultwerte für Prä- und Posttest
8 Zusammenfassung der Ergebnisse und Resultate
9 Ausblick
10 Fazit
Die Arbeit untersucht in einer Replikationsstudie mit syrischen und afghanischen Flüchtlingen, ob die explizit-induktive Vermittlung von Genusregeln dazu führt, dass diese morphonologische Zuweisungskriterien autonom auf Kunstwörter anwenden können, um die Arbitraritätshypothese der Genuszuweisung zu widerlegen.
2.2.1 Phonologische Prinzipien
Besonders in diesem Punkt gehen die wissenschaftlichen Expertisen weit auseinander. Köpcke & Zubin (1983, S. 473ff.) konnten für ca. 2000 monosyllabische Substantive (Einsilber) 24 An- und Auslautmuster feststellen, welche genusbestimmend sind. Sie (Köpcke & Zubin, 2009, S. 136f.) stellen fest, dass 90% der Einsilber durch phonologische Regeln erklärbar oder auf zwei Alternativen reduzierbar sind. So sind Einsilber mit <kn> im Anlaut immer Maskulina, Substantive mit <ft> und <xt> im Ablaut Femininum. Jedoch widerspricht Wegener diese Ansicht und erklärt diese als „(...) eine komplexe Abfolge unmotivierter Regeln und Listen von Ausnahmen“ (Wegener, 1995b, 77). Elf der 24 Regeln schließen nur ein Genus definitiv aus. So liegt die Fehlerqoute noch bei 33%. Die Auszählungen beruhen auf 1466 Einsilbern, welche jedoch nicht nach ihrer Aktualität ausgesucht wurden. Auch haben die Autoren weder auf das Verhältnis im Grundwortschatz geachtet, noch auf die Tokenfrequenz im Lernerwortschatz. Vielmehr stellen diese Regeln eine starke Belastung für den Cognitive Load (Woolfolk, 2014, S. 289) dar. Es fehlen die für cues erforderlichen Eigenschaften des großen Skopus und der großen Type-Verfügbarkeit im Lexikon des Lerners.
Auch sei hier darauf hingewiesen, dass das Prinzip des natürlichen Geschlechts produktiver ist und wesentlich schneller erworben wird. Wegener spricht sich bei Einsilbern bzw. Kernwörtern dafür aus, sie tendenziell dem maskulinen Genus zuzuordnen. Es sollten folglich nur die Ausnahmen, nicht die Regeln / Muster nach Köpcke & Zubin (1983) gelernt werden. Der Anteil von knapp 64% maskulinen Einsilbern im Grundwortschatz spricht für diese These (Wegener, 1995b, S. 78). Köpcke & Zubin (2009, S. 136f.) geben 26 Jahre später auch nur beide oben genannten phonologischen Regeln an. Daher wird auf eine detaillierte Darstellung der An- und Auslautmuster nach Köpcke & Zubin (1983) zugunsten der Darstellung von Wegener (1995b, S. 68ff.) verzichtet.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Genuszuweisung bei Flüchtlingen ein und formuliert die Hypothese, dass eine explizit-induktive Vermittlung zur autonomen Anwendung von Genusregeln führt.
2 Genus: In diesem Kapitel werden theoretische Dimensionen des Genus, wie Korrelationen zwischen Genus und Sexus sowie morphologische und semantische Prinzipien, detailliert beschrieben und analysiert.
3 Genuszuweisung im Unterricht: Dieses Kapitel thematisiert die didaktische Aufbereitung des Genuserwerbs, die Phasen des Lernverlaufs sowie die Eignung von Kunstwörtern als Messinstrument.
4 Situationsanalyse und didaktische Überlegungen zur Lerngruppe: Hier werden die Lerngruppe und die konkrete methodische Vorgehensweise des Unterrichtsmodells im Vorkurs für Geflüchtete beschrieben.
5 Hypothesen: Dieses kurze Kapitel stellt die Forschungsfrage und die zu überprüfende Hypothese zur explizit-induktiven Vermittlung von Genusregeln auf.
6 Forschungsdesign: Das Kapitel erläutert die quantitative Vorgehensweise, den Aufbau der Erhebung, das Unabhängige-Posttestdesign sowie die Auswahl der Testitems.
7 Auswertung und Analyse: Der zentrale Teil der Arbeit präsentiert die empirischen Ergebnisse der sechs untersuchten Genusregeln, grafisch aufbereitet und statistisch mithilfe des Mann-Whitney-U-Tests ausgewertet.
8 Zusammenfassung der Ergebnisse und Resultate: Die gewonnenen Erkenntnisse werden hier tabellarisch und textlich zusammengefasst, wobei der Erfolg der Vermittlung der verschiedenen Regeln bewertet wird.
9 Ausblick: Der Ausblick diskutiert das Potenzial für zukünftige Forschung und die Notwendigkeit didaktischer Weiterentwicklungen, etwa durch digitale Anwendungen.
10 Fazit: Das Fazit reflektiert den persönlichen Lernprozess des Autors und zieht ein Resümee über die Bedeutung der Genusvermittlung in der Praxis.
Deutsch als Zweitsprache, Sprachdidaktik, Genuszuweisung, Einsilberregel, morphologisches Prinzip, Pseudosuffix, grammatische Kongruenz, pragmatische Kongruenz, natürliches Geschlechtsprinzip, Kunstwörter, Prätest, Posttest, Definitartikel, Sprachförderung, Zweitspracherwerb.
Die Arbeit untersucht die Genuszuweisung im Deutschen bei syrischen und afghanischen Flüchtlingen und befasst sich mit der Wirksamkeit einer explizit-induktiven Vermittlung von Genusregeln.
Behandelt werden die theoretischen Grundlagen des Genus, didaktische Modelle zur Vermittlung in Vorkursen sowie die praktische Überprüfung durch eine empirische Replikationsstudie.
Das primäre Ziel ist es festzustellen, ob geflüchtete Lerner durch explizite Vermittlung von Genusregeln in der Lage sind, Kategorien zu abstrahieren und diese autonom auf neue Kunstwörter anzuwenden.
Der Autor verwendet ein quasi-experimentelles Forschungsdesign mit einem Prä- und Posttestverfahren in Form eines Unabhängigen-Posttestdesigns sowie statistische Auswertungen mittels SPSS.
Der Hauptteil besteht aus einer theoretischen Fundierung der Genuskategorien, der didaktischen Konzeption des Unterrichtsmodells und der detaillierten Auswertung und Analyse der erhobenen Sprachdaten.
Die wesentlichen Begriffe sind Genuszuweisung, Deutsch als Zweitsprache, morphonologisches Prinzip, Sprachdidaktik und die Widerlegung der Arbitraritätshypothese.
Die Arbeit widerlegt die in Lehrmaterialien und Kollegien verbreitete Auffassung, dass Genuszuweisung in der deutschen Sprache willkürlich sei, und setzt dem ein regelbasiertes System entgegen.
Kunstwörter dienen als neutrales Messinstrument, um zu prüfen, ob die Probanden tatsächliche morphonologische Regeln gelernt haben, anstatt lediglich existierende Vokabeln auswendig gelernt zu haben.
Zur Auswertung der Daten aus dem Prä- und Posttest wurde der Mann-Whitney-U-Test angewendet, um signifikante Unterschiede bei der Genuszuweisung zu identifizieren.
Die Einsilberregeln bilden einen Kernbestandteil der Studie, da sie eine der häufigsten Hürden beim Spracherwerb darstellen und durch die Untersuchung der "Einsilberregel" und der "Einsilberregel mit <f/ch+t>" gezielt adressiert werden.
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