Magisterarbeit, 2009
89 Seiten, Note: 2,3
1 Inhaltsverzeichnis
2 Stygischer Schleier
3 Jacques Derridas' Meta-Biografie, nur einmal verwenden und ausstreichen
3.1 Aller Anfang ist schwer – Jugendjahre
3.1.1 Sephardim
3.1.2 „Gast des Islam“ | islamische Gäste
3.1.3 Ein gelber Stern mit der Aufschrift „juif“
3.2 universitas
3.2.1 Transatlantische Hassliebeleien
3.2.1.1 Vive la France!
3.2.1.2 Derrida goes surfin' USA [how to become a superhero]
3.2.2 Humanitas
3.2.2.1 Attika, der Nabel der Welt und ganz Gallien. Ganz Gallien???
3.2.2.2 Der Nazarener
3.2.3 Unkollegiale kollegiale Rezeption
3.3 „ethical turn“
3.3.1 Ton der Grammatologie, Grammaton
3.3.2 Nach der „Wende“: Schriften ab den Neunzigern
3.3.3 Wird J. D. politischer mit zunehmenden Ph. D.s?
3.4 post mortem - Nachrufe
4 Dekonstruktion Dekonstruktivisten Dekonstruktionismus
4.1 Der tropische Raum
4.1.1 Die „différance“, die Spur & das Supplement
4.1.2 Kon-text-ualität, Polyvalenzen
4.1.3 Iteration, das „wieder“ und das „immer schon“
4.2 Kritik der Metaphysik
4.2.1 Non-Methodizität wird Antiepisteme
4.2.2 Abwesendsein: Dekonstruktion als Rest der „Schulen“
4.2.3 Universalpragmatismus vs. Singularität
4.3 Passagen
4.3.1 „Summa Theologiae“ – ursprünglich nichtursprüngliches Ursprungsdenken
4.3.2 Dekonstruktion macht dann doch Schule: CLS
5 Angewandtes Beispiel n+1: Textaufgabe Terror/ismus
5.1 Inventur der Aservaten, Bestandsaufnahme der Personalien
5.2 Die „Terror“, der Terror & der Terrorist
5.2.1 Terror an und für sich
5.2.2 „le terreur“, der Staat greift durch
5.2.2.1 Dantons Tod
5.2.2.2 Wir laden zur chymischen Hochzeit von „Peoplesmurder & Socialism“
5.2.2.3 Bananen, Republikaner & „Dole“-Kartons
5.2.3 Märtyrer, Mörder, Helden oder Freiheitskämpfer?
5.2.3.1 Erzdämon „Behemoth“
5.2.3.2 Freischärler und andere Partisanen
5.2.3.3 Guerilla & „urban guerilleroz“
5.3 Chronos revisited: revised edition, unreleased & revamped
5.3.1 In Illo Tempore...
5.3.2 Kochkurs für Anarchismus, „handle ingridients with care!“
5.3.3 Rote Armee fraktioniert und suppenfertig eingetütet
5.3.4 ein Jahr zu spät und doch besser nie: WTC ist Y2K
5.4 „Spielarten“ (wir meinen: ernstzunehmende Abarten)
5.4.1 fasces * „ein, zwei, viele Rutenbündel mit Beil“ Σ Totalitarismus
5.4.2 „Unidad Popular“
5.4.3 fundametal-religiös und fanatisch vigilant
5.4.4 Stamm, Nation, „cybertribalism“
5.4.5 LK Alchemie II: لا إله إلا الله (Lā ilāha illā 'llāh(u))
5.5 Wo brennt es nicht?
6 Räuber & Gendarm – eine Über→Ich←Es-Koalition
Die vorliegende Magisterarbeit untersucht die komplexe Verschränkung von Jacques Derridas dekonstruktivistischer Philosophie und dem Phänomen des Terrorismus, um die methodischen und ontologischen Grenzen des Verständnisses von politischer Gewalt und Identität in einer globalisierten Welt auszuloten.
Stygischer Schleier
Ein Stück wird aufgeführt. Ein äußerst tragisches. Wir vergewissern uns nochmal, schauen genauer hin. Handelt es sich überhaupt eine Theaterdarstellung? Leider nicht. Es zeitigt bisweilen alle Anzeichen davon, vor allem in den Momenten seiner übertriebenen Grausamkeit, der Farce und Burlesque in der sich viele, wenn nicht alle der einschlägigen Protagonisten gebärden, doch dann wieder in der entfremdeten Nüchternheit mit der Schadenssummen, Opferzahlen und „geopolitische Implikationen“, Konsequenzen vorgetragen werden, wie man sie sonst nur von einem Intermezzo Brecht'scher Manier kommentiert haben will. Aber es wurde ja eben schon konstatiert, wir betrachten gar keine Bühne (höchstens vielleicht insofern Antonio uns allen unsere Rolle zuweist), was wir da sehen ist die blanke Schneide der Realität, „nackte“ Tatsachen, wie uns der Jargon weismachen will. Doch diese „Ereignisse“ (derer manche gar keine sind, andere permanente und darum wenig ereignishaft, oder um so mehr) sind nie so ungeschminkt und freilich ist das Problem offensichtlich weniger der Akt der Perzeption, gemeinhin des Sehens (doch auch Heideggers' Ohr könnte noch einen Part übernehmen), sondern vielmehr die Tat/en als ihr Bericht, denn eines ist immer schon mehr als eins, n+1, aber auch das wird sich noch als bestenfalls fragwürdig herausstellen. Schon hat uns die Verschiebung erfasst. Der Rest drängt dazu, hier noch das anzuwesen, dort noch zu fügen. Verfügen also, darüber, welche Bahn sich die Spur diesmal bricht. Wie? So wie man denkt, nach-denkt oder ganz anders? Am besten womöglich in alle Richtungen ein wenig, zunächst das Garn dort aufnehmend, nicht das des Seemanns, dessen wir uns gerade auch erwehren wollen (aber geht das letztlich, sind wir nicht alle schon zu sehr verwickelt, umgarnt, verheddert, um nicht zu sagen: becirct? Ist der subjektive Ereignishorizont nicht zu klein um Gewissheit zu erlangen?), hoffend, dass die Indizien sich fügen: Unfug? Vielleicht (ein vielsagendes vielleicht1), mitnichten, paradox, aporetisch, doch auch nicht mehr als die Grundlage, die chora, die Wüste in der Wüste, auf der zu erklimmen der Bau schicklich anhebt. Schicksal Babels, Elfenbeinturm oder „La Tour Eiffel“, letzterer bezeichnenderweise ein Rundfunksender, womit wir dem Thema (hyperbelartig? Asymptotisch? Dilettantischer, ja verzweifelter Versuch der „radikalen“, rhizomatischen Sprengung des Linearen, im Gerüst vielleicht? Vielleicht.) erneut uns annähern.
Stygischer Schleier: Einführung in die Thematik der Arbeit, die die Grenzen zwischen Theater und Realität bei der Betrachtung des Phänomens Terror hinterfragt.
Jacques Derridas' Meta-Biografie, nur einmal verwenden und ausstreichen: Eine biografische Einbettung von Derridas Denken, die den Ausgangspunkt seiner philosophischen Entwicklung thematisiert.
universitas: Untersuchung von Derridas akademischem Werdegang und seiner Auseinandersetzung mit Identität und dem „Anderen“ im Kontext der französischen und amerikanischen Universität.
„ethical turn“: Diskussion der politischen Wende in Derridas späteren Schriften und seinem Verhältnis zum „Politischen“.
Dekonstruktion Dekonstruktivisten Dekonstruktionismus: Fundamentale philosophische Auseinandersetzung mit Begriffen wie „différance“, Spur und Metaphysik-Kritik.
Angewandtes Beispiel n+1: Textaufgabe Terror/ismus: Die praktische Anwendung der dekonstruktiven Theorie auf konkrete Erscheinungsformen des globalen Terrorismus und die Rolle der Medien.
Räuber & Gendarm – eine Über→Ich←Es-Koalition: Abschließende Reflexion über die Rolle von Souveränität, staatlicher Gewalt und der Rolle der Dekonstruktion als „Überlebensstrategie“.
Jacques Derrida, Dekonstruktion, Terrorismus, Politische Philosophie, Poststrukturalismus, Metaphysik, Gewalt, Identität, Souveränität, Medien, Différance, Staatlichkeit, Macht, Ethik, Diskursanalyse
Die Arbeit beschäftigt sich mit der philosophischen Dekonstruktion von Terror und Terrorismus durch die Linse Jacques Derridas.
Zentrale Themen sind die Philosophie Derridas, die kritische Analyse staatlicher Gewalt, der „ethical turn“ in der Philosophie und die mediale Konstruktion von Terror.
Ziel ist es, die dekonstruktive Methode auf das Phänomen Terror anzuwenden, um sowohl die Schwächen traditioneller politischer Theorie als auch die Komplexität der Identitätsfindung im Ausnahmezustand offenzulegen.
Es wird eine dekonstruktive Analyse verwendet, die sich an Derridas Lektüre- und Interpretationspraxis orientiert, um logische Brüche und verborgene Voraussetzungen in Diskursen aufzudecken.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Grundlegung der Dekonstruktion und eine praktische Anwendung auf historische und aktuelle Beispiele des Terrorismus.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Dekonstruktion, Politische Philosophie, Machtkritik und Terrorismusforschung beschreiben.
Die Arbeit betont, dass Derridas eigene Erfahrungen, etwa im Maghreb, eine fundamentale Rolle für sein Verständnis von Identität und die Abgrenzung von der Metaphysik spielen.
Der Autor argumentiert, dass Medien den Terrorismus oft als ein „Ereignis“ inszenieren, das die Realität verdeckt und zur festen Institution innerhalb einer Logik von Täter-Opfer-Schemata wird.
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