Diplomarbeit, 2009
102 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Problemdarstellung
3. Selbstverständnis der „Geschlossenen Brüdergemeinden“
3.1 Geschichtlicher Abriss
3.2 Lehre
3.2.1 Taufe
3.2.2 Mahl des Herrn
3.2.3 Allgemeine Priestertum
3.2.4 Absonderung
3.2.5 Stellung der Frau in der Gemeinde
3.2.6 Äußere Reglementierungen
3.3 Gemeindestruktur
3.3.1 Autonomie der lokalen Gemeinden
3.3.2 Dienste und Ämter
3.4 Kritik
4. Ökumene
4.1 „Geschlossene Brüdergemeinden“ und Ökumene
4.2 Ansichten der „Geschlossenen Brüder“ über die römisch-katholische Kirche
4.3 Mögliche Wege zur Annäherung
5. Darstellung eines Gottesdienstes bei den „Geschlossenen Brüder“
5.1 Vorstellung der Gemeinde
5.2 Gottesdienst
5.2.1 Ablauf
5.2.2 Predigt
5.3 Vergleich mit der römisch-katholischen Liturgie
5.3.1 Unterschiede
5.3.2 Gemeinsamkeiten
5.4 Auswertung
6. Fazit
7. Stellungnahme
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch und differenziert mit dem religiösen Glaubenskonstrukt der „Geschlossenen Brüdergemeinden“ auseinander, beleuchtet deren Geschichte, Lehre und Verfassung sowie deren Verhältnis zur Ökumene, insbesondere im Kontext einer katholischen Perspektive.
3.1 Geschichtlicher Abriss
Die „Brüderbewegung“ bildet eine relativ junge Bewegung, die aus einer evangelikalen Abspaltungsbewegung, die aus der Zusammenführung von Dissenters in Dublin, Bristol, Branstaple und Plymouth entstanden ist. Sie existiert erst seit knapp 200 Jahren sowie seit 150 Jahren in Deutschland. Die Geschichte der „Brüderbewegung“ ist in ihren wesentlichen Ausprägungen von Darby und Brockhaus gestaltet worden. Mit Recht können beide zu den großen Persönlichkeiten der englischen und deutschen Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts gerechnet werden. Bei der folgenden Betrachtung der Geschichte der „Brüdergemeinden“ wird zunächst die Entstehung dieser Bewegung im Allgemeinen skizziert, um über das „Geschlossenen Brüdertum“ im englischen Bereich, über das Aufkommen in Deutschland, bis hin zur aktuellen Situation in Deutschland, zu beleuchten.
Die Geschichte der „Brüdergemeinden“ nimmt ihre Anfänge, als von den Erträgen der Reformation auf geistlichem Gebiet kaum noch etwas wahrzunehmen ist. Ein „Formenchristentum“ hat sich zunehmend herausgebreitet. Die damalige Gesellschaftsordnung Europas ist von bemerkenswerten Umwälzungen gekennzeichnet. Die Zeit der Aufklärung und die Französische Revolution als fundamentale gesellschaftliche Veränderungsbewegungen haben die letzten Jahrzehnte des 18. Jahrhunderts stark gekennzeichnet. Kirchlich-religiöse Konflikte haben die gesellschaftliche Situation in gesamt Europa verändert. In dieser Epoche der Veränderungen und Unruhen nimmt die „Brüderbewegung“ ihren Beginn.
Das religiös-eschatologisch geprägte Milieu sowie die sozio-ökonomischen Rahmenbedingungen in Großbritannien zu Beginn des 19. Jahrhunderts haben unterschiedliche ekklesiologische Explikationen gefördert, die unter anderem als Verkörperung des Protestes und als Reaktion gegen die vorhandenen Zustände in der Gesellschaft und im kirchlichen Anglikanismus jeder Zeit aufzufassen sind.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema ein, skizziert die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der „Geschlossenen Brüdergemeinde“ und begründet das Anliegen eines interkonfessionellen Dialogs.
2. Problemdarstellung: Dieses Kapitel behandelt das kirchliche Selbstverständnis im ökumenischen Kontext und stellt den biblischen Anspruch einer Einheit der Kirche der Realität der konfessionellen Spaltung gegenüber.
3. Selbstverständnis der „Geschlossenen Brüdergemeinden“: Hier werden die Wurzeln, die Lehre (inklusive Taufe, Mahl des Herrn und Ämterverständnis) sowie die strenge Absonderungspraxis dieser Gruppierung detailliert analysiert.
4. Ökumene: Dieses Kapitel untersucht das Verhältnis der „Geschlossenen Brüder“ zu anderen Konfessionen, insbesondere zur römisch-katholischen Kirche, und erörtert Ansätze für einen möglichen Dialog.
5. Darstellung eines Gottesdienstes bei den „Geschlossenen Brüder“: Anhand des Beispiels der Kasseler Gemeinde werden die liturgische Praxis, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zur katholischen Liturgie sowie die Rolle von Wortverkündigung und Abendmahl analysiert.
6. Fazit: Das Kapitel resümiert die gewonnenen Erkenntnisse über die „Geschlossenen Brüder“ und reflektiert deren Position innerhalb der heutigen Christenheit.
7. Stellungnahme: Die Verfasserin reflektiert ihre persönliche Auseinandersetzung mit der Thematik und bewertet die Chancen für ein ökumenisches Miteinander angesichts bestehender theologischer Hürden.
Geschlossene Brüdergemeinden, John Nelson Darby, Brüderbewegung, Ökumene, Absonderungslehre, Christliche Versammlung, Abendmahl, allgemeines Priestertum, Exklusivität, Dispensationalismus, Liturgie, Gottesdienst, Freikirchen, Bibeltreue, Konfessionskunde.
Die Diplomarbeit untersucht das Glaubenskonstrukt und die Praxis der „Geschlossenen Brüdergemeinden“ im Kontext ihrer Geschichte, Lehre und ökumenischen Haltung.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Entstehung der Brüderbewegung, ihre spezifische Ekklesiologie, die Rolle der Absonderung sowie den Vergleich ihrer Gottesdienstpraxis mit der römisch-katholischen Liturgie.
Das Ziel ist eine objektive wissenschaftliche Aufarbeitung des „Darbysmus“ und das Schaffen von Denkanstößen für einen respektvollen interkonfessionellen Dialog.
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse einschlägiger Literatur sowie auf eigene Beobachtungen bei Glaubenskonferenzen und Gottesdienstbesuchen.
Der Hauptteil analysiert das Selbstverständnis der „Geschlossenen Brüder“, deren lehrmäßige Eckpfeiler und die praktische Ausgestaltung ihres Gemeindelebens.
Zu den Kernbegriffen gehören „Geschlossene Brüdergemeinden“, „Darbysmus“, „Absonderung“ und „Ökumene“.
Die Absonderungslehre ist der logische Kern des exklusiven Charakters der Bewegung und bestimmt maßgeblich, wie die Gemeinde mit der Außenwelt und anderen Kirchen interagiert.
Im Gegensatz zu den Amtskirchen legen die „Geschlossenen Brüder“ den Fokus auf die freie Leitung durch den Heiligen Geist und lehnen eine feste, klerikal geleitete Liturgie ab.
Die Verfasserin plädiert trotz der dogmatischen Differenzen für ein gegenseitiges Verständnis und die Anerkennung des gemeinsamen Zentrums im Glauben an Jesus Christus.
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