Bachelorarbeit, 2018
124 Seiten, Note: 1,5
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
1. Die Geburt einer neuen Darstellungsform im Online-Journalismus
1.1. Erkenntnisinteresse und Problemstellung
1.2. Vorgehensweise
2. Theorie
2.1. Storytelling im Journalismus
2.2. Digital Storytelling im Online-Journalismus
2.3. Die klassische Reportage
2.4. Der Untersuchungsgegenstand: Die Multimedia-Reportage
2.4.1. Aufbau und Bestandteile
2.4.2. Merkmale einer gelungenen Multimedia-Reportage
2.5. Forschungsstand und aktuelle Herausforderungen
2.5.1. Dimensionen von Qualität
2.5.2. Zahlungsbereitschaft der Rezipienten
2.5.3. Mediennutzungsverhalten von Rezipienten
2.5.4. Aktuelle Anforderungen an Medienproduzenten
2.6. Der Uses-and-Gratifications-Approach
3. Methodik
3.1. Forschungsfragen und Hypothesen
3.2. Das methodische Vorgehen: Die Online-Befragung
3.3. Pretest und Durchführung
3.4. Operationalisierung der Hypothesen
4. Ergebnisse
4.1. Vorstellung der Stichprobe
4.2. Darstellung und Interpretation der Ergebnisse
4.3. Anregungen der Rezipienten
5. Diskussion
Die Arbeit untersucht das Nutzungserlebnis und die Erwartungen von Rezipienten gegenüber Multimedia-Reportagen, um herauszufinden, wie diese Form des digitalen Journalismus trotz sinkender Aufmerksamkeitsspannen erfolgreich und möglicherweise monetarisierbar gestaltet werden kann.
1. Die Geburt einer neuen Darstellungsform im Online-Journalismus
Der Wind fegt über eine karge Schneelandschaft. Die schneebedeckten Wipfel der amerikanischen Cascades, eine Gebirgskette in den USA, gleiten durch das Blickfeld. Eine Frau blickt starr in die Ferne und beginnt zu erzählen. Sie erzählt, wie ihr Körper unkontrolliert herumgewirbelt wird. Wie sie kaum Luft bekommt, weil Schneemassen auf sie eindrücken. Wie sie denkt: So werde ich also sterben (Branch, 2012).
Dies sind erste Eindrücke einer Online-Reportage, die im wahrsten Sinne des Wortes eine Lawine auslöste: Snow Fall – The Avalanche at Tunnel Creek (Branch, 2012) erschien Ende 2012 auf der Webseite der New York Times und begeisterte sowohl Journalisten, Medienexperten als auch Leser. Das Zusammenspiel unterschiedlicher multimedialer Elemente und die Art der Aufmachung gab es in dieser Form zuvor noch nie.
Die Reportage beschreibt in sechs Akten die Tragödie, als am 19. Februar 2012 16 Skifahrer am Tunnel Creek in den nordamerikanischen Cascades von einer Lawine verschüttet wurden. Drei von ihnen kamen dabei ums Leben (Branch, 2012; Dowling & Vogan, 2015, S. 213; Groth, 2013). Über sechs Monate arbeiteten der amerikanische Sportjournalist John Branch und sein 16-köpfiges Team an dieser Reportage (Damberg, 2015, S. 7). Erzählt wird sie aus mehreren Perspektiven, die der Überlebenden und der Angehörigen der Verunglückten. Für die Darstellung werden Videos, Audios, Animationen, Bilder und Text verwendet. Diese Art der Darstellungsweise soll die Rezipienten eine Geschichte völlig neu erleben lassen. Herbst und Musiolik (2016) fassten die Wirkung wie folgt zusammen: „Snow Fall lässt uns die Magie der Geschichte miterleben“ (S. 72).
1. Die Geburt einer neuen Darstellungsform im Online-Journalismus: Einführung in die Entstehung der Multimedia-Reportage anhand des wegweisenden Beispiels "Snow Fall".
2. Theorie: Definition und Abgrenzung von Storytelling, Digital Storytelling und der Multimedia-Reportage unter Berücksichtigung von Qualitätsdimensionen, Zahlungsbereitschaft und dem Uses-and-Gratifications-Approach.
3. Methodik: Beschreibung des Forschungsdesigns, inklusive der Online-Befragung zur empirischen Untersuchung der Forschungsfragen und Hypothesen.
4. Ergebnisse: Präsentation und Interpretation der erhobenen Daten, inklusive der Überprüfung der Hypothesen sowie der Auswertung von Nutzeranmerkungen.
5. Diskussion: Kritische Zusammenfassung der Erkenntnisse, Beantwortung der Forschungsfrage und Ausblick auf zukünftige Anforderungen an Medienproduzenten.
Multimedia-Reportage, Digital Storytelling, Online-Journalismus, Mediennutzungsverhalten, Zahlungsbereitschaft, Rezipienten, Uses-and-Gratifications-Approach, Online-Befragung, Qualität, Digital Natives, Crossmedia, Medienwandel, Nutzererlebnis, Scrollytelling.
Die Arbeit analysiert, wie Multimedia-Reportagen gestaltet sein müssen, um den Erwartungen und Ansprüchen von Rezipienten im digitalen Zeitalter gerecht zu werden.
Im Fokus stehen das Storytelling im Journalismus, die Merkmale multimedialer Online-Formate, das Nutzungsverhalten auf mobilen Endgeräten sowie Strategien zur Finanzierung journalistischer Inhalte.
Die Forschungsfrage lautet, welche Erwartungen und Ansprüche Rezipienten an eine Multimedia-Reportage haben und welche Konsequenzen sich daraus für Medienproduzenten ableiten lassen.
Die Autorin verwendet eine Kombination aus quantitativer und qualitativer Online-Befragung, um messbare Muster und tiefergehende, subjektive Meinungen zu erfassen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Begriffe und Herausforderungen, eine detaillierte methodische Planung sowie die anschließende Auswertung und Interpretation der Studienergebnisse.
Zu den Kernbegriffen zählen Multimedia-Reportage, Digital Storytelling, Zahlungsbereitschaft und Mediennutzungsverhalten.
Da die Ergebnisse zeigen, dass Hintergrundinformationen zunehmend mobil konsumiert werden, ist eine plattformgerechte Optimierung für kleine Bildschirme für den Erfolg solcher Reportagen entscheidend.
Die Studie identifiziert die verbreitete Gratismentalität im Internet und die enorme Auswahl an kostenlosen, hochwertigen Alternativen als größte Hindernisse für zahlungspflichtige Bezahlmodelle.
Die Befragten kritisieren häufig die zu lange Dauer der Formate, den Einsatz von automatisch startenden Videos und fordern eine stärkere nutzerfreundliche Strukturierung sowie bessere mobile Darstellung.
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