Wissenschaftliche Studie, 2009
110 Seiten, Note: 1
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
1. EINLEITUNG
2. EPIDEMIOLOGISCHE DROGENSITUATION IN ÖSTERREICH
2.1. Begriffsbestimmung
2.2. Problematischer Drogenkonsum
2.3. Gesundheitliche Folgen des Drogenkonsums
2.4. Soziale Folgen der Drogenabhängigkeit
2.5. Rechtliche Folgen der Drogenabhängigkeit
3. ANGEHÖRIGE VON DROGENABHÄNGIGEN
3.1. Co-Abhängigkeit
3.2. Alltag der Angehörigen
3.3. Aktueller Forschungsstand
3.4. Geschwister von Drogenabhängigen
3.5. Kinder drogenabhängiger Eltern
3.6. Hilfsangebote für Angehörige
4. LEBENSQUALITÄT
4.1. Historische Entwicklung
4.2. Definition der Lebensqualität
4.3. Gesundheitsbezogene Lebensqualität
4.4. Aktueller Forschungsstand im Suchtbereich
5. STRESS UND STRESSBEWÄLTIGUNG
5.1. Was ist Stress?
5.2. Stressbewältigung – Coping
5.3. Emotionszentriertes vs. Problemzentriertes Coping
5.4. Methoden zur Erfassung von Bewältigung
5.5. Aktueller Forschungsstand
6. METHODIK
6.1. Untersuchungsziel
6.2. Untersuchungsplan und Durchführung
6.3. Darstellung der Untersuchungsverfahren
6.3.1. SF-36 Fragebogen zum Gesundheitszustand
6.3.2. Fragebogen zur Lebenszufriedenheit – FLZ
6.3.3. Stressverarbeitungsfragebogen (SVF-120)
6.3.4. Eigener Fragebogen
6.4. Fragestellungen und abgeleitete Forschungshypothesen
6.4.1. Fragestellung 1: Lebensqualität
6.4.2. Fragestellung 2: Lebenszufriedenheit
6.4.3. Fragestellung 3: Stressverarbeitung – Gruppenvergleiche
6.4.4. Fragestellung 4: Positive und negative Stressverarbeitung
6.5. Variablen
6.6. Stichprobe
6.7. Datenauswertung
7. DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE
7.1. Fragestellung 1: Lebensqualität
7.2. Fragestellung 2: Lebenszufriedenheit
7.3. Fragestellung 3: Stressverarbeitung – Gruppenvergleiche
7.4. Fragestellung 4: Positive und negative Stressverarbeitung
8. INTERPRETATION DER ERGEBNISSE
9. DISKUSSION UND KRITIK
10. ZUSAMMENFASSSUNG
11. LITERATURVERZEICHNIS
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen einer Drogenabhängigkeit auf die Lebensqualität und Stressbewältigung der Angehörigen. Ziel ist es, den Belastungszustand der Angehörigen im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung zu analysieren, Geschlechts- und Rollenunterschiede (insbesondere bei Müttern) zu identifizieren und den Einfluss negativer Bewältigungsstrategien auf das Befinden aufzuzeigen.
3.1. Co-Abhängigkeit
Der Begriff „co-dependence" oder „codependency“ hat sich in den 1970er Jahren von Amerika aus verbreitet und stammt von den Betroffenen selbst, nämlich von den Angehörigen von Suchtkranken. Er beschreibt dabei allgemein Personen, die mit einem Süchtigen zusammenleben oder eine Beziehung haben, deren Leben dadurch ebenfalls beeinträchtigt ist. Dabei gilt jedes Verhalten, das die Abhängigkeit eigentlich fördert, statt sie zu unterbrechen, als co-abhängig (Rennert, 1990).
Cermak (1986) definiert Co-Abhängigkeit als erkennbares Muster von Persönlichkeitsmerkmalen, die bei Mitgliedern von Familien mit Suchtkranken gefunden werden können, die eine Dysfunktion hervorrufen, die eine Diagnose einer gemischten Persönlichkeitsstörung nach DSM-III rechtfertigen. Er war dafür, die Co-Abhängigkeit in die Neufassung des DSM-IV zu integrieren und formulierte hierfür fünf Kriterien:
1.) Das Selbstwertgefühl des Co-Abhängigen ist eng und dauerhaft verbunden mit dem Bemühen, eigene Gefühle und die anderer Personen zu kontrollieren und zu beeinflussen, obwohl ihnen daraus negative Konsequenzen widerfahren. Dies äußert sich in Verhaltensweisen, die durch eine gestörte Wahrnehmung der Willenskraft, Identitätskonfusion, Realitätsverleugnung und niederes Selbstwert geprägt sind.
2.) Übernahme von Verantwortung für die Bedürfnisbefriedigung anderer, wobei eigene Bedürfnisse nicht wahrgenommen werden oder in den Hintergrund treten.
3.) In Situationen von Intimität und Trennung leiden Co-Abhängige unter Ängstlichkeit und Abgrenzungsproblemen. Es kommt zu einer Übernahme von Gefühlen des Abhängigen.
4.) Co-Abhängige tendieren zu verstrickten Beziehungen zum Suchtkranken, anderen co-abhängigen sowie persönlichkeits- und antriebsgestörten Personen.
5.) Co-abhängige Personen zeigen mindestens drei der folgenden Symptome: Realitätsverleugnung, emotionale Beeinträchtigung, Depression, übermäßige Wachsamkeit, Zwänge, Ängste oder Substanzmissbrauch. Sie waren Opfer von Missbrauch, leiden unter stressbezogenen körperlichen Krankheiten und leben mindestens zwei Jahre eng mit einer drogenmissbrauchenden Person zusammen, ohne fremde Hilfe zu suchen (Cermak, 1986, zitiert nach Rennert, 1990).
1. EINLEITUNG: Darstellung der hohen Betroffenenzahl bei Suchterkrankungen und der spezifischen Belastungssituation für Angehörige, die oft stigmatisiert sind und zu wenig Unterstützung finden.
2. EPIDEMIOLOGISCHE DROGENSITUATION IN ÖSTERREICH: Überblick über die Drogenproblematik, Begriffsdefinitionen sowie die gesundheitlichen, sozialen und rechtlichen Konsequenzen für Abhängige.
3. ANGEHÖRIGE VON DROGENABHÄNGIGEN: Erläuterung des Konzepts der Co-Abhängigkeit, der täglichen Belastungen im Zusammenleben und der speziellen Situation von Geschwistern und Kindern Drogenabhängiger.
4. LEBENSQUALITÄT: Theoretische Herleitung des Konstrukts Lebensqualität, dessen Messbarkeit und aktueller Forschungsstand in der Sucht- und Angehörigenproblematik.
5. STRESS UND STRESSBEWÄLTIGUNG: Einführung in die Stressforschung nach dem Modell von Lazarus sowie Erläuterung von Coping-Strategien und deren Einfluss auf die psychische Gesundheit.
6. METHODIK: Detaillierte Beschreibung des Untersuchungsziels, der verwendeten Fragebögen (SF-36, FLZ, SVF-120), der Hypothesen sowie der Durchführung der Querschnittstudie.
7. DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE: Statistische Analyse der Daten, die eine signifikant eingeschränkte Lebensqualität der Angehörigen und eine Tendenz zu maladaptiven Stressbewältigungsstrategien belegt.
8. INTERPRETATION DER ERGEBNISSE: Zusammenführung und Diskussion der Studienergebnisse im Kontext der psychischen Belastung und der Rolle der Mütter als besonders betroffene Angehörigengruppe.
9. DISKUSSION UND KRITIK: Reflexion über die Stichprobengröße, die Erhebungsmethode und Ausblick auf zukünftige Forschungsnotwendigkeiten.
10. ZUSAMMENFASSSUNG: Prägnante Wiederholung der wesentlichen Erkenntnisse zur Lebensqualität und Stressverarbeitung bei Angehörigen.
11. LITERATURVERZEICHNIS: Verzeichnis aller verwendeten Quellen und Referenzen der Studie.
Drogenabhängigkeit, Angehörige, Lebensqualität, Lebenszufriedenheit, Stressbewältigung, Coping, Co-Abhängigkeit, psychische Belastung, Suchtprävention, Österreich, Fragebogen, gesundheitsbezogene Lebensqualität, Stressmodell, familiäre Situation, Forschungsstudie.
Die Arbeit untersucht die psychischen Belastungen, die Lebensqualität und die Stressbewältigungsmechanismen von Menschen, deren Angehörige drogenabhängig sind.
Die zentralen Felder sind die gesundheitsbezogene Lebensqualität, die allgemeine Lebenszufriedenheit und die Stressverarbeitung (Coping) der Angehörigen.
Das Ziel ist es, zu prüfen, ob Angehörige von Drogenabhängigen eine im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung verminderte Lebensqualität aufweisen und wie sich ihre Stressverarbeitung auf diese Lebensqualität auswirkt.
Es handelt sich um eine Querschnittstudie, bei der standardisierte Fragebögen (SF-36, FLZ, SVF-120) und ein eigens erstellter Fragebogen zur Datenerhebung bei 55 Angehörigen genutzt wurden, gefolgt von statistischen Analysen (t-Tests, Regressionsmodelle).
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Epidemiologie, Psychologie der Angehörigen, Lebensqualität, Stress) sowie den methodischen Teil und die anschließende Präsentation und Interpretation der empirischen Ergebnisse.
Die wichtigsten Schlagworte sind Lebensqualität, Co-Abhängigkeit, Coping, Stressbewältigung und Drogenabhängigkeit.
Die Studie identifiziert Mütter als eine besonders stark belastete Untergruppe, die signifikant niedrigere Werte in verschiedenen Bereichen der Lebenszufriedenheit im Vergleich zu anderen Angehörigen aufweist.
Die Anwendung negativer Bewältigungsstrategien führt zu einer deutlichen Reduktion der Lebensqualität und Lebenszufriedenheit, wobei die Wahrscheinlichkeit für eine hohe Lebenszufriedenheit um bis zu 50 % sinkt.
Ja, in den ersten Kapiteln werden die epidemiologische Situation in Österreich und die Belastungen der Drogenabhängigen selbst als Kontext für die Angehörigenproblematik dargestellt.
Als Gründe werden unter anderem traditionelle Rollenbilder ("der Mann als Starker"), ein berufsbedingt geringeres Zeitbudget sowie die Hemmschwelle, Gefühle offen auszusprechen, genannt.
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