Masterarbeit, 2023
208 Seiten, Note: 1
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und -abgrenzung
1.2 Zielsetzung und Forschungsfrage
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Definitionsannäherung an und Bedeutung von (Erwerbs-)Arbeitszeit und (Erwerbs-)Arbeit
2.2 Definitionsannäherung beruflicher Erfolg, Karriere und Geschlechtergleichstellung
2.3 Arbeitszeitregelungen und Erwerbsarbeitszeitmodelle
2.3.1 Vollzeitarbeit mit oder ohne Kernarbeitszeit (Gleitzeit)
2.3.2 Wahlarbeitszeit
2.3.3 Teilzeitbeschäftigung
2.3.4 Vertrauensarbeitszeit
2.4 Rechtliche Grundlagen der Arbeitszeitflexibilisierung
2.5 Legitimation der Auseinandersetzung
2.6 Arbeitszeit und die Unterschiede der Geschlechter
2.7 Arbeitszeit und Karriere – Geschlechterspezifische Konsequenzen
2.8 Zusammenfassung
3 Methodisches Vorgehen
3.1 Beschreibung und Begründung der angewandten Methode zur Datenerhebung und Datendokumentation
3.1.1 Entwicklung des standardisierten Interviewleitfadens
3.1.2 Auswahl der Interviewpartner (Sampling)
3.1.3 Kurzportrait der Interviewpartner & des Interviewers
3.1.4 Ablauf der Datenerhebung
3.1.5 Methodik der Datendokumentation
3.2 Datenauswertung - Qualitative Inhaltsanalyse
3.2.1 Charakteristische Merkmale der Inhaltsanalyse
3.2.2 Inhaltsanalytisches Ablaufmodell - Vorgehen und Durchführung der Auswertung
3.2.3 Entwicklung und Erklärung des Kategoriensystems
3.3 Zwischenfazit
4 Ergebnisdarstellung
4.1 Arbeitszeit
4.2 Lebenssituationen
4.3 Vorurteile und Integrationsvorteile
4.4 Arbeitszeitmodelle
4.5 Zusammenfassende Ergebnisdarstellung
5 Kritische Diskussion
5.1 Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse
5.2 Methodische Reflektion – Aussagekraft der Daten
5.3 Implikation für weiteren Forschungsbedarf
5.4 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Masterarbeit verfolgt das Ziel, die Potenziale von Erwerbsarbeitszeitmodellen im Hinblick auf deren Möglichkeiten zu untersuchen, Frauen bei der Erreichung beruflicher Erfolge zu unterstützen und die Geschlechtergleichstellung in der Arbeitswelt zu fördern. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der lebensphasenorientierten Perspektive, um die Diskrepanz zwischen Karrierewegen und Betreuungsaufgaben zu überbrücken.
2.1 Definitionsannäherung an und Bedeutung von (Erwerbs-)Arbeitszeit und (Erwerbs-)Arbeit
Arbeit begleitet die veränderte Nutzung von Zeit im historischen Verlauf und spiegelt dabei auch die jeweiligen gesellschaftlichen Strukturen wider. Die zeitliche Einteilung in Arbeits- und Freizeit entstand dabei erst mit der Industrialisierung. Vorher passten die Menschen ihre größtenteils bäuerliche Lebensweise den Jahreszeiten und dem verfügbaren Tageslicht an. Darüber hinaus fand Arbeit und Leben in den landwirtschaftlichen Strukturen meist an einem Ort statt. Erst mit der Industrialisierung begann die Trennung von Arbeitsplatz und Wohnstätte für die meisten Menschen und die Taktung der Arbeitszeit erfolgte auf Grundlage der optimalen Ausnutzung der Maschinen und weniger des Tageslichtes (Bauernhansl, 2017, S. 2, 9; Grimm, o. D.). Die noch heute größtenteils übliche zeitliche Einteilung von Arbeitszeit erfolgte maßgeblich in den sechziger Jahren durch die Standardisierung der 40-Stunden-Woche und des arbeitsfreien Samstages (IG Metall, 2016).
Das Arbeitszeitgesetz schrieb 1994 den Acht-Stunden-Arbeitstag auch gesetzlich fest (§3 Abs. 2 S. 1 ArbZG). Grundlegend ist Arbeitszeit „[…] diejenige Zeit, die ein Arbeitnehmer der Unternehmung gegen Entschädigung für die Aufgabenerfüllung zur Verfügung stellt“ (Blum & Zaugg, 1999, S. 36). Die gesetzliche Begriffsbestimmung definiert Arbeitszeit als „[…] die Zeit vom Beginn bis zum Ende der Arbeit ohne die Ruhepausen“ (§2 Satz 1 ArbZG).
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, definiert das Forschungsinteresse an der Vereinbarkeitsproblematik zwischen Betreuungsarbeit und Karriere sowie die Notwendigkeit der Humankapitalausnutzung.
2 Theoretische Grundlagen: Hier erfolgt eine Begriffsbestimmung zentraler Konzepte wie Erwerbsarbeit, Karriere und Erfolg sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit verschiedenen Arbeitszeitmodellen und rechtlichen Rahmenbedingungen.
3 Methodisches Vorgehen: Dieses Kapitel erläutert die Wahl des Experteninterviews als qualitative Erhebungsmethode und beschreibt das Verfahren der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring zur Datenauswertung.
4 Ergebnisdarstellung: Die Ergebnisse der Expertenbefragung werden hier wertfrei und strukturiert präsentiert, basierend auf den Themenkategorien Arbeitszeit, Lebenssituationen, Vorurteile und Arbeitszeitmodelle.
5 Kritische Diskussion: Abschließend werden die Ergebnisse interpretiert, methodisch reflektiert, Implikationen für die Forschung abgeleitet sowie ein Fazit zur Relevanz der untersuchten Arbeitszeitmodelle gezogen.
Frauenförderung, Geschlechtergleichstellung, Arbeitszeit, Arbeitszeitmodelle, lebensphasenorientierte Arbeitszeitgestaltung, Karrierechancen, Erwerbsarbeit, Expertengespräche, Vereinbarkeitsproblematik, Humankapital, Fachkräftemangel, Unternehmenskultur, Teilzeitarbeit, Flexibilisierung, Unternehmensführung
Die Arbeit analysiert, wie moderne Arbeitszeitmodelle dazu beitragen können, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen zu verbessern und deren Karrierechancen sowie die allgemeine Geschlechtergleichstellung zu fördern.
Im Zentrum stehen die Analyse verschiedener Erwerbsarbeitszeitmodelle (z. B. Gleitzeit, Teilzeit, Vier-Tage-Woche), die Auswirkungen der Doppelbelastung durch Betreuungsarbeit und die strategische Bedeutung von Diversität und Humankapital in Zeiten des Fachkräftemangels.
Die Forschungsfrage lautet: „Welche Potenziale haben einzelne Erwerbsarbeitszeitmodelle unter Berücksichtigung von lebensphasenorientierter Arbeitszeitgestaltung auf die Karriereförderung von Frauen bzw. auf die geschlechtliche Gleichstellung?“
Die Autorin wendet eine qualitative Forschungsmethode an, basierend auf Experteninterviews, die mittels der „qualitativen Inhaltsanalyse“ nach Philipp Mayring systematisch ausgewertet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit Arbeitszeitbegriffen und -modellen sowie in die empirische Darstellung und Diskussion der Expertenbefragung, die verschiedene flexible Ansätze und deren Wahrnehmung durch Entscheidungsträger beleuchtet.
Zentrale Begriffe sind Frauenförderung, Geschlechtergleichstellung, Arbeitszeitmodelle, lebensphasenorientierte Arbeitszeitgestaltung und Karrierechancen.
Diese Perspektive ist entscheidend, da die Experten betonen, dass Bedürfnisse je nach Alter der Kinder oder privater Lebensphase variieren. Ein statisches „Einheitsmodell“ für alle Mitarbeiter wird als wenig zielführend für die Karriereförderung angesehen.
Die Ansichten sind gemischt, aber grundsätzlich offen. Das Modell wird als vielversprechend für die Vereinbarkeit betrachtet, jedoch fehlt derzeit noch eine breite praktische Erfahrung in Unternehmen, weshalb weitere Modellversuche empfohlen werden.
Die Experten warnen vor dem Mangel an Kontrolle und der Gefahr der Selbstausbeutung der Mitarbeiter sowie einer Entgrenzung zwischen Berufs- und Privatleben, sofern keine fairen Zielvereinbarungen existieren.
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