Masterarbeit, 2009
94 Seiten, Note: 1,0
Geschichte Europas - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
1 Einleitung
2 Mächtekonkurrenz im Atlantik: Spanien – Großbritannien – Frankreich
2.1 Die Globalität des ‚langen‘ 18. Jahrhunderts
2.2 Die Wirtschaft des Atlantiks
2.3 Mächtekonkurrenz zwischen Spanien, Großbritannien und Frankreich
3 Spanien und sein amerikanisches Kolonialimperium
3.1 Administration
3.2 Handel und Wirtschaft
3.3 Sozialstruktur
4 Der Siebenjährige Krieg und seine Folgen für das spanische Kolonialreich
4.1 Der Krieg und seine Bedeutung für das internationale Mächteverhältnis
4.2 Neuorientierung der spanischen Kolonialpolitik
4.3 Auswirkungen der neuen Kolonialpolitik
5 Zunehmende globale Konkurrenz
5.1 Revolutionen auf beiden Seiten des Atlantiks
5.2 Napoleons Kolonialtraum
5.3 Fortschreitende Destabilisierung der spanischen Metropole
6 Krise des spanischen Ancien Régime
6.1 Der spanische Widerstand und die Verfassung von Cádiz
6.2 Reaktionen in Spanisch-Amerika
6.3 Ausländische Interessen
7 Bürgerkriege und Unabhängigkeit in Spanisch-Amerika
7.1 Spanische Restauration
7.2 Bürgerkriege und politische Faktionen
7.3 Britische Diplomatie
8 Ausblick
9 Schlussbetrachtung
10 Resumen
11 Anhang
11.1 Spanisch-Amerika im 16. und 17. Jahrhundert
11.2 Spanisch-Amerika im 18. Jahrhundert
11.3 Die Carrera de las Indias
11.4 Spanisch-Amerika um 1830
Die Arbeit untersucht die Auflösung des spanischen Kolonialimperiums in Amerika unter einem globalhistorischen Blickwinkel. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, wie die internationale Mächtekonkurrenz und die weltweite ökonomische Verflechtung im 18. und 19. Jahrhundert entscheidend zur Unabhängigkeit der lateinamerikanischen Staaten beitrugen, anstatt diese allein auf endogene, nationalstaatliche Motive zurückzuführen.
3 SPANIEN UND SEIN AMERIKANISCHES KOLONIALIMPERIUM
Spanien war unter seinen ersten beiden habsburgischen Königen Karl I. (ab 1519 auch dt. Kaiser Karl V.) und dessen Sohn Philipp II., deren Regierungszeiten fast das gesamte 16. Jahrhundert abdeckten, zu seiner höchsten Machtentfaltung emporgestiegen. Kaum sechs Jahrzehnte nach dem Tod Philipps II. (1598) jedoch war seine große politische Zeit bereits schon wieder vorbei. Mit dem Pyrenäenfrieden von 1659, in dem Spanien gegenüber seinem damaligen Hauptkonkurrenten Frankreich entscheidende territoriale Zugeständnisse machen musste, schwand Spaniens Bedeutung als Machtfaktor in Europa und auch seine Sprache und Kultur verloren zusehends an Einfluss. Die Schwächung der Metropole, die von einem intensiven wirtschaftlichen und sozialen Niedergang begleitet wurde, wirkte sich auch auf die Überseeterritorien aus. Diese Schwächung berührte zwar zunächst noch nicht die territoriale Integrität des Kolonialimperiums, ging aber einher mit der Ablösung der iberischen Kolonialhegemonie durch die wirtschaftlichen Konkurrenten Spaniens, namentlich Frankreich, England und die Niederlande. Gerade die seit dem ausgehenden 17. Jahrhundert erstarkende Handels- und Wirtschaftskraft von Spaniens europäischen Konkurrenten leitete entscheidende Wandlungsprozesse in der spanisch-amerikanischen Wirtschafts- und Handelsstruktur ein und war verantwortlich für Wandlungsprozesse in Administration und Sozialstruktur. Spätestens beim Übergang zum 18. Jahrhundert dann hatte die aggressive Konkurrenz die einstige Weltmacht Spanien in einen ‚verwundbaren Koloss‘ (Elliot) verwandelt, so dass Spaniens Außenpolitik wegen der immer massiver werdenden gegnerischen Übergriffe bereits zu diesem Zeitpunkt nurmehr noch eine Defensivstrategie verfolgen konnte.
1 Einleitung: Darstellung der Ausgangslage und der methodischen Herangehensweise unter Einbeziehung der Globalgeschichte.
2 Mächtekonkurrenz im Atlantik: Spanien – Großbritannien – Frankreich: Analyse des Wandels europäischer Hegemonien durch die konsolidierende Weltwirtschaft im 18. Jahrhundert.
3 Spanien und sein amerikanisches Kolonialimperium: Überblick über die Verwaltungsstrukturen, den Handel und die soziale Hierarchie vor der Krise.
4 Der Siebenjährige Krieg und seine Folgen für das spanische Kolonialreich: Untersuchung der Verschiebung des Mächtegleichgewichts und der nachfolgenden Reformpolitik Spaniens.
5 Zunehmende globale Konkurrenz: Beschreibung der Destabilisierung der Metropole durch die Koalitionskriege und ökonomischen Druck.
6 Krise des spanischen Ancien Régime: Darstellung des Zusammenbruchs der spanischen Monarchie unter Napoleon und der Auswirkungen auf die Kolonien.
7 Bürgerkriege und Unabhängigkeit in Spanisch-Amerika: Analyse der militärischen Auseinandersetzungen und der Rolle ausländischer Mächte bei der Staatsbildung.
8 Ausblick: Zusammenfassung der politischen Fragmentierung Lateinamerikas nach der Unabhängigkeit.
9 Schlussbetrachtung: Bewertung der These, dass internationale Kontexte ausschlaggebend für das Ende des spanischen Imperiums waren.
10 Resumen: Zusammenfassung der Arbeit in spanischer Sprache.
11 Anhang: Bereitstellung von Kartenmaterial zur Veranschaulichung der historischen Gegebenheiten.
Spanisches Kolonialreich, Unabhängigkeit, Globalgeschichte, Mächtekonkurrenz, Großbritannien, Bourbonische Reformen, Atlantikhandel, Entangled Histories, Kreolen, Nationalgeschichte, Amerika, Geopolitik, Napoleonische Kriege, Wirtschaftsverflechtung, Souveränität.
Die Masterarbeit analysiert den Prozess der Auflösung des spanischen Imperiums in Amerika und hinterfragt dabei das traditionelle, rein nationalgeschichtliche Narrativ durch eine globalhistorische Perspektive.
Im Fokus stehen die Mächtekonkurrenz zwischen europäischen Staaten, die Einbindung der Kolonien in eine kapitalistische Weltwirtschaft und die geopolitischen Auswirkungen der europäischen Kriege auf die amerikanischen Territorien.
Ziel ist es aufzuzeigen, dass die Unabhängigkeit nicht zwangsläufig aus internen Spannungen resultierte, sondern maßgeblich durch einen globalen Kontext und die geopolitische Neuordnung nach 1815 geprägt wurde.
Die Arbeit nutzt methodische Konzepte der Globalgeschichte und der sogenannten Entangled Histories, um die Interaktionen zwischen den europäischen Mächten und den Kolonien sichtbar zu machen.
Der Hauptteil gliedert sich chronologisch und thematisch: Von der Mächtekonkurrenz im 18. Jahrhundert, über die Auswirkungen des Siebenjährigen Krieges und die bourbonischen Reformen, bis hin zur Krise der Metropole ab 1808 und den resultierenden Bürgerkriegen.
Schlüsselbegriffe sind Spanisches Kolonialreich, Unabhängigkeit, Globalgeschichte, Mächtekonkurrenz, Bourbonische Reformen, Geopolitik und atlantische Weltwirtschaft.
Die Zerstörung der spanischen Flotte durch Großbritannien in der Schlacht von Trafalgar (1805) und die finanziellen Belastungen durch die Koalitionskriege entzogen Spanien die Möglichkeit, den militärischen Schutz seiner Überseegebiete zu gewährleisten.
Großbritannien fungierte als treibende Kraft, indem es einerseits durch seine maritime Übermacht europäische Interventionen verhinderte und andererseits durch diplomatische Anerkennung die Bildung unabhängiger Staaten förderte, um seine eigenen Handelsinteressen zu sichern.
Kreolen werden nicht als einheitlich revolutionäre Gruppe betrachtet, sondern als soziale Elite, deren Handeln stark von ökonomischen Interessen und der Angst vor sozialen Unruhen geprägt war, was eine einfache Identifizierung mit einem Befreiungskampf infrage stellt.
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