Examensarbeit, 2021
93 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
Teil I: Theoretische Grundlagen
2 Gewalt
2.1 Begriffliche Eingrenzung
2.2 Begriffliche Abgrenzung
2.3 Aggressionstheorien
2.3.1 Triebtheorie
2.3.2 Frustrations-Aggressions-Theorie
2.3.3 Lerntheoretischer Ansatz
3 Jugend
3.1 Jugendbegriff
3.2 Entwicklungsaufgaben im Jugendalter
3.3 Jugendgewalt
3.4 Statistische Befunde
4 Prävention und Sport
4.1 Gewaltprävention
4.2 Sport-, Körper- und Bewegungsprävention
Teil II: Chancen und Grenzen der Gewaltprävention durch Sport
5 Gewaltprävention und Sport
5.1 Gewaltprävention durch Sport
5.1.1 Sportarten der Gewaltprävention durch Sport
5.2 Gewaltprävention im Sport
5.3 Grenzen der Gewaltprävention durch Sport
5.3.1 Kausalitätsannahmen des Sports
5.3.2 Kontroversen der Gewaltprävention durch Sport
5.3.3 Forschungsstand
TEIL III: Fallanalyse
7. Projekt „KICK und Sports for more“ - Prävention von Jugendgewalt
7.1 Projektbeschreibung
7.2 Projektanalyse
7.Fazit
Die Arbeit untersucht das gewaltpräventive Potenzial des Sports bei Jugendlichen. Das zentrale Ziel ist es, in einem wissenschaftlichen Diskurs die Chancen und Grenzen der Gewaltprävention "im" und "durch" Sport herauszuarbeiten, indem theoretische Grundlagen zu Gewalt und Jugend mit praktischen Erkenntnissen aus spezifischen Sportprojekten verknüpft werden.
2.3.1 Triebtheorie
Wenn nach der Ursache von Aggressivität gefragt wird, beziehen sich viele Wissenschaftler auf eine der klassischen Grundposition der Psychologie von Sigmund Freud (vgl. Imbusch, 2010, S.37). Auch Storck (2014) und Imbusch (2010) erklären, dass die Antworten auf die Frage, warum Menschen gewalttätig handeln, oft auf die Triebtheorie von Freud bezogen werden kann. Freud behauptet, dass der Mensch als ein triebbestimmtes Wesen geboren sei, welches im Prozess der Sozialisation mühsam erlernen müsse, die Triebe zu kontrollieren und zu unterdrücken (vgl. Storck 2014, S. 122). Wenn diese Triebe nicht befriedigt werden, spricht die Tiefenpsychologie von einer Entstehung von Unlust, was wiederum Gefühle von Hass und Aggressionen hervorruft (vgl. ebd.) Eine solche Entstehungskette konnte Freud zunächst mit dem Instanzen-Modells erklären. So beschreibt Storck:
„Im Rahmen seines Instanzen-Modells (Über-ICH-ICH-ES) suchte er die Lösung die von ihm entdeckte Problematik darin, dass Menschen lernen müssen, selbst zwischen den Anforderungen des Über-ICH einerseits sowie den Impulsen der eigenen Trieb- und Bedürfniswelt andererseits zu vermitteln.“ (Storck 2014, S. 122)
Freud verstand darunter, dass jeder Mensch, ob er wolle oder nicht, lernen müsse, Unlust auszuhalten. Wichtig war ihm dabei, dass die Menschen lernen Unlusterfahrungen zu steuern, sodass keine Aggressionen oder Neurosen daraus wachsen (vgl. Storck 2014, S.122; Imbusch 2010, S. 38). Übereinstimmend verweisen Imbusch und Storck darauf, dass Freud seine Auffassung später korrigierte. Grund dafür war der Erste Weltkrieg. Insbesondere die schrecklichen Kriegsgeschehnisse, mit u.a. Massenvernichtungen, ließen ihn seine Theorie revidieren (vgl. Imbusch 2010, S. 38). Freud erlangte die Ansicht, dass der Mensch von Geburt an nicht nur die „Libido“, den Lebens- und Sexualtrieb, sondern auch den Destruktionstrieb, auch Todestrieb genannt, in sich trägt (vgl. Storck 2014, S.122). Neben dem Lebens- und Sexualtrieb war Freud der Auffassung, dass auch der Todestrieb kontrolliert und unterdrückt werden müsse. Darauf verweist auch Storck. So heißt es: „Da Freud den Hang zur Aggressivität als Ausdruck eines Triebes begriff, meinte er, dass solch ein Trieb nie ausgeschaltet, sondern nur kontrolliert werden kann,“ (Storck 2014, S.122) Zusammengefasst sagt die zentrale Aussage der ersten Aggressionstheorie von Freud aus, dass Aggression Folge von Unlusterfahrungen ist.
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die mediale Präsenz von Jugendgewalt und führt in die wissenschaftliche und gesellschaftliche Kontroverse über die präventive Rolle des Sports ein.
2 Gewalt: Dieses Kapitel definiert und grenzt den Gewaltbegriff, sowie verschiedene Aggressionstheorien wie die Triebtheorie und Frustrations-Aggressions-Theorie, wissenschaftlich ab.
3 Jugend: Hier wird der Jugendbegriff im Wandel der Zeit beleuchtet, die Entwicklungsaufgaben in dieser Lebensphase definiert und statistische Befunde zur Jugendkriminalität analysiert.
4 Prävention und Sport: Das Kapitel erläutert Konzepte der Gewaltprävention und ordnet Sport-, Körper- und Bewegungsangebote methodisch in diesen Kontext ein.
5 Gewaltprävention und Sport: Dieser Teil differenziert zwischen Gewaltprävention "durch" Sport und "im" Sport und untersucht verschiedene Angebotsformen wie den Vereinssport oder informelle Settings.
7. Projekt „KICK und Sports for more“ - Prävention von Jugendgewalt: Die Fallanalyse beschreibt und analysiert die praktischen Ansätze der Berliner Projekte KICK und Sports for more bezüglich ihrer gewaltpräventiven Strategien.
Gewaltprävention, Sport, Jugendgewalt, Jugendarbeit, Aggressionstheorien, Sozialisation, Entwicklungsaufgaben, Sportverein, Kampfsport, Delinquenz, soziale Kompetenz, Pädagogik, Präventionskonzepte, KICK, Sports for more
Die Arbeit analysiert das gewaltpräventive Potenzial von sportorientierten Angeboten im Kontext der Jugendarbeit und betrachtet dabei sowohl theoretische Erklärungsansätze als auch konkrete Praxisbeispiele.
Die zentralen Felder umfassen Gewaltbegriffe, die Entwicklungspsychologie der Jugend, theoretische Modelle der Gewaltprävention sowie die praktische Umsetzung durch verschiedene Sportangebote.
Das Ziel ist es, die Chancen und Grenzen der Arbeit mit gewaltauffälligen Jugendlichen durch Sportkonzepte aufzuzeigen und kritisch zu bewerten.
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung und eine projektorientierte Fallanalyse zur Untersuchung der gewaltpräventiven Praxis.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Gewalt und Jugend, die Darstellung von Präventionskonzepten im Sport sowie eine detaillierte Fallanalyse der Projekte KICK und Sports for more.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Gewaltprävention, Sport, Jugendarbeit, Aggressionskontrolle und soziale Kompetenzentwicklung charakterisiert.
Prävention "durch" Sport nutzt den Sport gezielt als pädagogisches Instrument, während Prävention "im" Sport organisatorische Strukturen und Regeln innerhalb des Sportbetriebs betrachtet, um gewaltfördernde Momente zu minimieren.
Trainer fungieren als zentrale Bezugspersonen und Vorbilder, denen bei der Vermittlung von Werten und sozialen Kompetenzen eine entscheidende Schlüsselrolle zukommt.
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