Bachelorarbeit, 2022
35 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1. Transzendentale Ästhetik und die synthetische Methode
2.1.1. Inhalt und Aufbau
2.1.2. Einführung der Terminologie und Erklärung der Vorgehensweise in der Ästhetik
2.1.3. Raumargumente
2.1.4. Exkurs: Das ‚Über-den-Begriff-Hinausgehen‘. Zur Analytizität und Synthetizität von Urteilen
2.1.5. Zeitargumente
2.1.6. Zur methodischen Synthetizität in der transzendentalen Ästhetik
2.2. ‚Wie ist reine Mathematik möglich?‘ und die analytische Methode
2.2.1. Inhalt und Aufbau
2.2.2. Argumentation
2.2.3. Zur methodischen Analytizität in ‚Wie ist reine Mathematik möglich?‘ und dem Unterschied zwischen der synthetischen und der analytischen Methode
3. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht den methodischen Unterschied zwischen Immanuel Kants Kritik der reinen Vernunft und den Prolegomena, um zu klären, inwiefern sich die dort angewandte synthetische bzw. analytische Methode unterscheiden und ob diese Differenz lediglich in der Darstellungsweise begründet liegt.
2.1.4. Exkurs: Das ‚Über-den-Begriff-Hinausgehen‘. Zur Analytizität und Synthetizität von Urteilen
Zunächst einmal ist zu bemerken, dass Erkenntnis nach Kant immer in Urteilen geschieht und dass die kantische Urteilstheorie drei Klassen von Urteilen kennt: analytische Urteile a priori, synthetische Urteile a posteriori und synthetische Urteile a priori, wobei Kant sich in der Kritik der reinen Vernunft hauptsächlich mit der Frage danach beschäftigt, wie und nicht ob letztere möglich sind. Um zu verstehen, was das ‚Über-den-Begriff-Hinausgehen‘ bedeutet, ist vor allem das Begriffspaar ‚analytisch-synthetisch‘ wichtig, welches Kant in der Kritik unter dem Titel Von dem Unterschiede analytischer und synthetischer Urteile einführt:
In allen Urteilen, worinnen das Verhältnis eines Subjekts zum Prädikat gedacht wird, (wenn ich nur die bejahenden erwäge: denn auf die verneinenden ist die Anwendung leicht) ist dieses Verhältnis auf zweierlei Art möglich. Entweder das Prädikat B gehört zum Subjekt A1) als etwas, was in diesem Begriffe A (versteckterweise) enthalten ist; oder B liegt ganz außer dem Begriff A, ob es zwar mit demselben in Verknüpfung steht. Im ersten Fall nenne ich das Urteil analytisch, im andern synthetisch. […] Die ersten könnte man auch Erläuterungs-, die andern Erweiterungs-Urteile heißen, weil jene durch das Prädikat nichts zum Begriff des Subjekts hinzutun, sondern diesen nur durch Zergliederung in seine Teilbegriffe zerfällen, die in selbigen³ ) schon (obgleich verworren) gedacht waren: dahingegen die letzteren zu dem Begriffe des Subjekts ein Prädikat hinzutun, welches in jenem gar nicht gedacht war, und durch keine Zergliederung desselben hätte können herausgezogen werden.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung von Kants Kritik der reinen Vernunft ein und formuliert die Forschungsfrage zur methodischen Differenz zwischen der Kritik und den Prolegomena.
2. Hauptteil: Der Hauptteil untersucht detailliert die Vorgehensweisen in den beiden Werken, wobei die transzendentale Ästhetik als Anwendung der synthetischen Methode und der Abschnitt zur reinen Mathematik als Anwendung der analytischen Methode analysiert wird.
2.1. Transzendentale Ästhetik und die synthetische Methode: Dieses Kapitel arbeitet Kants Argumentation zur Rolle von Raum und Zeit als reine Anschauungsformen heraus und dokumentiert die synthetische methodische Vorgehensweise.
2.1.1. Inhalt und Aufbau: Kurze Vorab-Einführung in die Argumentationsstruktur von § 1 der Ästhetik.
2.1.2. Einführung der Terminologie und Erklärung der Vorgehensweise in der Ästhetik: Erläuterung der kantischen Begriffe von Empfindung, Erscheinung und Anschauung.
2.1.3. Raumargumente: Darstellung der metaphysischen Erörterung des Raumes bei Kant.
2.1.4. Exkurs: Das ‚Über-den-Begriff-Hinausgehen‘. Zur Analytizität und Synthetizität von Urteilen: Analyse der grundlegenden Unterscheidung zwischen analytischen und synthetischen Urteilen als Voraussetzung für das Verständnis der Methoden.
2.1.5. Zeitargumente: Darstellung der Argumente zur Zeit als subjektive Form der inneren Anschauung.
2.1.6. Zur methodischen Synthetizität in der transzendentalen Ästhetik: Zusammenfassende Betrachtung der synthetischen Methode, bei der von den Bedingungen zum Gesuchten geschritten wird.
2.2. ‚Wie ist reine Mathematik möglich?‘ und die analytische Methode: Dieses Kapitel widmet sich der Analyse der analytischen Methode im Abschnitt über die reine Mathematik aus den Prolegomena.
2.2.1. Inhalt und Aufbau: Überblick über die Fragestellung und den Umfang des Kapitels in den Prolegomena.
2.2.2. Argumentation: Aufarbeitung der kantischen Argumentation zum mathematischen Vorgehen durch Konstruktion der Begriffe in der Anschauung.
2.2.3. Zur methodischen Analytizität in ‚Wie ist reine Mathematik möglich?‘ und dem Unterschied zwischen der synthetischen und der analytischen Methode: Diese Untersuchung zeigt, dass die analytische Methode von dem Gesuchten ausgeht und zu den Bedingungen aufsteigt, was als reziprokes Verfahren zur synthetischen Methode identifiziert wird.
3. Schluss: Zusammenfassung der Ergebnisse der Bachelorarbeit und Reflexion über die methodische Äquivalenz der beiden Darstellungsweisen.
Kants Philosophie, Kritik der reinen Vernunft, Prolegomena, synthetische Methode, analytische Methode, transzendentale Ästhetik, reine Anschauung, synthetische Urteile a priori, Raum, Zeit, Analytizität, Erkenntnistheorie, Geometrie, Mechanik, Metaphysik.
Die Arbeit befasst sich mit dem methodischen Unterschied zwischen Kants Kritik der reinen Vernunft und seinen Prolegomena hinsichtlich der Anwendung einer synthetischen gegenüber einer analytischen Methode.
Im Zentrum stehen die transzendentale Ästhetik, die Theorie synthetischer Urteile a priori sowie die Frage, wie ein Wissen, das mathematische Gewissheit beansprucht, möglich ist.
Die Arbeit untersucht, worin genau der methodische Unterschied zwischen den genannten Werken besteht und ob dieser Unterschied logisch zu begründen ist oder lediglich unterschiedlichen didaktischen Darstellungsweisen folgt.
Die Arbeit nutzt eine textanalytische und komparative Methode, um Kants Argumentationslinien in ausgewählten Kapiteln der Kritik und der Prolegomena nachzuvollziehen und kritisch zu vergleichen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der synthetischen Methode (anhand der Raum-Zeit-Argumente) und die Analyse der analytischen Methode (anhand der Frage nach der reinen Mathematik), gefolgt von einer methodenkritischen Synthese.
Zu den Kernbegriffen gehören: synthetische und analytische Methode, transzendentale Ästhetik, Urteilstheorie, reine Anschauung, apriorische Erkenntnis und das ‚Über-den-Begriff-Hinausgehen‘.
Dieser Begriff beschreibt das Wesen synthetischer Urteile: Das Prädikat wird dem Subjekt hinzugefügt, ohne bereits durch Zergliederung in diesem enthalten zu sein, wodurch die Erkenntnis erweitert wird.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der Unterschied nicht in der zugrunde liegenden logischen Struktur liegt, sondern darin, ob vom Gesuchten zu den Bedingungen aufgestiegen wird (analytisch) oder von den Bedingungen zum Gesuchten abgestiegen wird (synthetisch).
Die Autorin oder der Autor argumentiert erfolgreich, dass es sich primär um zwei verschiedene Darstellungsweisen desselben zugrunde liegenden Arguments handelt, die durch die didaktische Absicht der Prolegomena motiviert sind.
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