Examensarbeit, 2008
78 Seiten, Note: 1,3
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
1.) Einführung in die Thematik, Forschungsstand und Literaturlage
2.) Die Zeit vor dem deutschen Angriff
2.1) Der deutsch-sowjetische Nichtangriffsvertrag und die Folgen
2.2) Die deutsch-sowjetische Beziehung von 1939 bis zum Angriff 1941
2.2.1) Wirtschaftliche Zusammenarbeit
2.2.2) Von politischer Kooperation zur Konfrontation
3.) Der Angriff auf die Sowjetunion im Juni 1941
3.1) Der Kriegsverlauf vom Juni 1941 bis März 1942
3.1.1) Aufstellung der Streitkräfte vor „Barbarossa“
3.1.2) Finnland, die Heeresgruppe Nord und Leningrad
3.1.3) Die Heeresgruppe Mitte, bis Smolensk und Moskau
3.1.4) Die Heeresgruppe Süd und die Ukraine
3.2) Die sowjetische Reaktion
3.2.1) Die Reaktionen und Handlungen bis zum März 1942
3.2.2) Die nationalen Minderheiten nach dem 22. Juni 1941
3.3) „Barbarossa“ und die Reaktionen aus dem Ausland
3.4) Die Kontroverse um die „Präventivkriegsfrage“
4.) Ideologisierung und Organisationen in den besetzten Gebieten
4.1) Der deutsche „Kommissarbefehl“ und die Folgen
4.2) Reichskommissariate und ihre Verwaltung
4.3) Organisationen in den besetzten Gebieten der Sowjetunion
5.) Deutsche Pläne für die Zeit nach „Barbarossa“
6.) Ergebnis und Ausblick
7.) Quellen- und Literaturverzeichnis
7.1) Quellen
7.2) Literatur
7.2.1) Monographien
7.2.2) Aufsätze
8.) Anhang
8.1) Kartenmaterial
8.1.1) Die deutschen und sowjetischen Streitkräfte im Juni 1941
8.1.2) Verlauf der Operation „Taifun“
8.1.3) Die sowjetische Gegenoffensive bis zum März 1942
8.2) Briefmarke zum Heldengedenktag 1942
Diese Arbeit analysiert den deutschen Angriff auf die Sowjetunion, bekannt als Unternehmen „Barbarossa“, im Zeitraum von Juni 1941 bis März 1942. Ziel ist es, die vielschichtigen Gründe für den Feldzug, den Kriegsverlauf unter Berücksichtigung der sowjetischen Reaktionen und die Rolle ideologisch motivierter Organisationen in den besetzten Gebieten wissenschaftlich zu untersuchen und die Argumentationsstrukturen hinter der kontroversen „Präventivkriegsfrage“ zu beleuchten.
3.1.2 Finnland, die Heeresgruppe Nord und Leningrad
Schon am ersten Tag des Feldzuges gelang es der Heeresgruppe Nord, mehr als 50 Kilometer tief in sowjetisches Gebiet vorzudringen. Der Widerstand der Roten Armee im Baltikum ist als sehr unterschiedlich zu erachten. Teilweise leistete sie heftige Gegenwehr, wie bei Dünaburg oder Rasejnaj, teilweise fehlte die Gegenwehr völlig. Es zeigte sich hier recht bald die erste Krise der deutschen Wehrmacht. Auf Grund der größtenteils nur unzureichenden Motorisierung der Divisionen musste der Vormarsch bei Dünaburg angehalten werden, um das Gros der Infanterie nachrücken zu lassen. Deshalb verstrich für die Deutschen wertvolle Zeit für die Eroberung Leningrads und ließ den Verteidigern die Möglichkeit, Befestigungen zu errichten. Dasselbe Problem wiederholte sich weiter nördlich, als am 14. Juli 1941 der letzte große Fluss vor Leningrad, die Luga, überquert wurde. Erneut mussten die deutschen Angriffsspitzen warten, bis die 16. und 18. Armee nach den Kämpfen im Baltikum den Anschluss gefunden hatten. Als dies am 08. August 1941 der Fall war, stießen die deutschen Truppen weiter vor und eroberten Nowgorod sowie Teile des Ilmenseeufers. Eine Einschließung Leningrads zeichnete sich zu diesem Zeitpunkt immer mehr ab. Innerhalb der Stadt wurde begonnen, sich auf einen Belagerungszustand einzurichten, wobei eine Räumung von sowjetischer Seite ausdrücklich verboten worden war. Die deutsche Führung beschloss, vorerst Leningrad nicht einzunehmen, sondern zunächst zu belagern, um die Zustände innerhalb der Stadt erheblich zu verschlimmern.
1.) Einführung in die Thematik, Forschungsstand und Literaturlage: Einleitung in den Themenkomplex, Darstellung des Forschungsstandes und Erläuterung des gewählten Untersuchungszeitraums.
2.) Die Zeit vor dem deutschen Angriff: Analyse der diplomatischen, politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und der Sowjetunion zwischen 1939 und 1941.
3.) Der Angriff auf die Sowjetunion im Juni 1941: Detaillierte Untersuchung des militärischen Kriegsverlaufs an verschiedenen Frontabschnitten, der sowjetischen Gegenreaktionen und der internationalen Implikationen.
4.) Ideologisierung und Organisationen in den besetzten Gebieten: Untersuchung der ideologischen Kriegführung, insbesondere durch den „Kommissarbefehl“, sowie der Rolle von Besatzungsverwaltungen und kollaborierenden Organisationen.
5.) Deutsche Pläne für die Zeit nach „Barbarossa“: Darstellung der deutschen Zielsetzungen bezüglich der Verwaltung und germanisierungspolitischen Neugestaltung der besetzten Gebiete.
6.) Ergebnis und Ausblick: Zusammenfassende Bilanz des Scheiterns des Unternehmens „Barbarossa“ und Einordnung der kriegswirtschaftlichen und politischen Folgen.
Unternehmen Barbarossa, Zweiter Weltkrieg, Sowjetunion, Wehrmacht, Kommissarbefehl, Russlandfeldzug, Präventivkriegsfrage, Rote Armee, Ostfront, Reichskommissariate, Stalin, Ideologisierung, Nationalsozialismus, Besatzungspolitik, Kollaboration.
Die Arbeit behandelt den deutschen Angriff auf die Sowjetunion von Juni 1941 bis März 1942 und untersucht die Hintergründe, den Verlauf sowie ideologische Auswirkungen dieses Krieges.
Zentrale Themen sind die diplomatische Vorgeschichte, die militärischen Operationen, die Rolle des „Kommissarbefehls“ und die Besatzungspolitik in den eroberten Gebieten.
Ziel ist es, die komplexen Ursachen für den Feldzug, die sowjetischen Reaktionen und die Argumentationsmuster innerhalb der Kontroverse um die „Präventivkriegsfrage“ historisch fundiert aufzuarbeiten.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literatur- und Quellenanalyse, um den Feldzug und seine ideologische Dimension darzustellen.
Der Hauptteil gliedert sich in die militärische Analyse des Angriffs, die Reaktion der Sowjetunion, die ideologische Kriegführung sowie die deutschen Planungen für die besetzten Gebiete.
Wichtige Begriffe sind Unternehmen Barbarossa, Wehrmacht, Ostfront, Stalin, Kommissarbefehl und Präventivkriegsfrage.
Die Arbeit analysiert die Organisation ukrainischer Nationalisten als Akteur, der aufgrund eigener Unabhängigkeitsbestrebungen mit der Wehrmacht kollaborierte.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die These eines deutschen Präventivschlages historisch nicht haltbar ist und als revisionistische Spekulation eingestuft wird.
Der Zeitraum wurde gewählt, da sich bis März 1942 mit der Stabilisierung der Front nach der sowjetischen Winteroffensive ein abgeschlossener historischer Zyklus ergibt.
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