Bachelorarbeit, 2022
45 Seiten
1. Einleitung
2. Störungsbild Psychose
2.1 Symptomatik
2.2 Klassifikation und Diagnostik
2.3 Verlauf
2.4 Frühere Gewalterfahrungen und Traumata
3. Zwangsmaßnahmen in der Psychiatrie
3.1 Definition und Formen von Zwang
3.2 Rechtliche Grundlagen und Durchführungsvoraussetzungen
3.3 Epidemiologie von Zwangsmaßnahmen
3.4 Allgemeine Folgen der Maßnahmen
4. Methodik
4.1 Forschungsfrage und Zielsetzung
4.2 Methodisches Vorgehen
4.3 Ein- und Ausschlusskriterien der Studien
5. Ergebnisse
5.1 Tabellarische Übersicht der Studienergebnisse
5.2 Zusammenfassung der Ergebnisse
6. Diskussion und Ausblick
Die Arbeit untersucht das subjektive Erleben von Zwangsmaßnahmen bei Menschen mit einer psychotischen Störung und prüft, inwieweit diese Eingriffe in der Psychiatrie eine erneute Traumatisierung für bereits vorbelastete Patienten darstellen können.
3.1 Definition und Formen von Zwang
Vorab ist es wichtig zu erwähnen, dass eine einheitliche Definition möglicher Formen von Zwang im psychiatrischen Kontext sehr schwierig sind (Mahler, Wullschleger & Oster, 2022). Im Allgemeinen verwendet man im psychiatrischen Kontext mehrere Formen des Zwanges. Man unterscheidet hierbei in der Regel in Zwangseinweisung, (Zwangs-)Unterbringung, Fixierung, Isolierung, Zwangsmedikation sowie freiheitsentziehende und freiheitsbeschränkende Maßnahmen. Diese Begriffe werden im Folgenden genauer erläutert. Eine Zwangseinweisung beschreibt die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik, welche durch eine Rechtsvorschrift oder einen Gerichtsbeschluss, notfalls auch unter Einsatz unmittelbaren Zwanges, erfolgt. Hierbei greifen §1906 BGB, das PsychKG sowie die Polizeigesetze, welche im späteren Verlauf der Arbeit genauer erklärt werden (DGPPN, 2018).
Bei der Unterbringung handelt es um eine freiheitsentziehende Maßnahme, wobei die untergebrachte Person entgegen ihres eigenen Willens für einen definierten Zeitraum auf beschränktem Raum festgehalten wird. Zudem besteht die Möglichkeit, die Person während des Aufenthaltes zu überwachen und den Kontakt zu außenstehenden Personen einzuschränken. Die Unterbringung erfolgt in einer geschlossenen Einrichtung, einige Landesgesetze ermöglichen allerdings die Unterbringung auf einer offenen Station. Es wird unterschieden zwischen einer öffentlich-rechtlichen Unterbringung im psychiatrischen Krankenhaus, einer Unterbringung in der forensischen Psychiatrie nach §§ 63, 64 StGB und einer Unterbringung in einem Krankenhaus oder in einer Wohneinrichtung gemäß des Betreuungsrechts §1906 BGB. Dabei dient die öffentlich-rechtliche Unterbringung der Abwendung akuter Selbst- oder Fremdgefährdung, wobei sie mit verschiedenen Behandlungsoptionen verbunden ist.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Patienten mit Psychosen und die klinisch relevante Frage der Auswirkungen von Zwangsmaßnahmen.
2. Störungsbild Psychose: Detaillierte Darstellung der Symptomatik, Klassifikation, des Verlaufs sowie der Bedeutung von frühen Traumata bei psychotischen Erkrankungen.
3. Zwangsmaßnahmen in der Psychiatrie: Definition der Zwangsformen, rechtliche Rahmenbedingungen (§1906 BGB, PsychKG), epidemiologische Daten und die allgemeinen physischen und psychischen Folgen.
4. Methodik: Beschreibung des systematischen Vorgehens der Literaturrecherche und Definition, welche Studienkriterien für die Analyse herangezogen wurden.
5. Ergebnisse: Präsentation der Studienergebnisse in tabellarischer Form (quantitativ und qualitativ) sowie eine anschließende inhaltliche Zusammenfassung der Befunde.
6. Diskussion und Ausblick: Kritische Reflexion der Ergebnisse sowie Aufzeigen weiterer Forschungsbedarfe für eine patientenfreundlichere Psychiatrie.
Psychose, Zwangsmaßnahmen, Psychiatrie, Traumatische Erfahrungen, Kindheitstraumata, Fixierung, Zwangsmedikation, Patientenperspektive, Schizophrenie, Retraumatisierung, Autonomie, Eigengefährdung, Fremdgefährdung, Psychiatrische Behandlung, Patientenwohl
Die Arbeit befasst sich mit den traumatischen Effekten von Zwangsmaßnahmen in der Psychiatrie auf Patienten mit psychotischen Störungen und deren subjektiver Wahrnehmung dieser Eingriffe.
Zentrale Themen sind die psychischen Folgen von Zwangsmaßnahmen, der Zusammenhang zu früheren Traumata in der Biografie der Patienten sowie die rechtliche und epidemiologische Situation solcher Interventionen.
Das Ziel ist es, das subjektive Erleben von Betroffenen darzustellen und zu prüfen, ob ein Zusammenhang zwischen institutioneller Gewalt und der Verschlimmerung bzw. der erneuten Traumatisierung des Patienten besteht.
Die Arbeit basiert auf einer systematischen Literaturrecherche, bei der qualitative und quantitative Studien zu psychotischen Störungen und Zwangserfahrungen analysiert wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zum Störungsbild, eine detaillierte Erläuterung von rechtlichen und klinischen Aspekten der Zwangsmaßnahmen sowie eine deskriptive Auswertung der klinischen Studienlage.
Typische Schlüsselbegriffe sind Psychose, Zwangsmaßnahmen, Retraumatisierung, Schizophrenie, Patientenperspektive und institutionelle Gewalt.
Die Mehrheit der Patienten erlebt diese Maßnahmen als überwiegend negativ, traumatisierend und empfindet sie häufig als emotionale Belastung, die das Vertrauensverhältnis zum Personal massiv stört.
Ja, viele Patienten bewerten Zwangsmaßnahmen im Falle von akuter Fremd- oder Selbstgefährdung im Nachhinein durchaus als gerechtfertigt, sofern die Notwendigkeit nachvollziehbar vermittelt wurde.
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