Bachelorarbeit, 2022
49 Seiten
1. Einleitung
2. Zur Sozialpsychologie des Stotterns
2.1 Einstellungen zum Stottern im Schulkontext
2.2 Sozialpsychologische Merkmale des Stotterns
3. Zur sozialen Situation stotternder Schülerinnen und Schüler
3.1 Peerstellung stotternder Schülerinnen und Schüler
3.2 Mobbing stotternder Schülerinnen und Schüler
4. Das universelle Mobbingpräventionsprogramm ‚Fairplayer‘ in der Adaption für die 5. und 6. Klasse
4.1 Hintergrund und Ziele
4.2 Wirkungen
5. Methodik
5.1 Das Erhebungsinstrument ‚Fragebogen zum Mobbing‘
5.2 Der Fall A.
5.3 Durchführung
5.4 Auswertung
6. Ergebnisse
7. Diskussion
8. Fazit und Ausblick
Die Bachelorarbeit untersucht die Wirksamkeit des Mobbingpräventionsprogramms ‚Fairplayer‘ bei stotternden Schülern und erforscht, inwieweit das Programm im Einzelfall dazu beitragen kann, Mobbingerfahrungen bei einer betroffenen Schülerin zu reduzieren, ohne dabei spezifische stigmaabschwächende Maßnahmen zu thematisieren.
3.2 Mobbing stotternder Schülerinnen und Schüler
Als soziales Gruppenphänomen kann sich Mobbing physisch (z. B. durch Stoßen oder das Verstecken von Gegenständen), verbal (z. B. durch die Vergabe von Schimpfnamen oder das Aussprechen von Bedrohungen) oder relational (z. B. im Verbreiten von Gerüchten oder durch ausgrenzendes Verhalten) äußern (Wolke, Woods, Stanford & Schulz, 2001). Hinsichtlich der Anwendung dieser Mobbingformen sind geschlechterspezifische Unterschiede auszumachen. Insgesamt scheinen sich Schülerinnen in höherem Maße als Schüler relationaler Mobbingmethoden zu bedienen, während Schüler eher physisch mobben. Auf verbaler Ebene sind tendenziell keine oder nur geringe Geschlechterdifferenzen festzustellen. Dabei treten Mobbinghandlungen zumeist innerhalb gleichgeschlechtlicher Gruppen auf (Scheithauer et al., 2003).
Erfahrenes Mobbing gilt als Risikofaktor für negative Entwicklungsverläufe bis in das Erwachsenenalter hinein – auf psychischer, physischer und sozialer Ebene (Moore et al., 2017). Kausale Zusammenhänge konnten Moore et al. (2017) in ihrer Metaanalyse zwischen Mobbing und negativen Gesundheitsfolgen, wie Depression oder Suizidalität, nachweisen. In einer Vielzahl von Querschnittsstudien konnten potenziell mobbingerhöhende Risikofaktoren identifiziert werden (Schuster, 1996; Hodges & Perry, 1999). Relevant für Stotternde sind dabei besonders personenbezogene Risikofaktoren, wie eine vorliegende, z. B. sprachliche Normabweichung (Schuster, 1996). Zudem weisen viele Mobbingopfer ähnliche psychosoziale Merkmale auf, etwa ein negatives Selbstkonzept, ein niedriges Selbstwertgefühl, eine geringe Anzahl an Freunden, Ängstlichkeit und physische bzw. psychische Vulnerabilität, oder sie haben, wie auch im Fall von Stotternden, Schwierigkeiten, sprachlich für sich selbst einzustehen (Rigby, 1997; Mooney & Smith, 1995). Mobbingausübende zeigen oft ein geringes Maß an Empathie und sind moralisch distanziert (Zych et al., 2015).
1. Einleitung: Definiert Stottern als multifaktorielles Phänomen und stigmatisierte Störung, die zu negativen sozialen Folgen wie Mobbing führen kann.
2. Zur Sozialpsychologie des Stotterns: Erläutert Einstellungsfaktoren und Stotterstereotype, die den Umgang mit stotternden Personen in Bildungseinrichtungen prägen.
3. Zur sozialen Situation stotternder Schülerinnen und Schüler: Analysiert die Peer-Problematik und die überdurchschnittliche Betroffenheit stotternder Kinder von Mobbinghandlungen.
4. Das universelle Mobbingpräventionsprogramm ‚Fairplayer‘ in der Adaption für die 5. und 6. Klasse: Beschreibt Inhalt, Ziele und methodische Ansätze des Programms ‚Fairplayer‘ sowie dessen Wirkung auf die Klassendynamik.
5. Methodik: Stellt das Forschungsdesign der Einzelfallstudie inklusive des adaptierten Fragebogens sowie die Fallbeschreibung der Probandin A. vor.
6. Ergebnisse: Präsentiert die quantitativen Daten der Prä- und Postmessungen zur Mobbingsituation der Probandin.
7. Diskussion: Hinterfragt die Ergebnisse im Licht theoretischer Ansätze und thematisiert die Notwendigkeit von Aufklärungsarbeit.
8. Fazit und Ausblick: Resümiert die begrenzte Effektivität des Programms ohne Begleitmaßnahmen und gibt Empfehlungen für eine inklusivere Schulpraxis.
Stottern, Mobbing, Fairplayer, Inklusion, Peer-Beziehungen, Stigmatisierung, Sozialpsychologie, Präventionsprogramm, Einzelfallstudie, Schule, Kommunikation, Empathie, Vorurteile, Schulkinder, Intervention
Die Arbeit untersucht, ob das Mobbingpräventionsprogramm ‚Fairplayer‘ bei stotternden Schülern effektiv wirkt, auch wenn das Programm selbst keine spezifische Aufklärung über das Stottern als Stigma vorsieht.
Die Schwerpunkte liegen auf der sozialen Integration stotternder Kinder, den psychosozialen Folgen von Stigmata im Schulalltag und der Evaluation bestehender schulischer Präventionsansätze gegen Mobbing.
Ziel ist es, explorativ zu prüfen, ob die rein soziale Kompetenzförderung durch ‚Fairplayer‘ ausreicht, um die Mobbingsituation eines stotternden Kindes, in diesem Fall einer Schülerin der 6. Klasse, signifikant zu verbessern.
Es handelt sich um eine explorative Einzelfallstudie im Prä- und Posttest-Design, wobei die Mobbingerlebnisse der Schülerin anhand eines adaptierten quantitativen Fragebogens nach Cook (2011) erhoben und ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit der Sozialpsychologie des Stotterns und der sozialen Situation stotternder Kinder, gefolgt von der detaillierten Beschreibung und Auswertung der durchgeführten Einzelfallanalyse.
Zentrale Begriffe sind Stottern, Mobbingprävention, Fairplayer, Peer-Beziehungen, Stigmatisierung und soziale Exklusion.
Die Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Schülerin durch ihr Stottern in eine soziale Rolle gedrängt wird, die ihre Integration in die Peergroup erschwert, was sie anfälliger für die negativen Aspekte des Mobbinggeschehens macht.
Die Arbeit postuliert, dass das Programm zwar soziale Kompetenzen fördern soll, aber ohne flankierende Aufklärungsmaßnahmen zum Thema Stottern die bestehenden Stigmata und die damit verbundene „Komik des Stotterns“ bei den Mitschülern weiterhin als Barrieren für Empathie wirken.
Es wird empfohlen, das Mobbingpräventionsprogramm um gezielte, stigmaabschwächende Aufklärungsstrategien zu ergänzen, um die Akzeptanz und das soziale Einfühlungsvermögen der Mitschüler gegenüber stotternden Kindern nachhaltig zu stärken.
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