Abschlussarbeit, 2015
67 Seiten, Note: Bestnote
Vorwort
Einleitung
1. Demenz – eine Begriffsdefinition und seine Bedeutung
1.1 Demenz in der Schweiz: Zahlen und Fakten
1.2 Verschiedene Definitionen von Demenz
1.3 Demenzformen:
2. Lebensqualität und Demenz
2.1 Kriterien zur Bestimmung der Lebensqualität:
2.2 „Alzheimer Disease Related Quality of Life“ (ADRQL)
2.2.1 Einschätzung der Lebensqualität (Ergebnis der Befragung)
2.2.2 Lebensqualität bei Demenz im Anfangsstadium
2.2.3 Lebensqualität bei Demenz im Mittleren Stadium
2.2.4 Lebensqualität bei Demenz im Spät-Stadium
2.3 Wohnformen und Lebensqualität bei demenzkranken Personen
3. Behandlungsmöglichkeiten und Therapien bei demenzkranken Personen
3.1 Medikamentöse Therapien
3.2 Nicht medikamentöse Therapien
3.2.2 Validation (VAL)
3.2.3 Integrative Validation (IVA)
3.2.4 Reminiszenz/Biografiearbeit (REM)
3.2.5 Weitere nicht medikamentöse Therapien
4. Erklärungsmodelle der Mensch-Tier-Beziehung
4.1 Die Geschichte der Beziehung zwischen Menschen und Tieren
4.2 Biophilie-Hypothese
4.3 Du-Evidenz
4.4 Kommunikation zwischen Mensch und Tier
5. Wirkungsmechanismen in der Tiergestützten Therapie
5.1 Untersuchungen und Studien zur Wirkung von Tieren
5.1.1 Studie zur positiven Gesundheitsentwicklung durch ein Haustier
5.1.2 Tiere in stationären Alteneinrichtungen
5.1.3 Studie über die Wirkung eines Therapiehundes bei demenzkranken Personen (Alzheimer-Patienten)
5.2 Grundlagen und Theorien zur Wirksamkeit Tiergestützter Therapie
5.2.1 Klientenzentrierte Tiergestützte Therapie
5.2.2 Eisbrecher Theorie
5.2.3 Die Bindungstheorie
5.2.4 Entwicklung von Selbstwirksamkeit
6. Die Entwicklung Tiergestützter Therapie
6.1 Beginn wissenschaftlicher Untersuchungen
6.2 Begriffsdefinitionen tiergestützter Einsätze
6.2.1 Begriffsdefinitionen der Delta Society
6.2.2 Unterschiede Tiergestützter Interventionen
6.2.3 Tiergestützte Therapie (TGT) - verschiedene Definitionen
6.3 Umsetzung Tiergestützter Therapie (Kriterien nach ESAAT)
6.3.1 Tierschutz und tiergerechter Einsatz (Tierethik)
7. Tiergestützte Therapie bei demenzkranken Personen in einem Pflegeheim
7.1 Tiere im Pflegeheim – Beispiele verschiedener Modelle
7.1.1 Präsenztiere auf einer Demenzstation
7.1.2 Tiere in Demenzgärten
8. Methoden der Tiergestützten Therapie
8.1. Tiergestützte Biografiearbeit (TGB)
8.1.1 Einordnung der Tiergestützten Biografiearbeit
8.1.2 Gründe für eine Tiergestützte Biografiearbeit bei demenzkranken Personen
8.1.3 Umsetzung Tiergestützter Biografiearbeit
8.2 Weitere Methoden Tiergestützter Therapie
8.2.1 Freie Begegnung mit Tieren
8.2.2 Hort-Methode
8.2.3 Brücken-Methode
8.2.4 Präsenz-Methode
8.2.5 Methode der Integration
9. Einführung Tiergestützter Therapie in einem Pflegeheim
9.1 Interdisziplinäre Zusammenarbeit
9.2 Auswahl von geeigneten Tieren
9.3 Kompetenzen des Personals
10. Rahmenbedingungen Tiergestützter Therapie
10.1 Risikomanagement und Notfallplan
10.2 Hygienebestimmungen
10.2.1 Risiko von Zoonosen
10.3 Erstellen eines Budgets
10.4 Projektplanung
11. Chancen und Grenzen Tiergestützter Therapie in einem Pflegeheim
11.1 Grenzen und Risiken
11.2 Chancen und Möglichkeiten
Die vorliegende Arbeit dient als Entscheidungshilfe für Heimleiter und Interessierte, die den Einsatz von Tieren als therapeutisches Mittel in der Pflege von demenzkranken Personen in Betracht ziehen. Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Tiergestützte Therapie die Lebensqualität in stationären Einrichtungen steigern kann, und die theoretischen sowie praktischen Voraussetzungen für eine professionelle Umsetzung zu erläutern.
8.1. Tiergestützte Biografiearbeit (TGB)
Viele alte Menschen hielten Haustiere, wie Vögel in Volieren, Katzen, Hunde und Kleintiere, wie Meerschweinchen, Schildkröten und Kaninchen.
Menschen aus ländlichen Gebieten kennen den Umgang mit Nutztieren oder sind zumindest an das Bild von Kühen, Schafen, Schweinen, Ziegen und Hühnern in der Landschaft gewöhnt samt mit ihren Geräuschen, Gerüchen und Gebräuchen.
Beziehungen zu Tieren sind entstanden und wurden gepflegt. Starben diese, wurde getrauert um ihren Verlust. Viele Menschen haben junge Tiere aufgezogen und Energie und Zeit investiert diese aufwachsen zu sehen. Über Jahre und Jahrzehnte haben sie Menschen begleitet und das Leben mitgeprägt. Emotionen an bestimmte Erlebnisse sind an sie gebunden und werden durch Erinnerungen wieder abrufbar.
Nutztiere waren einerseits eine Einkommensquelle, andererseits ebenfalls ein Teil des Hofes, des Alltages der Menschen. Ein natürlicher Umgang mit Tieren und der Natur konnte gelebt werden und wurde geschätzt.
Die Tiergestützte Biografiearbeit greift das Erleben mit Tieren in der Vergangenheit auf. Sie gehört zu den nichtmedikamentösen Therapiemöglichkeiten und definiert sich folgendermassen:
„Unter „tiergestützter Biografiearbeit“ ist ein zielgerichteter und aktiver Gestaltungsprozess in Zusammenhang mit Tieren zu verstehen, der sich an vorhandenen Ressourcen orientiert und zu einer Identitätsfindung befähigen soll“. (Giruc, 2011)
Fachpersonen aus den Bereichen der Pädagogik, Therapie und Altenarbeit führen diese Arbeit durch mit Tierarten, die für diese Einsätze geeignet sind.
1. Demenz – eine Begriffsdefinition und seine Bedeutung: Das Kapitel definiert Demenz als psychiatrisches Syndrom und beleuchtet die epidemiologische Bedeutung sowie die Herausforderungen in der Pflege von Betroffenen.
2. Lebensqualität und Demenz: Hier werden Konzepte zur Messung von Lebensqualität bei Demenz dargelegt sowie fördernde und hemmende Faktoren im Pflegealltag gegenübergestellt.
3. Behandlungsmöglichkeiten und Therapien bei demenzkranken Personen: Das Kapitel bietet einen Überblick über medikamentöse Behandlungsoptionen und verschiedene nichtmedikamentöse Therapieformen wie Validation und Reminiszenzarbeit.
4. Erklärungsmodelle der Mensch-Tier-Beziehung: Es werden wissenschaftliche Hypothesen wie die Biophilie-Hypothese und Konzepte wie die Du-Evidenz zur Erklärung der Mensch-Tier-Bindung angeführt.
5. Wirkungsmechanismen in der Tiergestützten Therapie: Hier werden Studien zur positiven Wirkung von Tieren bei älteren Menschen und theoretische Ansätze für die Wirksamkeit der Therapie behandelt.
6. Die Entwicklung Tiergestützter Therapie: Dieses Kapitel erläutert die historische Entwicklung und die Standardisierung von Begriffsdefinitionen in der Tiergestützten Therapie.
7. Tiergestützte Therapie bei demenzkranken Personen in einem Pflegeheim: Es werden verschiedene Betreuungsmodelle wie Präsenztiere und Demenzgärten in Pflegeeinrichtungen vorgestellt.
8. Methoden der Tiergestützten Therapie: Das Kapitel vertieft methodische Ansätze, insbesondere die Biografiearbeit und die Einordnung verschiedener therapeutischer Methoden.
9. Einführung Tiergestützter Therapie in einem Pflegeheim: Die organisatorischen Voraussetzungen, interdisziplinäre Arbeit und Anforderungen an Personal und Tierauswahl werden dargelegt.
10. Rahmenbedingungen Tiergestützter Therapie: Hier liegen die Schwerpunkte auf Risikomanagement, Hygienebestimmungen, Budgetierung und Projektplanung.
11. Chancen und Grenzen Tiergestützter Therapie in einem Pflegeheim: Abschließend werden die Potenziale der Therapie sowie die Limitationen und notwendige Reflexion kritisch diskutiert.
Tiergestützte Therapie, Demenz, Lebensqualität, Biografiearbeit, Pflegeheim, Mensch-Tier-Beziehung, Validation, Risikomanagement, Hygiene, Therapiehund, Präsenztiere, Bindungstheorie, Selbstwirksamkeit, Nichtmedikamentöse Therapie, Betreuung
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Voraussetzungen für die Einführung von Tiergestützter Therapie als nichtmedikamentöse Maßnahme zur Steigerung der Lebensqualität bei demenzkranken Personen in Pflegeheimen.
Zentral sind die medizinische und soziale Definition von Demenz, die Rolle der Lebensqualität, die theoretischen Erklärungsmodelle der Mensch-Tier-Bindung sowie die praktische Umsetzung und organisatorische Planung von Tiergestützten Interventionen.
Das Ziel ist es, Heimleitern und Pflegepersonal eine fundierte Entscheidungshilfe an die Hand zu geben, um Tiergestützte Therapie professionell in den Heimalltag zu integrieren und dabei sowohl den Nutzen für die Bewohner als auch den Tierschutz zu wahren.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literaturanalyse, der Auswertung wissenschaftlicher Studien zur Mensch-Tier-Beziehung sowie der Zusammenfassung internationaler Standards und Richtlinien (z.B. ESAAT).
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Erklärungsmodelle, Zusammenfassungen von Wirksamkeitsstudien, die detaillierte Darstellung von Methoden wie der Tiergestützten Biografiearbeit sowie die operativen Rahmenbedingungen für Pflegeheime.
Kernbegriffe sind Tiergestützte Therapie, Demenz, Lebensqualität, Biografiearbeit, Risikomanagement und Hygienebestimmungen für den Einsatz von Tieren in Institutionen.
Sie ermöglicht einen Zugang zu Erinnerungen und Emotionen über verschiedene Wahrnehmungskanäle, was besonders dann hilfreich ist, wenn die verbale Kommunikation durch das Krankheitsbild bereits stark eingeschränkt ist.
Der Tierschutz wird als ethisches Grundpfeiler definiert; die Autorin betont, dass Tiere nicht instrumentalisiert oder überfordert werden dürfen und ein artgerechtes Leben in der Institution zwingende Voraussetzung für deren Einsatz ist.
Die Autorin bewertet diese Risiken als durch professionelles Risikomanagement und strenge Hygienevorschriften (wie Tierarztkontrollen und Desinfektion) minimierbar, wobei die positiven therapeutischen Effekte das Restrisiko überwiegen.
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