Masterarbeit, 2021
215 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Tansania: Zwischen Aufbruch und Rückschritt – Ein Überblick
2.1 Tansania – Geschichte und Gegenwart
2.2 Politische Entwicklungen und Verortung Tansanias nach V-Dem – Stand der Demokratie in dem ostafrikanischen Staat
2.3 Politische Bildung in Tansania – Ein Einblick in das Unterrichtsfach Civic and Moral Education
3 Theoretische Grundlagen
3.1 Polyarchie – Die Kernaspekte der Demokratie nach Robert Dahl
3.2 Das Konzept des Democratic Deficit nach Pippa Norris im Überblick
3.3 Die Teilaspekte des Democratic Deficit und empirische Forschungsstände
3.3.1 Demokratische Forderungen in der Bevölkerung
3.3.2 Die Demokratiezufriedenheit und Wahrnehmung der Regierungsperformanz
3.3.3 Die Rolle der Bildung und der Medien für das Democratic Deficit
4 Forschungsmethoden und Begründung der Fallauswahl
4.1 Die Datenerhebung mittels problemzentriertem Interview nach Witzel
4.1.1 Hintergründe des PZI – Ein Kurzüberblick
4.1.2 Praktische Anwendung des PZI
4.1.3 Reflexion der Datenerhebung mittel PZI
4.2 Die Datenerhebung mit Schulbüchern des Fachs Civic and Moral Education
4.2.1 Schulbücher als Datenmaterial
4.2.2 Beschreibung der Schulbücher und Begründung der Textstellenauswahl
4.3 Die Datenauswertung mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Kuckartz
4.3.1 Einführung in die inhaltlich strukturierende qualitative Inhaltsanalyse
4.3.2 Die Entwicklung der Kategoriensysteme und Analysemöglichkeiten
5 Analyse des Datenmaterials für Tansania
5.1 Erste allgemeine Befunde und Datenauswertung
5.2 Demokratische Forderungen in der tansanischen Bevölkerung
5.3 Die Demokratiezufriedenheit und Wahrnehmung der Regierungsperformanz in Tansania
5.4 Die Rolle von Bildung und Medien für das Democratic Deficit in Tansania
5.5 Weitere Analysen und Zusammenfassung der Ergebnisse
6 Diskussion und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Demokratieverständnis der Bevölkerung in Tansania unter Anwendung des Modells des "Democratic Deficit" nach Pippa Norris, um zu klären, ob eine Diskrepanz zwischen den demokratischen Anforderungen der Bürger und der wahrgenommenen Regierungsleistung existiert. Dabei wird analysiert, inwieweit staatliche Bildungsinstitutionen demokratische Werte vermitteln und welchen Einfluss diese sowie die Medienlandschaft auf die demokratische Konsolidierung und das Vertrauen in politische Institutionen im Land haben.
1 Einleitung
„Democracy has been discussed off and on for about twenty-five hundred years, enough time to provide a tidy set of ideas about democracy on which everyone […] could agree. For better or worse, that is not the case. […]. Ironically, the very fact that democracy has such a lengthy history has actually contributed to confusion and disagreement, for ‘democracy’ has meant different things to different people at different times and places.” (Dahl 1998: 2 f.).
So äußert sich der Politikwissenschaftler Robert A. Dahl in seinem 1998 erschienenen Werk: „On Democracy“ einführend zur langen Geschichte der Demokratie. Er verdeutlicht mit diesen Ausführungen, dass es, trotz einer historisch gewachsenen Forschungstradition keine einheitliche Meinung oder Definition davon gibt, was unter dem Begriff Demokratie verstanden wird. Zudem beschreibt Dahl, dass er im Zeitverlauf und an verschiedenen Orten unterschiedliche Bedeutungen für die Menschen hatte und hat.
Auch innerhalb einer Gesellschaft kann es bereits deutliche Unterschiede hinsichtlich der vorhandenen Demokratiekonzeptionen geben, wie der Bayerische Rundfunk im Jahr 2019 bei der Themenwoche: Meine Demokratie im Rahmen von Interviews feststellte. Hier wurde deutlich, dass verschiedene Personen durchaus differenzierte Vorstellungen davon haben, was Demokratie für sie bedeutet und was sie mit diesem Begriff verbinden. Zudem gehen die Macher davon aus, dass das Demokratiekonzept einer Person immer auch davon abhängt, welche Erfahrungen jemand damit gemacht hat (Bayerischer Rundfunk 2019: 1).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische und begriffliche Komplexität von Demokratie und stellt die Forschungsfrage nach den Werten und Einstellungen der Bevölkerung in Tansania vor dem Hintergrund des Democratic Deficit.
2 Tansania: Zwischen Aufbruch und Rückschritt – Ein Überblick: Dieses Kapitel gibt einen historischen und politischen Überblick über Tansania, ordnet das Land demokratietheoretisch ein und beleuchtet die Rolle der politischen Bildung.
3 Theoretische Grundlagen: Hier werden zentrale Konzepte wie die Polyarchie nach Dahl und das Democratic Deficit nach Norris erläutert, um ein theoretisches Fundament für die Analyse zu bieten.
4 Forschungsmethoden und Begründung der Fallauswahl: Das Kapitel begründet die qualitative Ausrichtung der Studie und beschreibt detailliert die Vorgehensweise bei den Interviews sowie der Inhaltsanalyse der Schulbücher.
5 Analyse des Datenmaterials für Tansania: Der Hauptteil gliedert sich in die Auswertung der Interviews und Schulbücher, wobei die Ergebnisse zu Demokratieverständnis, Forderungen und Performanz kritisch diskutiert werden.
6 Diskussion und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und wagt einen Ausblick auf die zukünftige demokratische Entwicklung Tansanias.
Demokratie, Tansania, Democratic Deficit, Politische Kultur, Demokratieverständnis, Politische Partizipation, Regimeperformanz, Politische Bildung, Civic and Moral Education, qualitative Inhaltsanalyse, problemzentriertes Interview, Autokratisierung, Politische Unterstützung, Rechtsstaatlichkeit, Regierungsleistung.
Die Arbeit untersucht das Demokratieverständnis sowie die demokratischen Werte und Einstellungen der Bevölkerung in Tansania, um festzustellen, ob ein Mangel an demokratischer Qualität (Democratic Deficit) besteht.
Die zentralen Themen sind das Demokratieverständnis der tansanischen Bürger, die Rolle der staatlichen Bildungsangebote bei der Vermittlung demokratischer Werte und die Einstellung zur aktuellen Regierungsführung.
Das Hauptziel ist die Analyse, wie Menschen in Tansania Demokratie definieren, ob sie diese als Staatsform unterstützen und inwieweit die wahrgenommene Realität der Regierungsperformanz mit diesen Erwartungen korrespondiert.
Die Studie nutzt qualitative Methoden: problemzentrierte Interviews (PZI) mit tansanischen Bürgern sowie eine inhaltlich strukturierende qualitative Inhaltsanalyse tansanischer Schulbücher nach Udo Kuckartz.
Im Hauptteil (Kapitel 5) findet der Vergleich zwischen den erhobenen Bürgerinterviews und dem staatlich vermittelten Wissen in Schulbüchern statt, um die Diskrepanz zwischen Erwartung und staatlicher Praxis aufzuzeigen.
Die Arbeit fokussiert sich insbesondere auf Konzepte wie "Democratic Deficit", "Regimeperformanz", "Demokratieverständnis" und die "Rolle der politischen Bildung" innerhalb eines ostafrikanischen Entwicklungslandes.
Die Analyse zeigt eine weitgehende Unzufriedenheit der Befragten mit der aktuellen Regierungsperformanz, während gleichzeitig eine hohe Unterstützung für demokratische Prinzipien im Allgemeinen artikuliert wird.
Die untersuchten Schulbücher des Fachs "Civic and Moral Education" fungieren als staatliches Instrument zur Vermittlung bestimmter demokratischer Normen, wie etwa Patriotismus, wobei deren Fokus zwischen den Klassenstufen variiert.
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