Examensarbeit, 2004
109 Seiten, Note: 1,0
Vorwort
1. Webers frühes Opernschaffen
1.1 Die deutsche Oper um die Entstehungszeit des Abu Hassan
1.2 Aspekte des frühen Weberschen Opernschaffens
1.3 Webers frühe Bühnenwerke
1.4 Zur Entstehung des Abu Hassan
2. Abu Hassan
2.1 Handlung und Sujet
2.2 Die Exotik des Abu Hassan
2.2.1 Exkurs: Weber und der Exotismus
2.2.2 Abu Hassan – eine Türkenoper
2.2.2.1 Untersuchungen zum Libretto
2.2.2.2 Das „Türkische“ in der Musik
2.3 Analyse der einzelnen Nummern
2.3.1 Die Ouvertüre
2.3.2 Nr. 1 – Introduzione
2.3.3 Nr. 2 – Aria
2.3.4 Nr. 3 – Coro
2.3.5 Nr. 4 – Duetto
2.3.6 Nr. 5 – Aria
2.3.7 Nr. 6 – Duetto
2.3.8 Nr. 7 – Terzetto
2.3.9 Nr. 8 – Aria
2.3.10 Nr. 9 – Terzetto e Coro
2.3.11 Nr. 10 – Schlußchor
2.4 Auswertung
3. Die Rezeption des Abu Hassan
3.1 Aufführungen
3.2 Urteile
3.3 Der MeisterWerk-Kurs zu Abu Hassan in Detmold
3.4 Schlussbemerkung zur Rezeptionsgeschichte
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht Carl Maria von Webers Singspiel Abu Hassan als ein bedeutendes Werk an der Schnittstelle zwischen Klassik und Romantik. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der Einordnung des Stücks in die zeitgenössische Opernentwicklung sowie der Analyse der musikalischen und dramaturgischen Mittel, mit denen Weber lokale und exotische Kolorite einsetzt.
2.2.1 Exkurs: Weber und der Exotismus
Auf den ersten Blick erscheint es ungewöhnlich: Weber komponierte zunächst Opern, die im Wald, sowie auf Burgen und Schlössern spielen, in denen bürgerliche Personen, mittelalterliche Ritter, sowie Figuren des Geistermilieus vorkommen und übernatürliche Kräfte thematisiert werden. Im Anschluss daran schrieb er ein Singspiel, dessen Schauplatz das exotisch-orientalische Bagdad darstellt. Zehn Jahre später geht Webers Oper Der Freischütz in Dresden über die Bühne. Eine Oper, die den deutschen Wald, die Naturnähe, volkstümliche Charaktere und das Jägertum mit übernatürlichen Geschehnissen verbindet und schließlich als das Musterbeispiel der deutschen romantischen Oper Musikgeschichte schrieb.
Ein Blick auf Webers Gesamtwerk weist jedoch schon an anderen Stellen neben dem national-deutschen auch einen anderen Zug auf, den Constantin Floros „kosmopolitisch“ nennt. Exotisches findet sich bei Weber z.B. in der Komposition seiner Ouvertüre Chinesa, der eine chinesische Originalmelodie zugrunde liegt und die er in Stuttgart zur Schauspielmusik zu Schillers Turandot umarbeitete. Außerdem verwendete er noch in anderen Werken spanisch-maurische, masurische, zigeunerische und viele andere Weisen. Schließlich begegnet man in der Oper Oberon dem Kalifen von Bagdad, Harun al Raschid, wieder. Das Sujet des Oberon vereint den Orient, die mittelalterliche Ritterwelt und das Feenreich, wobei Weber diese drei Stoffkreise auch musikalisch differenziert. Für die Darstellung des Orients ließ er u.a. zwei orientalische Originalmelodien einfliesen.
1. Webers frühes Opernschaffen: Dieses Kapitel beleuchtet den zeitgeschichtlichen Hintergrund der deutschen Oper um 1810 sowie den persönlichen Werdegang Webers, der maßgeblich zur Entwicklung seiner opernästhetischen Prinzipien beitrug.
2. Abu Hassan: Der Hauptteil der Arbeit analysiert das Sujet, die exotischen Elemente und bietet eine detaillierte formale Untersuchung der einzelnen musikalischen Nummern des Singspiels.
3. Die Rezeption des Abu Hassan: Hier wird der historische Aufführungsverlauf von der Uraufführung bis hin zu modernen MeisterWerk-Kursen in Detmold dargestellt und die zeitgenössische Kritik reflektiert.
Carl Maria von Weber, Abu Hassan, Singspiel, Deutsche Oper, Exotismus, Türkenoper, Opernanalyse, Musikwissenschaft, Rezeptionsgeschichte, Romantik, 19. Jahrhundert, Libretto, Formanalyse, Orchesterinstrumentation, Musiktheater.
Die Arbeit untersucht das Singspiel Abu Hassan von Carl Maria von Weber unter Berücksichtigung seiner Entstehungsgeschichte, musikalischer Gestaltung und historischen Einordnung.
Im Zentrum stehen die Entwicklung des deutschen Singspiels, die Bedeutung des Exotismus in der Musik der frühen Romantik sowie die formale Analyse der einzelnen Nummern des Werkes.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Weber die Gattung Singspiel künstlerisch weiterentwickelte und wie er das orientalische Lokalkolorit durch spezifische musikalische Mittel in seine Komposition integrierte.
Der Autor nutzt eine Kombination aus historischer Quellenanalyse, vergleichender Librettountersuchung und detaillierter musikalischer Formanalyse unter Einbeziehung zeitgenössischer Rezensionen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse des Sujets, die Exotik des Werks, eine umfassende formale Analyse der zehn musikalischen Nummern und deren Zusammenführung durch Weber.
Zentral sind Begriffe wie Abu Hassan, Webers Opernschaffen, Exotismus, Formanalyse und Rezeptionsgeschichte.
Es handelt sich um ein kompaktes Singspiel mit exotischem Orient-Sujet, das im Vergleich zum später entstehenden Freischütz stärker von der französischen Opéra-comique-Tradition geprägt ist.
Omar ist eine von Hiemer geschaffene Figur, die als dramatischer Gegenspieler dient und den klassischen Typus des lüsternen Türken mit Einflüssen der Commedia dell’arte verbindet.
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