Diplomarbeit, 2006
128 Seiten, Note: 1
1 Konfliktforschung
1.1 KONFLIKT
1.1.1 Konfliktaustragung
1.1.1.1 Konstruktive Konfliktaustragung
1.1.1.2 Destruktive Konfliktaustragung
1.1.2 Struktur des Konfliktes
1.1.2.1 Statische Struktur: Tiefen- und Oberflächenstruktur
1.1.2.2 Dynamische Struktur: Konfliktverlauf und Eskalationsdynamik
1.1.3 Konflikttypologie
1.1.4 Konfliktursachen
1.1.5 Typen von Konfliktlösungen
1.2 KONFLIKT UND KULTUR
1.2.1 Konflikte in interkulturellen Kontexten
1.2.2 Kategorien kultureller Unterschiede
1.2.3 Eskalationsdynamik interkultureller Konflikte
1.2.4 Interkulturelle Konfliktstile
1.3 KONFLIKTINTERVENTIONEN
2 Friedensforschung
2.1 FRIEDEN
2.1.1 Frieden als Zustand
2.1.2 Frieden als Verfahren
2.1.3 Frieden als Konfliktbestandteil
2.2 MAHATMA GANDHI
2.2.1 Gandhis Theorie: Grundsätze und Taktiken.
2.2.1.1 Satyagraha [Festhalten an der Wahrheit]
2.2.1.2 Ahimsā [Nicht-Gewalt, Gewaltlosigkeit]
2.2.1.3 Brahmacharya [Zölibat, Keuschheit]
2.2.1.4 Fasten
2.2.1.5 Non-cooperation [Nicht-Zusammenarbeit]
2.2.1.6 Swaraj [Selbstbeherrschung] und Swaradsch [Selbstregierung]
2.3 INDISCHE KULTUR UND RELIGION
2.3.1 Gandhis Verhältnis zur Religion
2.3.2 Indische Religion: Der Hinduismus
2.3.2.1 Der Glaube
2.3.2.2 Das Kastenwesen
2.3.2.3 Die Lebensstufen
2.3.2.4 Der Jainismus
2.3.2.5 Indische Kultur: Riten, Heilige Schriften und Epen
3 Interkulturelle Mediation
3.1 GRUNDLAGEN
3.1.1 Zielstellungen interkultureller Verständigung
3.1.2 Kulturelle Bedingtheit von Interventionsbereitschaft
3.1.3 Gewaltlosigkeit
3.1.3.1 Gewaltlosigkeit vs. Gewaltfreiheit
3.1.3.2 Gewaltfreier Widerstand vs. Mediation
3.2 ÜBERTRAGBARKEIT GANDHISCHER PRINZIPIEN
3.2.1 Satyagraha
3.2.2 Ahimsā
3.2.3 Brahmacharya, Fasten und die Fähigkeit zu Leiden
3.2.3.1 Fasten
3.2.3.2 Fähigkeit zu leiden
3.2.4 Swaraj und Swaradsch
3.2.5 Non-Cooperation
3.3 AKTUALITÄT GANDHIS
Die Arbeit untersucht, inwieweit die theoretischen ethischen Konzepte von Mahatma Gandhi auf die interkulturelle Mediation anwendbar sind, um neue Ansätze für friedliches Miteinander im westlichen Kulturkreis abzuleiten.
1.1.1.1 Konstruktive Konfliktaustragung
Konstruktive Konfliktbearbeitung heißt, eine Lösung für das konfliktträchtige Problem zu finden ohne Angriff des Gegenübers. So übernehmen alle Beteiligten gemeinsame Verantwortung für das Problem und suchen miteinander und füreinander eine Lösung. Dabei gilt es zwischen Positionen und Interessen der Konfliktparteien zu unterscheiden. Haumersen & Liebe (2005b: 14) verstehen Interessen als Bedürfnisse, die die Konfliktparteien befriedigen müssen oder wollen. Positionen hingegen sind Gebilde aus Argumenten und Forderungen, die diese Interessen der Konfliktparteien überlagern und hauptsächlich zur Abgrenzung vom Konfliktgegner und der Abwehr seiner Argumente dienen.
Oftmals sind die Positionen – als festgefahrene Vorstellungen über die Art und Weise der Lösung des Problems – der Parteien unvereinbar, doch können die zugrunde liegenden Interessen auf verschiedene Weise befriedigt werden. Deren Offenlegung wird somit für die Problemlösung unerlässlich. (vgl. Besemer 1995: 25) Folgendes Beispiel zur Verdeutlichung:
Zwei Schwestern streiten sich über eine Orange, die sie beide haben wollen. Schließlich kommen sie überein, die Frucht zu halbieren. Die eine nimmt nun ihre Hälfte, isst das Fruchtfleisch und wirft die Schale weg. Die andere wirft stattdessen das Innere weg und benutzt die Schale, weil sie damit einen Kuchen backen will. (Besemer 1995: 25)
In diesem Beispiel wird anschaulich, dass selbst unterschiedliche Interessen zu einer optimalen einvernehmlichen Lösung vereinbart werden können, würde man die Positionen („Ich will die Orange.“) auf die dahinter liegenden Interessen („Ich will das Fruchtfleisch essen“ und „Ich brauche die Schale zum Backen“) hin untersuchen und erst anschließend entscheiden. (vgl. ebd.: 26)
1 Konfliktforschung: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen von Konflikten, ihre Struktur und Dynamik sowie die verschiedenen Formen der Konfliktaustragung und -typen.
2 Friedensforschung: Hier wird das Konzept des Friedens als Gegenstück und untrennbarer Bestandteil der Konfliktforschung behandelt, ergänzt durch Gandhis ethische Prinzipien.
3 Interkulturelle Mediation: Dieses Kapitel untersucht die Anwendung von Gandhis Prinzipien in der modernen interkulturellen Mediation und beleuchtet deren Übertragbarkeit.
Konfliktforschung, Friedensforschung, Mahatma Gandhi, Satyagraha, Ahimsā, Brahmacharya, Fasten, Nicht-Zusammenarbeit, Swaraj, Hinduismus, Interkulturelle Mediation, Konfliktlösung, Gewaltfreiheit, Ethik, Kommunikation
Die Arbeit analysiert die Anwendbarkeit von Mahatma Gandhis ethischen Konzepten auf die westliche interkulturelle Mediation, um das Verständnis für friedliche Konfliktlösung zu vertiefen.
Zentrale Felder sind die Konflikt- und Friedensforschung, die philosophischen Grundlagen Gandhis (insb. Satyagraha), die indische Religionsgeschichte und die praktische Mediation.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Gandhis Erfahrungen und Prinzipien zur Ergänzung und Verbesserung interkultureller Mediationsverfahren im Westen beitragen können.
Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Arbeit, die auf Literaturanalyse und der vergleichenden Anwendung gandhischer Prinzipien auf moderne Mediationsmodelle basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Konfliktforschung, die philosophischen Ansätze Gandhis inklusive ihrer kulturellen Verwurzelung und deren spezifische Übertragbarkeit auf Mediationstechniken.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Gewaltfreiheit (Ahimsā), Wahrheit (Satya), Mediation, Konflikttransformation und kulturelle Identität geprägt.
Ahimsā dient als Grundlage für einen gewaltfreien Umgang, bei dem nicht der "Gegner" bekämpft wird, sondern Feindseligkeiten abgebaut und Interessen durch empathische Kommunikation zur Geltung gebracht werden.
Satyagraha zielt auf eine Synthese der Anschauungen ab, bei der beide Seiten durch Einsicht gewinnen (Win-Win), anstatt bloße Zugeständnisse an einem Kompromiss zu machen.
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